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Nachrichten Kita-Praktikant soll sich auch im Sportverein an Kindern vergangen haben
Umland Wunstorf Nachrichten Kita-Praktikant soll sich auch im Sportverein an Kindern vergangen haben
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00:46 10.06.2018
Der junge Mann, der sich in einer KiTa in Wunstorf-Bokeloh an Kindern vergangen haben soll, soll ähnliche Taten auch in einem Sportverein verübt haben. Quelle: Symbol
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Hannover


Der Fall des Kita-Praktikanten, der seit Februar in Untersuchungshaft sitzt, weil er sich in einer Einrichtung in Wunstorf-Bokeloh an Kindern vergangen haben soll, zieht weitere Kreise. Wie die Staatsanwaltschaft auf HAZ-Anfrage bestätigte, sind inzwischen nicht 14 sondern sogar 17 Taten angeklagt – sechs davon soll er als Jugendtrainer in einem Sportverein verübt haben.

Weitere zehn sexuelle Übergriffe soll es in der vom Deutschen Roten Kreuz getragenen Kita in Bokeloh gegeben haben. „Ein weiterer Vorfall soll sich zwischen Januar und Juli 2016 in einer Familie zugetragen haben“, sagt Hannovers Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Zudem gibt es noch weitere Verdachtsfälle, die nicht in der Anklageschrift auftauchen, weil der Nachweis nur schwer zu führen war. So haben sich nach HAZ-Informationen mehrere Kinder zwar ihren Eltern anvertraut, vor der Polizei ihre Aussage, aus verschiedenen Gründen, allerdings nicht wiederholt. Der 19-Jährige, der sich nach Informationen dieser Zeitung selbst als pädophil einstuft, soll sich sowohl an Jungen als auch an Mädchen vergangen haben. Kinderpornografisches Material ist bei der Durchsuchung seiner Wohnung allerdings nicht sichergestellt worden.

Der Fall war Anfang Februar an die Öffentlichkeit gelangt. Betroffene Eltern der Einrichtung in Bokeloh hatten sich an die Polizei gewandt und Strafanzeige erstattet. Der junge Mann hatte das Praktikum im Rahmen seiner Ausbildung zwischen Oktober 2017 und Januar 2018 bei der Einrichtung absolviert. Die Kita unterhält eine Krippen-, zwei Kindergärten- und eine Hortgruppe mit insgesamt rund 85 Kindern.

Der Vorfall weckt Erinnerungen an die massiven Missbräuche in einer Lindener Kita vor 13 Jahren. Dort hatte ein damals 32-Jähriger in 240 Fällen Kinder missbraucht. Er wurde zu sechs Jahren Gefängnis und lebenslangem Berufsverbot verurteilt.

Von Tobias Morchner

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