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Wennigsen An der Klangbank wird Feinstaub gemessen
Umland Wennigsen An der Klangbank wird Feinstaub gemessen
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00:15 16.07.2018
Die Anwohner Markus Schlossneck (links) und Bodo Raith haben die Anlage eingebaut und beobachten sie nun. Quelle: Elena Everding
Holtensen

Für ein entspanntes Päuschen in der Sonne steht die Klangbank in Holtensen schon längere Zeit zur Verfügung. Nun kann jedermann vorher überprüfen, ob dort die Luft auch rein ist: Seit Kurzem befindet sich dort ein Feinstaubsensor. Die alle vier Minuten gemessenen Werte sind im Internet frei zugänglich.

Auf die Idee gekommen sind die Anwohner Bodo Raith und Markus Schlossneck. „Wir wollten wissen, ob man ein gutes Gefühl haben kann, wenn man hier auf der Bank an der Straße sitzt“, sagt Raith. Schließlich gönnen sich hier auch Eltern mit Kindern eine Pause. Die Bank liegt direkt an der Levester Straße, wo viel Durchgangsverkehr herrscht.

In einem Rohr am Gartenhäuschen ist der Feinstaubsensor angebracht. Quelle: Elena Everding

Die beiden bestellten einen Feinstaubsensor bei der Initiative OK Lab Stuttgart für etwa 50 Euro. Bei dem Projekt stellen Privatpersonen Sensoren bei sich zu Hause auf, die gemessen Daten werden auf einen Server in Stuttgart übertragen. Die Messwerte können auf einer Karte im Internet eingesehen werden, auf die jeder Zugriff hat.

Doch bis es in Holtensen so weit war, hatten Raith und Schlossneck mit technischen Problemen zu kämpfen, sie mussten einen neuen Computer für den Sensor bestellen. Nun ist das Gerät an dem Gartenhäuschen der Familie Schlossneck in einem Rohr angebracht, nahe der Bank.

Der Computer ist nur etwa handflächengroß und ist in Holtensen seit eineinhalb Wochen in Betrieb. „Der Sensor zieht die Luft ein und misst dann mit einem Laser die Partikel in der Luft“, erklärt Schlossneck. Feinstaub sind kleine Partikel in der Luft, der unter anderem durch Schadstoffausstoß von Autos, Reifenabrieb, Landwirtschaft und Kaminöfen verursacht wird. Wie gefährlich welche Stoffe wirklich sind, ist wissenschaftlich nicht sicher geklärt.

Nicht größer als eine Handfläche ist der Computer, der den Feinstaub misst. Quelle: Elena Everding

Alle vier Minuten misst der Sensor, die Werte stehen kurze Zeit später auf der Internetseite des OK Labs Stuttgart unter deutschland.maps.luftdaten.info. Dort zeigt die Seite die Werte für zwei verschiedene Partikelgrößen. „Die kleinen Partikel sind die gefährlichen“, sagt Raith. Die Messgenauigkeit der Station sei ziemlich genau. Nur Feuchtigkeit und starke Temperaturschwankungen ließen die Werte etwas höher ausfallen, erklärt er.

Auf einer Karte im Internet stehen die aktuellen Feinstaub-Werte der Station. Quelle: Screenshot deutschland.maps.luftdaten.info

„In Holtensen ist alles im grünen Bereich“, sagt Schlossneck. Wortwörtlich, denn die Internet-Karte zeigt die Feinstaubbelastung in Farben von Grün bis Rotpink an. Doch auch hier wurden die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schon ein paar Mal überschritten. „Das könnte zum Beispiel an der Landwirtschaft liegen, denn durch die Getreideernte entsteht auch Feinstaub“. Auch eine sogenannte Emissionswetterlage mit Windstille lässt die Werte in die Höhe schnellen.

Für Auswertungen sei es noch zu früh, sagen die beiden Anwohner. Sie verfolgen die Werte im Tages- und Wochenverlauf – die Grafiken können ebenfalls auf der Website eingesehen werden. An der Bank wollen sie demnächst noch einen Infozettel zur Messstation anbringen mit einem QR-Code, der Handynutzer auf die Website der Initiative leitet.

Die Klangbank in Holtensen

Die Klangbank ist in Holtensen an der Linderter Straße zwischen Hausnummer 5 und 7 zu finden, schräg gegenüber der Feuerwehr. Einfach Platz nehmen, per Knopfdruck Musikwunsch auswählen und auf einer Holzbank zwischen Pflanzbeeten den Klängen lauschen – das ist das einfache Konzept der Bank. Zur Auswahl stehen unter anderem klassische Musik, Blasmusik, Vogelgezwitscher und Salsa.

Eröffnet wurde der öffentliche Rastplatz im Sommer 2016 – ehrenamtlich gestaltet von Anwohnern. Zwischendurch haben diese die Bank austauschen müssen, da sie morsch geworden war. Gesponsert hatten die neue Bank die Firma Holzmüller in Holtensen sowie Ellen und Jürgen Herrmann, die Seniorchefs der Gastwirtschaft des Sportvereins. Seitdem lädt das Plätzchen wieder zum Verweilen ein.

Von Elena Everding

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