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Umland Wennigsen Nachrichten Wennigsen gehört zu Europas bedeutendsten Friedhöfen
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12:30 26.02.2018
Der Wennigser Friedhof gehört jetzt zu der Europäischen Vereinigung bedeutender Friedhöfe. Friedhofsausschussvorsitzender Michael Albrecht zeigt das Schild am Eingang des Friedhofs. Quelle: Jennifer Krebs
Wennigsen

 Gleich rechts neben dem Eingang befindet sich einer der prunkvollsten Grabsteine des Wennigser Friedhofs. Hier liegt der königliche Förster Eduard Elten begraben. Auf dem zwei Meter hohen Sandsteinblock sieht man Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit mit der Waage. Der Jäger erhebt das Schwert des Rächers. 

Einer der prunkvollsten Grabsteine des Wennigser Friedhofs: Hier liegt der königliche Förster Eduard Elten begraben. Quelle: Jennifer Krebs

„Unser Friedhof ist zwar ländlich geprägt, aber einige Besonderheiten haben wir durchaus“, sagt Friedhofsausschussvorsitzender Michael Albrecht von der Marien-Petri-Kirchengemeinde. Die mehr als 100 Jahre alte Jesus-Statue gehört dazu und das 1904 erbaute Mausoleum der Sorsumer Familie Meyer. In den Andachtsraum darf jeder hinein. Hunderte Friedhofsbesucher nutzen jedes Jahr die Möglichkeit, dort eine Kerze anzuzünden, um zu trauern und innezuhalten.

Der Vereinigung bedeutender Friedhöfe Europas (Association of Significant Cemeteries in Europe, ASCE) gehören 180 Friedhöfe in 22 Ländern an, nur 14 in Deutschland. Auch Marien-Petri ist seit kurzem Mitglied des Netzwerkes. Voraussetzung ist, dass die Friedhöfe eine historische oder künstlerische Bedeutung haben. ASCE wurde 2001 im italienischen Bolognains Leben gerufen, wo sich der große alte Monumentalfriedhof La Certosa mit schönen Kreuzgängen und künstlerisch anspruchsvollen Grabskulpturen befindet. Friedhöfe als Kulturorte, gar als Museen unter freiem Himmel anzusehen, ist eines der Ziele, wozu in Bologna Fotoausstellungen und Werkschauen von Bildhauern organisiert werden. 

„Auch unser Friedhof ist ein Kulturgut“, sagt Albrecht, der sich noch mehr Öffentlichkeit durch die Mitgliedschaft verspricht. Die Organisation baut gerade eine europäische Route der Friedhöfe auf. Auch dort möchte Wennigsen gerne beitreten. Die Idee hinter der europäischen Zusammenarbeit ist, die Friedhöfe noch mehr ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Die alte Begräbniskultur soll nicht stillschweigend bewahrt werden, sondern die Friedhöfe gehen nach außen. Es geht auch um mehr Normalität im Umgang mit dem Tod. Vor fast 200 Jahren wurde der Friedhof im Herzen von Wennigsen angelegt. Bis dahin waren die Wennigser an der Klosterkirche beigesetzt worden. Seit 1822 wurde der Friedhof fünfmal erweitert. Er ist als Ensemble denkmalgeschützt. 

Renovierte Friedhofskapelle wird eingeweiht

Die Kapelle auf dem Wennigser Friedhof ist schöner geworden und vor allem heller. In mehrmonatiger Bauzeit wurde sie von Grund auf renoviert. Die Elektrik war überaltet gewesen. Heizstrahler, Licht und Beschallung funktionierten nicht mehr einwandfrei. In Kombination von neuer Technik und Farbgestaltung hat die Friedhofskapelle nun ein modernes Gesicht bekommen. Die Klosterkammer Hannover investierte rund 100.000 Euro. Die Holzdecke wurde hell gestrichen. Um mehr Licht reinzulassen, ist hinten eine Glastür hingekommen. Am Sonnabend, 10. März, wird die renovierte Friedhofskapelle der Öffentlichkeit vorgestellt. Anders als angekündigt öffnet die Kapelle an diesem Tag bereits um 14 Uhr und ist bis 17 Uhr zu besichtigen. Um 15 Uhr lädt Pastor Carsten Wedemeyer zu einer Andacht ein. Die Terminverlegung geschieht mit Rücksicht auf eine andere wichtige Veranstaltung bei der Wennigser Feuerwehr

 Das Friedhofsgelände mit den 3500 Gräbern ist knapp 3,5 Hektar groß. Vor ein paar Jahren wurde der Eingangsbereich neu gestaltet. Die Klosterkammer hat gerade die Friedhofskapelle saniert. Die Friedhofsverwaltung hat eine neue Ruhegemeinschaft Baumesruh errichtet. Der Wennigser Friedhof geht mit der Zeit. „Wir haben gerade ein zweites Areal für Baumbestattungen angelegt, das teilweise schon wieder belegt ist“, erzählt Beate Nandzik vom Friedhofsbüro. Für alle, die mehr über den Wennigser Friedhof erfahren wollen, organisiert die Friedhofsverwaltung Führungen.

Von Jennifer Krebs

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