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18:34 05.10.2014
Experte Thomas Dahl begutachtet und schätzt Käthe-Kruse-Puppen in den Steinhuder Museen.Lütjens (2) Quelle: Lütjens
Wunstorf

Dort war Thomas Dahl im Begleitprogramm zur laufenden Puppenausstellung zu Gast. Er gilt als Institution, ist anerkannter Experte und Sachverständiger für Puppen, geschickter Puppendoktor, Käthe-Kruse-Fachmann und Kenner der Szene. Seit vielen Jahren betreibt Dahl in Bonn sein Puppengeschäft mit -klinik. Im Museum war er vor allem als Schätzer gefragt. Gebannt hörten ihm die Puppenfreunde zu, wenn er sein umfangreiches Wissen über jede einzelne Puppe preisgab.

Manchmal steckt auch eine Geschichte dahinter wie bei Adelheid Duvenkamp. Sie bekam die mehr als 100 Jahre alte Feodora-Puppe von ihrer Mutter. Die wiederum hatte sie 1915 von ihrem Bruder geschenkt bekommen. Der damals 14-Jährige hatte sie von einem jungen Paar als Dank für eine Gefälligkeit erhalten. Der junge Mann fiel im Krieg, daher gibt Adelheid Duvenkamp die Puppe nicht weg.

Andere Puppenmütter ließen ihre „Kinder“ schätzen, um sie zu verkaufen. Das kommt für eine Sammlerin, die aus Angst vor Einbrüchen ihren Namen nicht nennen wollte, gar nicht infrage. Verständlich, denn ihre Käthe-Kruse-Puppe Max schätzte Dahl auf einen Wert von 3600 Euro. Die mehr als 100 Jahre alte Puppe ist nach dem jüngsten Kind Kruses, dem heute 93-jährigen Kinderbuchautoren Max Kruse, benannt.

Museumsleiterin Sandra Kilb zeigte sich mit der Resonanz auf das Sammlertreffen zufrieden. Rund 150 Gäste wertete sie als Erfolg. Die Sonderausstellung „Käthe Kruse und ihre Kinder“ ist noch bis Sonntag, 2. November, dienstags bis sonntags von 13 bis 17 Uhr zu sehen. Am Sonntag, 12. Oktober, gibt es einen Modellierworkshop mit Fimo im Museum.

Puppen mit Philosophie

Der Wunsch von Katharina (Käthe) Kruses dreijähriger Tochter Sophie nach einer Puppe und die Äußerung ihres Mannes Max, eines bekannten Bildhauers, dass er die damals gängigen Porzellanpuppen scheußlich fand und sie selbst welche machen sollte, begründeten 1905 die Geschichte der berühmten Stoffpuppen und des Unternehmens. Dahinter steckt eine Philosophie. Kruse wollte eine Puppe schaffen, die belastbar, beweglich und von hoher Qualität war. Ihre Puppen sollten ein Kind Tag und Nacht begleiten und dessen Fantasie anregen. Die mit Reh- oder Rentierhaar gestopften Körper gaben den Kindern ein weiches, warmes und wohliges Gefühl. Die Gesichter haben keinen festgelegten Ausdruck. Die Bekleidung ist Zeugnis ihrer jeweiligen Zeit, spiegelt daher die Entwicklung eines Kindes und seine gesellschaftliche Wahrnehmung wieder. In die Entwicklung der Puppen bezog Kruse auch ihre künstlerisch begabten Kinder ein. Sie gilt als eine der ersten emanzipierten Frauen und Unternehmerinnen des frühen 20. Jahrhunderts.

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