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Dorfhelferin ersetzt Mutter auf Zeit

Wunstorf Dorfhelferin ersetzt Mutter auf Zeit

Wenn Carolin Aumann vor der Tür steht, wird sie bereits sehnsüchtig erwartet. Die Dorfhelferin springt ein, wenn die Mutter krankheitsbedingt ausfällt. Für eine begrenzte Zeit kümmert sie sich um die Kinder, übernimmt den Haushalt oder pflegt in der Familie lebende ältere Menschen.

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Kuratoriumsvorsitzende Heike Schnepel (links) zeichnet Carolin Aumann für ihre 20-jährige Tätigkeit als Dorfhelferin aus.

Quelle: Rita Nandy

Mesmerode. Seit 20 Jahren ist die Mehrumerin für viele Frauen die Retterin in der Not. Dafür wurde sie von Heike Schnepel, Vorsitzende des Kuratoriums Burgdorf-Neustadt, ausgezeichnet. Wie wichtig diese Arbeit ist, weiß Schnepel aus eigener Erfahrung. "Ich habe in meinem Leben auch schon zehn bis zwölf Mal eine Dorfhelferin in Anspruch genommen. Deshalb engagiere ich mich ehrenamtlich."

Auch Stefanie Friedericke Rham, Mutter einer 15 Monate alten Tochter, freut sich nach ihrer ambulanten Operation über die Hilfe. "Frau Aumann ist immer dann gekommen, wenn mein Mann 24-Stunden-Dienst hatte." Dann begleitete sie beispielsweise die Tochter zum Kindergarten und übernahm das Bügeln und Putzen.

"Dreimal die Woche bin ich noch im Einsatz bei einer alleinstehenden alten Dame", erzählt die Dorfhelferin. Ihre Berufsbezeichnung täuscht. Längst ist die 41-Jährige nicht mehr, wie noch zu Beginn ihrer Tätigkeit, überwiegend in landwirtschaftlichen Familien tätig. "In diesem Jahr war ich das erste Mal wieder auf einem Hof." Dabei kennt sie sich mit der Arbeit dort gut aus, stammt auch aus einer Bauernfamilie mit Landwirtschaft und Viehhaltung.

Im vergangenen Jahr seien die drei Dorfhelferinnen ihres Einsatzgebietes 400 Tage in Familien und nur 20 auf einem Hof eingesetzt gewesen, erzählt Heike Schnepel. Auch müssten sie immer häufiger den fremden Haushalt schmeißen, weil die Mütter an psychischen Erkrankungen leiden. Und auch Trauerbegleitung spiele eine wichtige Rolle.

"Man muss sehr flexibel sein und sich immer wieder auf die Familien einlassen", sagt Aumann. Manchmal ist es auch gut zu wissen, dass der Einsatz zeitlich begrenzt ist. Eine Woche habe sie beispielsweise in einem Messiehaushalt aushelfen müssen. "Das war ziemlich heftig. Man weiß nie, was einen erwartet."

Diakonie beschäftigt Dorfhelferinnen

Drei professionell ausgebildete Dorfhelferinnen sind im Kuratorium Burgdorf-Neustadt, zu dem auch Wunstorf gehört, im Einsatz. Beschäftigt sind sie beim Evangelischen Dorfhelferinnenwerk Niedersachen, einer diakonischen Einrichtung. Der Einsatz wird unter bestimmten Bedingungen von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau sowie der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Es gelten beispielsweise Altersgrenzen für zu versorgende Kinder. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen finden sich auf der Internetseite des Evangelischen Dorfhelferinnenwerks Niedersachsen unter www.dhw-nds.de.

Gerade ist ein neuer Kurs zur Weiterbildung als Dorfhelferin gestartet. Dafür werden noch Hauswirtschafterinnen gesucht. Der Unterricht findet im Evangelischen Dorfhelferinnenseminar Loccum statt. Telefon (0 57 66) 72 74.

Von Rita Nandy

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