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Wunstorf Idenser Jubiläum beginnt mit Festakt
Umland Wunstorf Idenser Jubiläum beginnt mit Festakt
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00:17 12.08.2018
Der Erste Stadtrat Carsten Piellusch (rechts) überreicht Ortsbürgermeister Rolf Herrmann einen symbolischen Baum. Quelle: Sven Sokoll
Idensen

Bäume haben beim Festakt zu 888 Jahren Idensen am Mittwochabend eine zentrale Rolle gespielt. Der evangelische Superintendent Michael Hagen verglich die beiden Kirchen im Dorf mit zwei fest verwurzelten Bäumen und überreichte den Gastgebern ein Janosch-Bild mit einer Hängematte zwischen zwei Bäumen. „Das ist ein wunderbares Symbol für diese Dorfgemeinschaft“, sagte er.

Wenn die Idenser einen guten Platz dafür gefunden haben, sollen sie dann auch eine echte Hängematte dafür bekommen – dabei kann ihnen das Geschenk der Stadt helfen. Denn der Erste Stadtrat Carsten Piellusch überreichte einen symbolischen Baum, für den der Ortsrat sich dann einen echten aussuchen darf.

Ein Festakt an der Sigwardskirche eröffnet die Jubiläumstage.

„Kirche und Dorf hängen in Idensen eng zusammen“, sagte auch Moderator Frank Kettner-Nikolaus zu Beginn. So beschrieb der Diakon Heinz Laukamp – anfangs auf Plattdeutsch – zunächst die Bauzeit der Kirche seit 1129, die Bischof Sigward von Minden zu seiner Grabkirche bestimmt hatte. Er erinnerte daran, dass sie vor dem Bau der Neuen Kirche auf der anderen Straßenseite Ende des 19. Jahrhunderts zeitweilig schon vor dem Abriss stand. Und er betonte, dass die Botschaften der Malerei in der Kirche auch in sich wandelnden Zeiten ihre Gültigkeit behalten: „Der Weg Gottes mit den Menschen hört nicht auf.“

Ortsbürgermeister Rolf Herrmann sprach über die Entwicklung des Dorfes insgesamt und sagte: „Der Bau der Kirche könnten für die Bewohner Idensens die erste größere Begegnung mit Fremden gewesen sein.“ Er zitierte aus einer frühen Steuerliste Familiennamen, wie es sie so ähnlich auch heute noch im Dorf gibt. Bei der Gebietsreform 1974 wurde Idensen mit den schaumburgischen Siedlungen Idensermoor und Niengraben vereint und der Stadt Wunstorf zugeschlagen. „Die Verbundenheit mit Schaumburg besteht aber bis heute fort.“ Nachdem der Ort dank neuer Bauplätze 1996 schon einmal mehr als 1000 Einwohner hatte, sind es jetzt 940 –und das auch nur, weil zuletzt viele Flüchtlinge aufgenommen wurden. Herrmann unterstrich: „Ich fühle mich wohl in der dörflichen Gemeinschaft.“

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Heinrich Bedford-Strohm, war verhindert, gratulierte aber mit einer Videobotschaft. Dafür war Irmgard Schwaetzer angereist, Präses der EKD-Synode. Sie lobte das gute Miteinander von Kirche und Dorf und freute sich, dass in der bemerkenswerten Sigwardskirche die Fresken in neuem Glanz erstrahlen: „Dafür gab es viel bürgerschaftliches Engagement, wofür zu danken ist“, sagte die frühere Bundesbauministerin. Eine Kirche mit fast 900 Jahren Geschichte mache zudem den Protestanten deutlich: „Kirche hat nicht erst mit der Reformation begonnen.“ Sie hofft auf eine Annäherung zwischen den Konfessionen.

„Die ganze Vielfalt der Region wird deutlich, wenn man in diese Idylle hier kommt“, sagte die stellvertretende Regionspräsidentin Petra Rudzuck zu Beginn ihrer Rede. Sie war sich sicher, dass der Zuschuss der Region zu den Sanierungsarbeiten in der Kirche gut angelegt sei. Grüße aus dem Landtag überbrachte zudem Wiebke Osigus. Die in Niedernstöcken lebende SPD-Politikerin betonte, wie viel enger in der Regel der Zusammenhalt in Dörfern ist: „Wir wissen, was wir aneinander haben.“

„Nun lasst uns feiern“, sagte Herrmann zum Abschluss, denn dazu ist in den nächsten Tagen noch reichlich Gelegenheit. Nach dem weitgehend ausverkauften Theaterstück des DRK am Freitag, 10. August, ab 19 Uhr in der Mehrzweckhalle wird am Sonnabend, 11. August, beim Dorffest ab 11 Uhr auf dem Dorfplatz und im Großen Winkel viel Trubel herrschen – ab 18.30 Uhr mit Musik der Gruppen Altes Blech und Rockkantine. An gleicher Stelle beginnt am Sonntag, 12. August, ein Festgottesdienst um 11 Uhr, ehe Hermans Dixie Express das Fest mit einem Jazzma(h)l ausklingen lässt.

Von Sven Sokoll

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