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Wunstorf Staub: K+S zahlt Entschädigungen
Umland Wunstorf Staub: K+S zahlt Entschädigungen
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16:33 10.08.2018
In der Straße An den Auewiesen ist am 28. Juli viel Staub von der benachbarten Kalihalde angekommen. Quelle: Sven Sokoll
Wunstorf

Nach größeren Staubverwehungen von der Abraumhalde ihres Kaliwerks Sigmundshall am 28. Juli hat K+S betroffenen Anliegern Entschädigungen angeboten. Im Ortsrat Mesmerode haben Vertreter auch vorgestellt, wie sie solche Ereignisse künftig verhindern wollen.

„Leider können wir die Halde nicht rund um die Uhr überall bewässern“, sagte Werksleiter Gereon Jochmaring. Deshalb konnte Wind an dem Tag zu trockenes Material aus dem unteren Bereich nahe der Rekal-Anlage aufwirbeln. Den 55 davon betroffenen Haushalten an den Straßen An den Auewiesen und Erich-Stürmer-Straße hat das Werk Entschädigungenszahlngen in Höhe von jeweils 150 Euro für den Reinigungsaufwand angeboten, die überwiegend auch schon akzeptiert wurden. „Ich kann nur um Entschuldigung bitten“, sagte Jochmaring im Ortsrat.

Wegen der Hitze hatten an dem Tag viele Fenstern und Türen offengestanden, um frische Luft ins Haus gelangen zu lassen –nun waren vielfach die Staubpartikel mit dabei. Eine Gesundheitsgefahr gehe von dem ungiftigen Staub aber nicht aus. Obst und Gemüse aus den Gärten könne abgespült auch verzehrt werden.

Gleich nach dem Vorfall hat das Werk weitere Beregungsanlagen auf der Halde aktiviert. Der Zeitplan für die Beregnung wurde angepasst und ein neues Kontrollsystem etabliert. Im Herbst soll die südliche Haldenseite für einen sechsstelligen Betrag auch noch mit einem Polymer-Gemisch überzogen werden, um die Oberfläche stabiler zu machen. In dem Bereich, der schon begrünt wird, wird auch eine neue Aussaat erfolgen, um diesen Prozess zu beschleunigen. Bei einem Abraummaterial, das anfangs zu 70 Prozent noch aus Salz besteht, dauert es aber immer eine Zeit, bis die Begrünung erfolgreich sein kann.

Ortsbürgermeister Ulrich Troschke (SPD) sagte dazu: „Ich freue mich, dass es die Entschädigungszahlungen gibt. Aber es ist Ihre Aufgabe, dass das Material auch künftig auf dem Berg bleib.“ Jochmaring betonte, dass alle Prozesse auch behördlich überwacht werden und die Abwehung ein Ausnahme-Ereignis gewesen sei. Er will sich weiter um gute Nachbarschaft bemühen.

Über die laufende Reduzierung der Mitarbeiterzahl für das Ende des Abbaus sagte Jochmaring: „Das ist sicherlich für viele eine schlimme Situation. Aber langsam geht die Stimmungslage wieder etwas aufwärts.“ Zuletzt habe es auch Gespräche über die Perspektiven einer Transfergesellschaft gegeben.

Votum für neue Feuerwache

Einstimmig hat der Ortsrat unterstützt, gegenüber der Kalihalde, südlich der Bokeloher Straße, den Flächennutzungsplan für den Bau einer neuen Feuerwache zu ändern. Diese soll auch die Bokeloher Ortsfeuerwehr künftig mit nutzen. In der Sitzung wurde aber deutlich, dass die Planungen noch am Anfang stehen und mit Baurecht frühestens Ende nächsten Jahres zu rechnen ist. Ein externes Architektenbüro soll beauftragt werden.

Heinz Widdel (CDU) fragte zwar, ob sich nicht fertige Konzepte von anderen Feuerwehrhäusern übernehmen lassen, doch das nicht rechteckige Grundstück, das die Stadt erworben hat, muss wohl recht individuell beplant werden. Widdel regte auch an, einige Wohngebäude gleich mit einzuplanen und wies auf die ungünstige Führung des Wegs hinter dem Wall hin, neben dem die Wache entsteht.

Ortsbürgermeister Ulrich Troschke (SPD) sagt aber, dass vor der Planung weiterer Wohngebiete eine Gesamtplanung der Stadt abgewartet werden solle. Unabhängig von der aktuellen Planung lasse sich der kritisierte Weg auch anders führen, ohne dass der Wall angegriffen werden müsse.

Von Sven Sokoll

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