Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wunstorf Beirat verabschiedet Diestelmeier
Umland Wunstorf Beirat verabschiedet Diestelmeier
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 08.12.2018
Der Vorsitzende des Integrationsbeirats, Joaquim Ferreira Alves Braga, bedankt sich bei der scheidenden Geschäftsführerin Dorothea Diestelmeier. Quelle: Sven Sokoll
Wunstorf

Zum Jahresende wechselt Dorothea Diestelmeier in den Ruhestand. Im Integrationsbeirat, dessen Geschäftsführerin sie seit der Gründung war, ist sie am Dienstag verabschiedet worden. Sie bilanzierte, dass sich die Einrichtung des Beirats aus ihrer Sicht auf jeden Fall gelohnt habe. „Wir hatten vorher einen Runden Tisch zur Integration, aber das war nicht Fisch, nicht Fleisch“, sagte sie.

Ein Kreis von Aktiven, die zum Teil noch heute dem Beirat angehören, hat die Satzung ausgearbeitet, nach der vor allem Mitglieder mit bestimmten Sachkompetenzen und auch Vertreter der Ratsfraktionen dem Gremium angehören sollten. 2012 hatte es seine konstituierende Sitzung und wurde drei Jahre später zur Dauereinrichtung. „Wir haben eine ganze Menge geschafft in der Zeit“, sagte Diestelmeier. „Es war für mich immer eine Herzensangelegenheit.“ Der Vorsitzende Joaquim Ferreira Alves Braga hob die gute Zusammenarbeit mit ihr hervor. Die neue städtische Gleichstellungsbeauftragte Sandra Werner wird die Koordinierung der Integrationsarbeit auch als Aufgabe mit übernehmen.

Zu den aktuellen Flüchtlingszahlen berichtete Diestelmeier, dass Wunstorf die Quote für 2018 erfüllt hat. Seit September weiß die Stadt, dass sie im nächsten Jahr 85 Menschen aufnehmen muss. Davon sind 17 bereits in Wunstorf angekommen, und derzeit sind 151 Unterkunftsplätze noch frei, vor allem im Großenheidorner Heim. „Wir werden also keine Engpässe bekommen“, betonte sie. Allerdings will die Stadt noch Wohnungen anmieten, um auch Familien ein Angebot machen zu können.

Weiterhin gibt es ein großes Angebot an unterschiedlichen Kursen, wobei einer zur Alphabetisierung jetzt endet und zwei Überbrückungskurse für Männer nicht mehr notwendig waren, weil die potentiellen Teilnehmer jetzt alle in den offiziellen Integrationskursen Plätze bekommen haben.

Weil der Integrationsbeirat das Rucksack-Projekt zur Sprachförderung im Stiftskindergarten zuletzt gefördert hat, nachdem die Unterstützung der Region ausgelaufen war, haben die Mitglieder jetzt einen Bericht darüber gehört. Derzeit treffen sich regelmäßig sieben Mütter mit ausländischen Wurzeln in einer Gruppe und erhalten Hilfen dabei, mit ihren Kindern die Inhalte des Kita-Alltags aufzubereiten. „Wir bin sehr dafür, dass es weiterläuft“, sagte Serife Kurtaran, die als Elternbegleiterin tätig ist. Beirat äußerte sich zumindest positiv über den Erfolg des Projekts.

Maurer verlässt Sitzung bei AfD-Anfragen

Klaus-Jürgen Maurer (FDP), der sich kürzlich schon kritisch über das Geschichtsbild der AfD geäußert hatte, hat die Sitzung beim letzten Punkt Anfragen demonstrativ verlassen, als AfD-Politiker Andreas Niepel sprach. Niepel forderte deutschsprachige Bezeichnungen für Flüchtlingsprojekte und schlug dann vor, nach dem Vorbild der Grüße zum muslimischen Ramadan auch der jüdischen Bevölkerung zum Lichterfest zu gratulieren, das am Montag begonnen hat. Mauer verwies nach der Sitzung auf einen Bericht, nach dem Gäste der AfD-Fraktionschefin im Bundestag, Alice Seidel, bei einem Besuch der KZ-Gedenkstätte in Oranienburg die NS-Verbrechen relativiert haben. „Herr Niepel versucht durch seine freundlich nette Geste, seinen parteipolitischen Hintergrund harmloser aussehen zu lassen. Sie wirkt als Geste der AfD wie Hohn auf die Opfer des Holocaust“ – auch wenn Niepel es möglicherweise ehrlich gemeint habe.

Von Sven Sokoll

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Ende des Kaliabbaus in Sigmundshall nehmen die Kirchengemeinden des Butteramts und Bokelohs Ortsbürgermeister Matthias Waterstadt zum Anlass für eine Prozession und einen Gottesdienst.

08.12.2018

Der Hagenburger Jörg Zwschetzsche soll für die CDU bei der Wahl des Samtgemeindebürgermeisters für Sachsenhagen antreten. Gewählt wird wohl gleichzeitig mit der Europawahl.

08.12.2018

Comedian Dittmar Bachmann holte Kollegen nach Wunstorf und im Ratskeller stieg das Stimmungsbarometer. Gemeinsam mit Thorsten Bär, Hans Gerzlich und Otto Kuhnle ließ er dort am Montag die Lachmuskeln beben.

07.12.2018