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Umland Wennigsen Wennigsen auf dem Weg zur Smart City
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17:15 11.09.2018
Wennigsen auf dem Weg zur Smart City: Auch für ländliche Kommunen gibt es intelligente, digitale Lösungen. Quelle: Swen Pfärtner
Wennigsen

Surrende Lieferdrohnen, Mülltonnen mit Füllstandsensor, intelligentes Energienetz und Ausweise per Smartphone beantragen? Bürgermeister Christoph Meineke ist deutschlandweit als digitaler Kopf bekannt und denkt ohnehin innovativ. Er sagt: "Wennigsen verfügt über sehr gute Start-Voraussetzungen für smarte Anwendungen." Beispielsweise ist vor einigen Jahren auf Bestreben des damaligen Wirtschaftsförderers Christian Mainka ein LoRa-Netzwerk installiert worden. „Mit diesem Funknetzwerk lassen sich zum Beispiel Verbräuche in Gebäuden besser steuern oder auch digitale Funkzähler installieren“, erklärt Meineke. Damit ließen sich aber auch Parkplatzsysteme einsetzen, die vermelden wann ein Parkplatz frei oder besetzt ist.

Die intelligente Stadt

Smart-City-Projekte folgen der Vision einer intelligenten und vernetzten Stadt. Digitalisierung soll dabei Lebensqualität steigern, Mobilität effizienter und angenehmer gestalten, urbane Lebensräume durchdringen und die Stadt attraktiv für die Bevölkerung und Wirtschaft machen. Wennigsens Verwaltungschef hat schon mit Vertretern der Stadtwerke Hannover und Enercity zusammengesessen, um sich über Smart-City-Lösungen für ländliche Kommunen zu unterhalten. Am Mittwoch soll es eine Präsentation im Ausschuss für Feuerschutz und öffentliche Ordnung, Mobilität und Digitales geben.

Der Zeitpunkt für einen Einstieg wäre günstig für Wennigsen. Denn mit der anstehenden Sanierung der Hauptstraße könnten die Ideen schon bald konkret werden. Wennigsen sei natürlich zu klein ist für ein Parkleitsystem, sagt Meineke. Aber es gebe ja noch viele andere intelligente Möglichkeiten. Zum Beispiel könnte eine Sensorik eingebaut werden, beschreibt er, die Bescheid gebe, wenn Rettungszufahrten blockiert sind oder wann es zu Verzögerungen kommen kann und Handlungsbedarf besteht, weil Autos oder Lastwagen falsch parken. „Ich finde das sehr spannend und auch für den ländlichen Raum ein tolles Einsatzbeispiel“, sagt Meineke.

Ausgezeichnete Onlinepartizipation

Der Wennigser Bürgermeister sieht seine Kommune gut geeignet, um Smart-City-Vorreiter zu werden, weil „wir uns in den vergangenen Jahren schon mit digitalen Ideen vorgewagt haben“. Er zählt das Klimaversprechen auf, die Patenschaft bei Wiki Loves Monuments und das Hohe Feld, für das Wennigsen sogar den ersten Platz des bundesweiten Preises für Onlinepartizipation erhielt.

Am 17. September gibt es im Wennigser Kloster eine Veranstaltung der Bildungsorganisation Kreatives Unternehmertum, die sich in mehreren Arbeitsgruppen mit kreativen Lösungen einer digitalen Zukunft beschäftigen wird. Wie gestalten wir unsere nächsten Lebensorte neben unseren Metropolen? Welche Zukunft hat das Land? Auch der Wennigser Bürgermeister wird bei diesem Tagessymposium ein Impulsgeber sein.

Gefördertes Coworking

Die Wennigser Bürger sind bereits befragt worden, um deren Meinung zur Digitalisierung herauszufinden. Meineke erinnert an den Workshop mit der Initiative #DigitaleRegion, die Wennigsen als Musterkommune ausgewählt hat und es auf dem Weg zur digitalen Kommune begleitet. „Daraus wurde dann vor Ort die Förderung für den Coworking-Space“, sagt Meineke. Beim Coworking mieten Firmen und Freiberufler stunden- oder tageweise Büros und Seminarräume an. Das ehemalige Raiffeisengebäude an der Degerser Straße soll nun dafür umgebaut werden.

Mehr Hotspots übers Bürgernetz?

Drahtlos zur intelligenten Stadt von morgen? Uwe Kopec von der Piratenpartei findet schon seit längerem: „Wennigsen braucht mehr öffentliche Hotspots.“ Die Kommune sollte sich für ein EU-Förderprogramm bewerben, beschloss der Rat. Wegen technischer und logistischer Parameter wurde dieser Antrag der Piratenpartei dann aber doch wieder verworfen. Ratsherr Kopec will es damit aber nicht bewenden lassen und stellt einen neuen Antrag, über den im Ausschuss für Feuerschutz und öffentliche Ordnung, Mobilität und Digitales gesprochen werden soll.

„Offene WLAN-Netze im Freifunk sind eine gute Möglichkeit, um mit hoher Bürgerbeteiligung aktiv am Projekt Teilhabe in der Gemeinde zu arbeiten“, findet Kopec und hat Kontakt hergestellt zu der Initiative aus Hannover, die ein freies und offenen WLANs aufbaut. Jeder kann mitmachen und das Netzwerk nutzen oder am besten selbst einen Freifunk-Router aufstellen. Die Router verbinden sich innerhalb ihrer Reichweite automatisch untereinander per WLAN. Mehr als 950 Hotspots sind in dem Bürgernetz für Hannover schon entstanden.

„Es ist gut, wenn Infrastrukturen zeitgemäß gestaltet werden und den öffentlichen Raum attraktiver für Jedermann machen", sagt Bernd Schittenhelm von der Initiative aus Hannover. Carsten Wiemann ergänzt: „Viele Gemeinden aus der Region und darüber hinaus auch in Niedersachsen sind schon im Freifunkprojekt dabei und die Stadt Hannover erklärte sich kürzlich ebenfalls bereit, Unterstützung zu leisten. Wir Freifunker freuen uns nun über die Möglichkeit, auch mit Ratsmitgliedern und Bürgern in der Gemeinde Wennigsen ins Gespräch zu kommen.“

Der Ausschuss beginnt am Mittwoch, 12. September, um 18.30 Uhr im Bürgersaal im Rathaus.

Von Jennifer Krebs

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