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Wunstorf Kriminalstatistik: Polizei klärt besonders viele Fälle auf
Umland Wunstorf Kriminalstatistik: Polizei klärt besonders viele Fälle auf
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14:14 15.03.2019
Wechsel in der Führung der Wunstorfer Polizei (von links): Kommissariatsleiter Thomas Broich, der künftige KED-Leiter Thorsten Bösert, sein Vorgänger Michael Fieber und Rüdiger Wloka, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes. Quelle: Sven Sokoll
Wunstorf

Die Polizei hat im vergangenen Jahr nach 2350 Straftaten ermitteln müssen, das waren fast fünf Prozent Fälle weniger als im Vorjahr. Ein Grund sind zurückgehende Diebstahlzahlen. Gleichzeitig konnten die Ermittler fast 65 Prozent aller Fälle aufklären, was ebenfalls ein besseres Bild als 2017 abgibt. Im Vergleich mit den vergangenen fünf Jahren ist das sogar ein Höchstwert. Trotzdem ist das Kommissariat sich bewusst, dass die Beamten die Hände nicht in den Schoß legen dürfen. „Ihr Sicherheitsgefühl machen Bürger ja oft an bestimmten Deliktsbereichen fest“, sagte Michael Fieber, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes, als er am Freitag die Kriminalstatistik vorstellte.

Eine dieser sensiblen Taten sind Wohnungseinbrüche, von denen die Polizisten mit 65 beachtliche 40 weniger als im Jahr zuvor registrierten. „Für eine Stadt wie Wunstorf ist das aber eigentlich immer noch zu viel“, betonte Fieber. Beachtlich war aber, dass die Täter bei jedem zweiten Mal nicht über einen Versuch hinauskamen. „Das ist ein Zeichen dafür, dass die technische Prävention Erfolge zeigt“, sagte Kommissariatsleiter Thomas Broich. Informationen dazu gibt es unter www.zuhause-sicher.de.

170 Fahrräder sind gestohlen worden, 48 weniger als 2017. Die Polizei will in diesem Jahr die Aufräumaktion mit der Stadt an den Fahrradständern rund um den Bahnhof wiederholen und auch Kodieraktionen anbieten.

Bei Gewalt innerhalb der eigenen vier Wände hat die Polizei nach 111 Straftaten ermittelt, was viel Zeit kostet. Denn 50 davon sind in Familien geschehen, die nicht aus Deutschland kommen und mit denen die Beamten sich oft nur schwer verständigen konnten.

Bei falschen Polizisten sind viele misstrauisch

Nach einem Ausreißer nach oben im vergangenen Jahr haben die Beamten wieder etwas seltener mit Drogendelikten zu tun gehabt. Als Trend zeigte sich dabei aber, dass die Täter die Ausgangsstoffe häufiger in kleinem Stil selbst anbauen.

Einen hohen Anteil haben Betrug und ähnliche Straftaten, die allerdings leicht auf 483 Fälle zurückgegangen sind. Serien wie eine von betrügerisch verkauften Gutscheinen und Reisen, die die Beamten aktuell bearbeiten, können die Zahlen aber schnell wieder nach oben treiben. Immerhin können die Ermittler in diesem Sektor rund 84 Prozent der Taten aufklären.

Positiv bemerkt Broich, dass die berechtigten Warnungen vor falschen Polizeibeamten am Telefon offenbar gefruchtet haben: „Die Leute sind sehr sensibel geworden und beenden solche Gespräche meist schnell“, sagte er. Allerdings geht Fieber von einer hohen Dunkelziffer aus: „Viele älteren Leute schämen sich, wenn sie einem Betrüger höhere Summen von Geld gegeben haben, und melden sich deshalb nicht.“ Über dieses Thema will die Polizei deshalb auch beim Wunstorfer Wirtschaftswochenende (Wuwiwo) am 30. und 31. März informieren.

Alle aktuellen Polizeimeldungen aus Wunstorf lesen sie hier.

Fieber stellte seinen letzten Bericht vor

Von einem „emotionalen Moment“ hat Kommissariatsleiter Thomas Broich gesprochen: Nach 23 Jahren in der Funktion hat Michael Fieber zum letzten Mal als Chef des Kriminalermittlungsdienstes eine Jahresstatistik vorgestellt. Am Monatsende wird er in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger war am Freitag auch dabei: Thorsten Bösert ist Wunstorfer und freut sich, erstmals in seiner Heimatstadt bei der Polizei arbeiten zu können. Der 55-Jährige war bisher als Personaldezernent im Stab der Polizeidirektion tätig. Zuvor hat er unterschiedliche Stationen bei Schutz- und Kriminalpolizei gehabt.

Von Sven Sokoll

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