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Umland Wennigsen Nachrichten Zahl der Obdachlosen steigt
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00:15 15.01.2018
Im Obergeschoss des Feuerwehrgerätehauses in Degersen sind auch Obdachlose untergebracht. Quelle: Marcel Sacha
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Wennigsen

 Dass auch kleine Städte oder Gemeinden über eine nicht unerhebliche Zahl an Obdachlosen verfügen, ist vielen Bürgern nicht bewusst. Aber es gibt sie. Laut Angaben der Gemeindeverwaltung leben derzeit 67 Menschen in den vier Wennigser Obdachlosenheimen. Alleine im Jahr 2017 waren 36 Einweisungen erforderlich.

„Das ist für unsere Gemeinde eine hohe Zahl“, sagt Barbara Zunker, Fachbereichsleiterin für Soziales. Bei den Neueinweisungen sei dies in den meisten Fällen auf zwei miteinander zusammenhängende Faktoren zurückzuführen: ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum einerseits und positive Asylbescheide und damit in einigen Fällen einhergehender Familiennachzug andererseits.

Haben Asylbewerber einen positiven Bescheid erhalten, wird ihnen laut geltendem Recht keine Unterkunft vom Staat zur Verfügung gestellt. Stattdessen müssen sie sich selbst um eine Wohnung kümmern und nachweisen, dass er eine Bleibe sucht. Hier kommt der Wohnungsmangel ins Spiel.

Kaum Leerstand

Besonders im Bereich des sozialen Wohnungsbaus besteht aus Sicht der Kommunalpolitik parteiübergreifend seit Längerem dringender Nachholbedarf. Doch auch darüber hinaus ist die Lage in der Gemeinde angespannt. „Wir haben so gut wie keinen Leerstand in Wennigsen“, sagt Zunker. Steht dennoch einmal eine Mietwohnung frei, stehen die Chancen für Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge, den Zuschlag zu erhalten, eher schlecht. In der Regel verfügen sie über kein eigenes oder nur sehr geringes Einkommen, hinzu kommt die häufig noch mangelhafte Deutschkenntnis. Aus diesem Grund bemühen sich die örtlichen Flüchtlingshelfer um Unterstützung bei der Wohnungssuche – bislang jedoch mit geringem Erfolg.

Doch nicht nur Flüchtlinge und Asylbewerber wurden im vergangenen Jahr in einem der Wennigser Obdachlosenheime untergebracht. Auch einige Deutsche kamen in den vergangenen Monaten dazu, denen laut Zunker die Wohnung gekündigt wurde. Auf der Suche nach einer neuen Bleibe hätten sich diese Personen jedoch auf Wennigsen beschränkt. Ein Umzug komme für sie nicht in Frage. „Häufig wollen sie nicht von ihren Familien wegziehen und schauen sich deshalb nicht in anderen Kommunen nach Wohnungen um“, sagt die Fachbereichsleiterin.

Mietwohnungen am Friedhof

Entlastung könnte ein Geschosswohnungsbau neben dem Wennigser Friedhof schaffen. Einem Ratsbeschluss aus dem Jahr 2016 zufolge sollen auf der 15.000 Quadratmeter großen Fläche namens Kleines Lutterfeld mehr als 100 Mietwohnungen entstehen. 

Von Marcel Sacha

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