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18:17 28.11.2014
Fachmännisch und behutsam verpacken Sandra Kilb und Dieter Thiele das Hemd ohne Naht für den Transport nach Braunschweig. Quelle: Winfried Gburek
Steinhude

Vor rund 300 Jahren wurde das Hemd ohne Naht vom 17-jährigen Johann Henrich Bühmann in Steinhude gewebt. „Bis heute ist völlig ungeklärt, wie es ihm möglich war, ein derartiges Hemd mit langen Ärmeln in einem Stück am Webstuhl zu weben“, sagt Museumsleiterin Sandra Kilb, die das Exponat gemeinsam mit dem Fördervereinsvorsitzenden Dieter Thiele nach Braunschweig gebracht hat. Restauratorin Eva Jordan Fahrbach, eine Mitarbeiterin des dortigen Herzog Anton Ulrich-Museums, nimmt die Spurensuche nach den Geheimnissen dieser Webkunst auf.

„Sie wird unter anderem diese besondere Textilarbeit vermessen, die Fadenverläufe begutachten, nach Fertigungstechniken forschen und entsprechende Dokumentationen erstellen“, kündigt Kilb an. Das Steinhuder Museum legt große Hoffnungen in diese Untersuchung. „Spannend wird es, ob es in drei Monaten darüber Antworten geben wird, wie der Webstuhl von Bühmann ausgesehen hat. Bisher haben wir dazu keinen Anhaltspunkt“, so die Museumsleiterin. Das Geheimnis habe Bühmann nie preisgegeben. Sicherlich aus Angst vor Konkurrenz, vermutet Kilb. Letztlich unklar sei auch, warum Bühmann diese hochqualifizierte Textilie geschaffen habe.

Eine „gewisse antike Rezeption“, lasse das Steinhuder Hemd ohne Naht erkennen. „Aber die antiken Hemden sahen der Überlieferung nach anders aus. Sie hatten keine Ärmel.“ Auch in der Bibel werde von Jesus berichtet, dass er ein Hemd ohne Naht getragen habe.

Antworten auf die vielen noch offenen Fragen, möchte das Museum gern im kommenden Jahr, mithilfe der Braunschweiger Restauratorin beantworten. „Dann wird es ein Textiljahr mit vielen Begleitveranstaltungen im Museum geben, bei dem das Steinhuder Hemd ohne Naht ganz neu präsentiert wird“, sagt Kilb.

Von Winfried Gburek

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