Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Kann Online-Versand Parkplätze ersetzen?
Umland Wennigsen Nachrichten Kann Online-Versand Parkplätze ersetzen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 11.02.2018
Begutachten den Online-Marktplatz der Stadt Günzburg: Die WIG-Mitglieder Steffen Döring (von links), Markus Hugo, Achim Gärtner, der Referent Stefan Weißenhorner (vorne) und WIG-Vorstandsmitglied Philip Pappermann. Quelle: Ingo Rodriguez
Wennigsen

 Eine Großbaustelle in der Ortsmitte und kaum Parkmöglichkeiten vor den Geschäften: Wie lassen sich dann für lokale Geschäftsinhaber vorübergehend die unvermeidlichen Umsatzeinbußen ausgleichen?  Eignet sich ein gemeinsamer Online-Marktplatz mit eigenem Versandhandel als zusätzliche Einnahmequelle? Wegen der bevorstehenden Sanierung der Hauptstraße prüft die  Wirtschaftliche Interessengemeinschaft (WIG) Wennigsen Möglichkeiten, wie die Ladenbesitzer und Dienstleister ihre Stammkunden binden und Umsatzrückgänge ausgleichen können. Im Hotel-Restaurant Steinkrug haben sich rund 20 Mitglieder der WIG über den lokalen Internetversandhandel der Stadt Günzburg in Bayern informiert – ein bundesweit bekanntes Vorzeigeprojekt für den digitalen Verkauf von lokalen Produkten.

„Warum machen wir nicht unser eigenes Amazon-eBay in Wennigsen?“ – so lautete die Fragestellung des Wirtschaftsforums, zu dem die WIG Stefan Weißenhorner von der City-Initiative Günzburg als Referent eingeladen hatte. Die Kleinstadt war im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten – mit einer eigenen Online-Plattform zum Kauf von lokalen Artikeln und eigenem Lieferservice. „Günzburg zählt rund 20.000 Einwohner, ähnlich wie Wennigsen – und der Zusammenschluss der Geschäftsleute ähnelt der WIG“, hatte der stellvertretende WIG-Vorsitzende Markus Hugo in seiner Begrüßung gesagt. Die WIG hatte auch Verteter der Gemeinde und Nachbarkommunen eingeladen. Stichwort:  Integrierte ländliche Entwicklung (ILE). „Möglicherweise lässt sich so ein Projekt im Zuge der ILE-Region Calenberger Land fördern“, sagte Hugo.

Die WIG-Mitglieder diskutieren mit dem Referenten über die Vor- und Nachteile eines eignen Online-Versandhandels. Quelle: Ingo Rodriguez

 Der 20-minütigen Vortrag des Referenten über den Aufbau und die Funktionsweise des Günzburger Projekts hinterließ bei den WIG-Leuten Eindruck. In Kurzform: Kunden könne sich auf einer Internetplattform über die Angebote der Stadt informieren. Händler stellen ihre Produkte vor, können ihre Produkte online verkaufen und ausliefern lassen. Dienstleister präsentieren ihr Angebot.  „Online-City-Profil, Schaufenster mit Marktplatz und Shop, Auslieferung am selben Tag“, zählte Weißenhorner die Säulen der digitalen Einkaufsstadt auf. Günzburg hatte den Aufbau der Plattform bei einem Wettbewerb des bayerischen Wirtschafstministeriums gewonnen – in Form einer 18-monatigen Beratungsleistung im Wert von 100.000 Euro.

Der Referent Stefan Weißenhorner stellt die Funktionsweise der digitalen Einkaufsstadt Günzburg vor. Quelle: Ingo Rodriguez

„Unser bisheriger Spitzenwert waren rund 800 Bestellungen in einem Monat, zuletzt waren es etwa 100", sagte Weißenhorner. Von 46 Geschäften würden rund 13.000 Produkte präsentiert. Als Startkapital seien rund 46.000 Euro für die Bewerbung des Online-Handels nötig gewesen. Es gab auch Kritik von Gästen: „Es ist sehr arbeitsintensiv, jedes Produkt online zu präsentieren“, sagte eine Geschäftsfrau. Der Referent räumte ein: „Vom Tempo, Preis, und Angebot kommt man gegen Amazon nicht an.“ Es gehe darum, den lokalen Handel zu stärken. „Damit der Ort nicht stirbt. Ohne Internet geht das nicht mehr“, sagte Weißenhorner.

Begutachten den Online-Marktplatz der Stadt Günzburg: Die WIG-Mitglieder Steffen Döring (von links), Markus Hugo, Achim Gärtner, der Referent Stefan Weißenhorner und und WIG-Vorstandsmitglied Philip Pappermann. Quelle: Ingo Rodriguez

WIG und Weißenhorner wollen Kontakt halten. „Wir sollten zunächst unsere WIG-Internetseite nutzen, um unsere Angebote besser zu präsentieren“, sagte Vorstandsmitglied Hugo.

Detailplanung für die Sanierung der Ortsmitte beginnt

Die Arbeitsgruppe Hauptstraße trifft sich am Dienstag, 3. April, um 18.30 Uhr im Bürgersaal, um in die Detailplanung für die Sanierung und Umgestaltung der Ortsmitte einzusteigen. Deshalb sollen die Mitglieder nun ausführliche Unterlagen erhalten, um für einzelne Standorte im Sanierungsgebiet Einzelheiten zu besprechen zu können. Generalplaner und Verwaltung wollen auch erste Kostenschätzungen vorlegen – und einen Zeitplan, der sich an den Förderrichtlinien orientiert.

Zuletzt hatte das mit der Generalplanung beauftragte Ingenieurbüro nach der Auswertung einer Verkehrszählung einen Minikreisel als ideale Lösung genannt, um künftig die Verkehrsströme an der Heitmüller-Kreuzung flüssig weiterzuleiten. Laut Auswertung einer Erhebung zur Parkplatzauslastung sind die Stellflächen auf der Hauptstraße und angrenzenden Straßen durchschnittlich nur zu 50 bis 70 Prozent ausgelastet.

Das Sanierungsgebiet erstreckt sich insgesamt über eine Fläche von rund 11,3 Hektar. Die geschätzten Gesamtkosten von rund 4,7 Millionen Euro werden vom Bund und vom Land über ein Städtebauförderprogramm jeweils zu einem Drittel übernommen. Das Jahr 2018 soll der weiteren Planung vorbehalten sein.

Von Ingo Rodriguez

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Benther Bürger wollen nicht abgehängt werden. Unter diesem Motto wollen Bündnis 90/Die Grünen am 17. Februar im Ort eine Menschenkette organisieren und gegen das neue Buslinienkonzept der Region protestieren. 

08.02.2018

Die Fußballmädchen der Grundschule Wennigsen sind beim Vorentscheid der Kreismeisterschaft ungeschlagen und ohne Gegentor in die Endrunde eingezogen.

07.02.2018

Kindergottesdienste, Ferienangebote und sogar Musicalprojekte: Der Kirchenkreis Ronnenberg verfügt über eine Vielzahl an Angeboten für Kinder aller Altersklassen. Mit einem neuen Flyer sollen die unterschiedlichen Aktionen des Jahres in den Fokus der Öffentlichkeit rücken.

07.02.2018