Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Heine stellt erste Messergebnisse zur Kranenburg vor
Umland Wunstorf Nachrichten Heine stellt erste Messergebnisse zur Kranenburg vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:37 15.10.2009
Von Jörg Rocktäschel
Archäologen suchen im Steinhuder Meer Reste der mittelalterlichen Kranenburg. Quelle: Decker (Archiv)

Heine vermutet, dass die Anlage auf einer Insel im See stand, zu der eine Brücke zum Ufer und ein Steg gehörten. Allerdings sei zu wenig darüber bekannt, wie das Steinhuder Meer, dessen Spiegel zwischen 1610 und 1620 stark angestiegen sein soll, vor rund 1000 Jahren ausgesehen hat. „Da müssen die Naturwissenschaftler ran“, sagte Heine. Ob die Burg tatsächlich die legendäre Kranenburg war, müsse weitere historische Quellenforschung klären.

Entdeckt wurden bei der Untersuchung regelmäßige linienförmige Strukturen sowie Steinblöcke. Diese könnten jedoch auch vom Bau des Wilhelmstein stammen. Damals seien einige Boote gesunken. Mauerreste wurden nicht gefunden. Zahlreiche Spuren von kleinen Pfählen in etwa fünf Metern Abstand hätten die Wissenschaftler irritiert. Diese könnten Überreste der Fischerei sein. Heine will dazu Fischer befragen. Zwar sei 1905 nach Pfahlbauten gesucht worden, die Forschung sei jedoch eingeschlafen.

Die geomagnetische Untersuchung, bei der Veränderungen des Magnetfelds festgestellt werden, die bei der Zersetzung des Holzes durch Bakterien entstehen, brachte in der ersten Auswertung noch keine deutlichen Ergebnisse. Zu viele Coladosen, Ankerketten und andere Metallreste hätten zu Störungen geführt.

Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt begrüßte, dass die Wissenschaft darangehe, die Geschichte Steinhudes zu entschlüsseln und ihr auf den Grund gehe. Der Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, Stefan Winghart, stellte in Aussicht, dass die Anlage innerhalb eines überregionalen Forschungsprojektes weiter erforscht werden könnte. Die gewonnene Erfahrung mit den neuen Untersuchungsmethoden, die noch nicht in flachen Gewässern erprobt worden waren, komme auf jeden Fall künftigen Projekten zugute.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!