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Umland Wunstorf Nachrichten Brieden spricht beim Forum über NS-Namen
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00:15 30.09.2017
Von Sven Sokoll
Am 8. September hat Hubert Brieden vom Arbeitskreis Regionalgeschichte noch die Oswald-Boelcke-Straße in Gernikastraße symbolisch umbenannt, jetzt hält er einen Vortrag beim Forum Stadtkirche. Quelle: Rita Nandy
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Wunstorf

Der Arbeitskreis und andere Kritiker hatten am 8. September, kurz nachdem auf dem Fliegerhorst der Gernika-Gedenkstein enthüllt wurde, zum wiederholten Mal die Oswald-Boelcke-Straße in Gernika-Straße symbolisch umbenannt. Nach ihrer Ansicht sollte mit dem Straßennamen 1936 das Jagdgeschwader Boelcke vom Fliegerhorst geehrt werden, aus dem unter anderem im Jahr darauf drei Besatzungen in der Legion Condor verheerende Angriffe im spanischen Bürgerkrieg auf das baskische Gernika flogen.

Die Forderung, die Oswald-Boelcke-Straße umzubenennen, ist bei der Stadt bisher auf keine große Resonanz gestoßen. Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt hatte Anfang des Monats darauf hingewiesen, dass der Flieger Boelcke als alleiniger Namenspatron nicht mit den nationalsozialistischen Verbrechen in Verbindung zu bringen und von daher nicht belastet sei. Er war im ersten Weltkrieg aktiv. Manfred Rasche vom Heimatverein, der sich auch mit dem Thema auseinandergesetzt hat, teilt diese Ansicht, würde sich aber zumindest ein entsprechendes Schild wünschen, das darauf hinweist.

In seinem Vortrag will Brieden sich aber auch mit der Hindenburgstraße beschäftigen, in die die Boelcke-Straße am Hölty-Gymnasium mündet. Die frühere Bahnhofstraße hatte den Namen im Mai 1933 erhalten, während die Südstraße nach Adolf Hitler und die Nordstraße nach Hermann Göring, einem seiner engsten Mitstreiter, benannt wurde. Nach dem Krieg wurden Hitler und Göring aus dem Straßenbild getilgt, doch Hindenburg, der als Reichspräsident Hitler ernannt hatte, durfte bleiben.

"Ist das heute noch legitim? Kann man Geschichte verändern, indem man Straßen umbenennt?", kündigt Andreas Varnholt vom Forum Stadtkirche als Fragen an, die die Diskussion am 5. Oktober unter anderem bestimmen sollen. Briedens Vortrag beginnt um 19.30 Uhr in der Stadtkirche.

Wechsel in der Kunstscheune: Auf Fotografien der Großenheidornerin Annett Ritter folgt eine Gemeinschaftsausstellung. Zwei Künstler mit Atelier in Bückeburg präsentieren vier Wochen lang unter dem Titel "Eigenart - Quo vadis" ihre Arbeiten. Die Vernissage am Freitag, 29. September, beginnt um 19 Uhr.

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