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Mehr als 250 Eingaben zum Bahnlärm

Wunstorf Mehr als 250 Eingaben zum Bahnlärm

Für manchen hört es sich an, als ob die Güterzüge direkt durch den Garten fahren - auch wenn die Bahnstrecke durchaus einige Hundert Meter entfernt ist. Eine neue Diskussion über Bahnlärm stößt in Wunstorf auf rege Beteiligung: Mehr als 250 Eingaben aus dem Stadtgebiet hat die Bahn registriert.

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Zahlreiche Anwohner der Bahnlinie durch Wunstorf klagen über Lärmbelastung.

Quelle: Kathrin Götze

Wunstorf. Hintergrund ist der so genannte Lärm-Aktionsplan der Bahn, der alle fünf jahre aktualisiert wird. In regelmäßigen Abständen werden die Bürger aufgerufen, sich zu kritischen Orten und Entwicklungen zu äußern. "Wunstorf gehört zu den sechs am meisten von Schienenlärm betroffenen Städten bundesweit", sagt Baureferatsleiter Robert Lehmann.

Die Stadtverwaltung versuche über alle Kanäle, dagegen anzugehen, zumal jetzt die Ertüchtigung der strecke gen Bremen für noch mehr Güterverkehr geplant ist. Und die Bürger machen mit: "Wir haben aktuell 269 Eingaben vorliegen", sagt Lehmann. Einzig die Nachbarstadt Seelze weise eine stärkere Bürgerbeteiligung zum Thema auf.

Betroffen sind die Kernstadt, Luthe und Blumenau. Dabei liegen die neuralgischen Punkte oft nicht direkt an den Bahnstrecken. Denn dort wirkt der Schutz von Lärmschutzwänden und -wällen. Doch in weiterer Entfernung kommt der Lärm an. Das berichtet zum Beispiel Erich Harms aus Luthe. Der ehemalige Ortsbürgermeister hat in seiner Apotheke zuletzt zwischen 50 und 60 schriftliche Eingaben von Dorfbewohnern eingesammelt.

"Die meisten kommen aus dem Gebiet um die Kleine Heide, zwischen Adlerhorst und Parkstraße." Auch Harms hat mal dort gewohnt, wie er berichtet. "Mich hat das nicht so sehr gestört, aber bei passender Windrichtung musste man Gespräche abends auf der Terrasse erstmal unterbrechen, wenn ein Zug vorbeikam", sagt er. Und wer bei offenem Fenster schläft, habe hin und wieder das Gefühl, dass die Güterzüge direkt durchs Schlafzimmer führen.

Kernstadt-Ortsbürgermeister Thomas Silbermann berichtet, dass ihm besonders aus dem Düendorfer Weg, der Bereich Mühlenkampstraße und der Oststadt Beschwerden zu Ohren gekommen sind. "Und das direkte Bahnhofsumfeld ist natürlich betroffen."

Wer es genau wissen möchte, kann eine interaktive Karte unter https://www.laermaktionsplanung-schiene.de/eisenbahnbundesamt/de/mapsurvey/50336 öffnen: Je weiter man hineinzoomt, desto detaillierter die Angaben über Zahl und Inhalt der Beschwerden. 100 Eingaben kamen demnach aus dem Bereich Oststadt/Blumenau, 105 aus Luthe und dem Bahnhofsbereich. Auch im Südwesten der Kernstadt, am Gleis Richtung Haste, gibt es Beschwerden: Von dort stammen immerhin 63 Eingaben. 

Was es bringt? Hoffnung auf einen baldigen Ausbau macht sich Lehmann nicht: "Hier ist ja 2011 und 2014 gebaut worden, ich schätze, erstmal sind nun andere dran", sagt er. Aber man müsse den Bedarf dennoch regelmäßig anmelden, sonst werde man nicht gehört.

Nächste Beteiligungsrunde beginnt im Januar

Unter www.laermaktionsplanung-schiene.de ist eine Registrierung möglich, um einen dort bereit gestellten Fragebogen auszufüllen und auch, um den kostenlosen Newsletter zu bestellen. Anfang 2018 wird dann ein erster Lärmaktionsplan veröffentlicht, der die Situation an den Haupteisenbahnstrecken des Bundes beschreibt.

Anschließend können sich in einer zweiten Phase auch wieder Wunstorfer zu Wort melden. Eine weitere Öffentlichkeitsbeteiligung ist für 24. Januar bis 7. März 2018 geplant. Eine überarbeitete Version des Lärmaktionsplanes soll Mitte 2018 erscheinen. Fünf Jahre später ist eine Aktualisierung vorgesehen. nan/göt

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