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Umland Wunstorf Nachrichten Nerze am Steinhuder Meer haben Junge
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22:19 11.06.2015
Von Bernd Haase
Die Nerzfähe läuft mit einem Jungtier im Maul durch die Fotofalle. Quelle: Handout
Wunstorf

Die Fotos vom Steinhuder Meer sind etwas dunkel, aber wenn man genau hinsieht, erblickt man etwas, was Naturschützer jubeln lässt. Ein Nerzweibchen trägt ein Jungtier im Maul, um es zu einem neuen Versteck zu transportieren. „Es handelt sich um die ersten Bilder aus Deutschland überhaupt, die im Freiland gezeugte und geborene europäische Nerze zeigen“, sagt Thomas Brandt, wissenschaftlicher Leiter der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM).

Europäische Nerze sind nicht mit den Minks zu verwechseln, wie sie in Pelztierfarmen gehalten werden. Die wild lebende, etwa eichhörnchengroße Marderart starb 1925 in Deutschland wegen Bejagung und Zerstörung der Lebensräume aus. Weltweit gilt sie immer noch als höchst bedroht und wird in dieselbe Kategorie eingestuft wie Nashörner und Gorillas.

Vor fünf Jahren startete am Steinhuder Meer ein Wiederansiedlungsprojekt, das die ÖSSM betreut. Etwa 20 europäische Nerze sind freigelassen worden. Dass sie sich in Sumpfflächen im Uferbereich von Niedersachsens größtem See wohlfühlen, wusste man, weil die Tiere mit kleinen Sendern markiert sind. Bisher fehlte aber der Beweis auf Fortpflanzung. „Wir hatten zunächst eine Wurfhöhle gefunden, aber das Gebiet weitläufig gemieden, um das Weibchen nicht zu stören“, sagt Projektkoordinatorin Eva Lüers. Stattdessen installierte sie Fotofallen, also selbstauslösende Kameras, die auf Bewegung reagieren. Der Hintergedanke dabei: Nerze wechseln mit Jungtieren häufiger ihr Versteck. Die Bilder beweisen, dass das Weibchen mindestens drei Jungtiere betreut.

Ob das Projekt am Steinhuder Meer langfristig von Erfolg gekrönt sein wird, steht laut Brandt noch nicht fest: „Es gibt Chancen, aber man braucht einen langen Atem. Eine Tierart auszurotten geht oft schneller, als sie dann wieder anzusiedeln.“

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