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Wunstorf Sigmundshall: Behörden sichern Hilfe zu
Umland Wunstorf Sigmundshall: Behörden sichern Hilfe zu
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17:57 25.07.2018
Das Kali-Bergwerk Sigmundshall schließt. Rund 500 Beschäftige werden wechseln, in Rente gehen oder gekündigt. 220 sollen in Bokeloh bleiben dürfen. Quelle: dpa
Bokeloh/Wunstorf

Stadt Wunstorf, Region Hannover und Agentur für Arbeit signalisieren breite Unterstützung für Bergleute aus Bokeloh. Alle beratenden Behörden kennen das Thema Schließung und haben entweder Kontakt mit der Geschäftsführung oder mit ersten Beschäftigten.

Mit dem Besuch der drei SPD-Politikerinnen Caren Marks (Bundestag), Wiebke Osigus (Landtag) und Kirsten Riedel (Wunstorf) Anfang dieser Woche beim Betriebsrat von Sigmundshall hatte das Thema Werksschließung öffentlich die politische Bühne erreicht. Dem einen Leser erschien das gestern zu spät, der andere Leser unterstellt jetzt „Pofilierung der Politik auf Kosten der Beschäftigten“. Fakt ist, dass Politik, Stadt Wunstorf, Region Hannover und Arbeitsagentur erst jetzt auf die Bildfläche kommen, weil bisher überhaupt nicht klar gewesen ist, wie der Fahrplan aussieht und wann welche Personalentscheidungen fallen. Erst wenn die Mitarbeiter ihre Schreiben erhalten, zeichnet sich langsam ein Bild davon ab, wer am Ende seinen Job verliert. Außerdem hatte der Betriebsrat im Interesse der Kollegen und der Verhandlungen keinen öffentlichen Krawall schlagen wollen. „Wir wollten und wollen gute Ergebnisse“, sagt Betriebsratsvorsitzende Annegret Brandes.

Stadt: Wenn die Bergleute Beratung brauchen, sind wir da

Wunstorfs Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt lädt den Betriebsrat ein, um zu fragen, „was wir als Stadt tun können und wo die Probleme liegen“, sagt Stadtsprecher Alexander Stockum. Die Stadt habe nur Scharnierfunktion zwischen den Behörden. Sie könne vermitteln, aber selbst wenig tun. „Entscheidend werden vermutlich die Einzelgespräche der Sigmundshaller mit der Agentur für Arbeit“, sagt Stockum. „Wenn die Bergleute Beratung brauchen, sind wir da.“

Region: Wir haben ein ausgezeichnetes Netzwerk

Ähnlich äußerte sich die Region Hannover gestern. „Wir beobachten die Entwicklung seit Wochen“, sagt Sprecherin Sonja Wendt, „können im Moment aber nichts tun. Bis jetzt sind das innerbetriebliche Prozesse.“ Regionspräsident Hauke Jagau habe am Mittwoch ein Schreiben an K+S-Werksleiter Gereon Jochmaring aufgesetzt und um einen Austausch gebeten. Die Region verfüge über eine schlagkräftige Abteilung Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung sowie ein ausgezeichnetes Netzwerk, um gekündigten Mitarbeitern helfen zu können. „Wir brauchen jetzt den Austausch zwischen K+S und unserer Beschäftigungsförderung“, sagte Wendt, „das wäre der erste Schritt.“

Agentur: Wir schöpfen die Möglichkeiten aus

Ihren ersten Schritt in Richtung Agentur für Arbeit sind einige der 300 von Kündigung bedrohten K+S-Mitarbeiter schon gegangen. Sie haben sich über ihre Chancen am Arbeitsmarkt und die Regularien informiert, die zu beachten sind. „Die ersten sind da, wir reden in der Agentur seit drei bis vier Jahren immer wieder mal über das Thema, jetzt wird es konkret“, sagt Agentursprecher Holger Habenicht am Mittwoch.

Die Agentur werde ihre Möglichkeiten der Qualifizierung, Umschulung, Vermittlung und Fortbildung ausschöpfen, sagt Habenicht. Sie erhalte von K+S eine Übersicht über alle gekündigten Mitarbeiter mit Lohngruppe und Qualifikation. „Sobald wir das haben, können wir loslegen“, sagt Habenicht und betont, dass die persönliche Initiative der Kumpel entscheidend ist. Grundsätzlich: Wer älter ist als 60 Jahre, werde vermutlich schwer zu vermitteln sein. Und wer Bergmann ist, könne nicht damit rechnen, wieder eine Stelle als Bergmann zu finden. „Es hängt viel von der Bereitschaft und Flexibilität der Bergleute ab“, sagt Habenicht. Jeder Sigmundshaller könne sich jederzeit in seiner Agentur für eine Beratung melden, auch ohne Kündigung in der Hand.

Am frühen Mittwochnachmittag wurde bekannt, dass das Einigungsverfahren über den Sozialplan beendet ist. Ergebnisse dürfen Konzern und Betriebsrat erst am Donnerstag veröffentlichen.

Von Markus Holz

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