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13:59 30.11.2017
Die Flüchtlingsunterkünfte in Wennigsen, hier das in der Max-Planck-Straße, sind nicht ausgelastet. Quelle: Isabel Christian
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Wennigsen

Die Wennigser Flüchtlingshelfer sowie die Integrationsbeauftrage und auch die Sozialarbeiter wünschen sich eine Aufstockung der Sozialarbeiter-Stellen in Wennigsen. Im Moment ist die Arbeit auf 1,25 Stellen und drei Sozialarbeiter aufgeteilt; nach Meinung der Flüchtslingsinitiative „Willkommen in Wennigsen“ ist Bedarf für drei volle Stellen vorhanden. Das wurde am Mittwochabend in der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Jugend und Integration deutlich.

Dort informierte Jürgen Welk von „Willkommen in Wennigsen“ die Ausschussmitglieder über den aktuellen Status und bestehenden Handlungsbedarf bei der Integrationsarbeit von Geflüchteten in der Gemeinde. Aktuell leben etwa 330 Flüchtlinge und Asylbewerber in Wennigsen. „Integration ist nicht über Nacht erledigt“, sagt er und legt die Probleme in diesem Prozess dar. Den Neubürgern würden vor allem Formalitäten und Behördenangelegenheiten Schwierigkeiten machen, bei denen sie Unterstützung von Integrationshelfern benötigten.

Wenn Asylbewerber als Flüchtlinge anerkannt worden sind, ist nicht mehr die Gemeinde, sondern das Jobcenter für sie zuständig, erklärt Welk. Doch letzteres hat nur begrenzt Zeit für seine Klienten. Also brauche es hier Integrationslotsen, wie die in der Initiative, und Sozialarbeiter. 

„Die Aufgaben der Integrationslosten sind vielfältig und werden nicht weniger“, sagt Welk. Zu Veranschaulichung hat er in einer Art Tagebuch für neun Tage beispielhaft aufgelistet, welche Aufgaben ihn bei der Betreuung von Flüchtlingsfamilien beschäftigt haben. Welk betreut drei Familien mit sechs Erwachsenen und 16 Kindern, drei davon sind schwerbehindert. Die Verständigung mit den Geflüchteten ist zumeist nur über einen Dolmetscher möglich.

„Man hat vor allem mit Behörden, Ärzten, dem Jobcenter, der Krankenkasse oder Schulangelegenheiten zu tun“, erzählt Welk. Alltägliche Probleme muss Welk lösen: Das Kindergarten-Essen muss bezahlt werden, das Jobcenter hat kein Geld überwiesen, der Internetanschluss funktioniert nicht oder ein Kind benötigt ein Arzt-Rezept – um nur einige Beispiele zu nennen.

Unterstützung könnten hier zusätzliche Sozialarbeiter leisten. Das unterschreibt auch Samir Mohamed, einer der drei Sozialarbeiter der Gemeinde. „Die Aufgaben für uns werden zunehmend komplexer“, sagt er. Die meisten Geflüchteten sind nun schon etwas länger da, sie sind untergebracht und versorgt. Nun wird die Integration in die Gesellschaft immer wichtiger. „Das fängt bei Dingen wie Mülltrennung an“, sagt Mohamed.

Ob die zusätzlichen Sozialarbeiter-Stellen kommen, hängt davon ab, ob sie auch in Zukunft von der Region Hannover finanziert werden. Das stehe momentan noch nicht endgültig fest, sagt Fachbereichsleiterin Barbara Zunker von der Gemeindeverwaltung. „Wir werden den Bedarf prüfen“, sagt Zunker. Auch die Ausschussmitglieder nehmen die Informationen mit in ihre Fraktionen, um sich darüber zu beraten.

Flüchtslingsunterkünfte nicht ausgelastet

Ein weiteres Thema auf der Sitzung des Sozialausschussen waren die beiden Wennigser Flüchtlingsunterkünfte an der Max-Planck-Straße und an der Werner-von-Siemens-Straße. In beiden zusammen ist Platz für bis zu 72 Menschen. Doch seit die Welle an Geflüchteten abgeebbt ist, sind die Unterkünfte nicht mehr voll ausgelastet. Die Gemeinde stellt das vor ein finanzielles Problem: Sie hat mit dem Betreiber der Unterkünfte, den Johannitern, einen Vertrag über drei Jahre abgeschlossen. Wennigsen zahlt einen monatlichen Betrag für die Vollbelegung, also 72 Personen – auch wenn weniger Bewohner da sind. Die beiden Unterkünfte kosten zusätzlich zur Miete im Monat rund 70.000 Euro. Das Geld holt sich die Gemeinde von der Region und dem Jobcenter wieder, so weit das möglich ist. Denn die Kosten werden nur bei Vollbelegung komplett erstattet, weil die Region personenbezogen und nicht gebäudebezogen abrechnet. Fachbereichsleiterin Barbara Zunker ist sich dieser Problematik bewusst. Um die Unterbringungskosten zu reduzieren, will die Verwaltung demnächst die Verträge mit den Johannitern an die aktuellen Bedürfnisse anpassen, kündigt Zunker an.

Von Elena Everding

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