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Chancen und Risiken des digitalen Nachlasses

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19:17 16.08.2019
Digitaler Nachlass
Angehörige und Erben sollten sich genau über die Aktivitäten des Verstorbenen im Internet informieren. Quelle: iStockphoto.com/anyaberkut

Im Netz bleiben viele Daten zurück, wenn jemand stirbt. Dabei geht es um E-Mails, soziale Netzwerke und Cloud-Dienste. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) ist der digitale Nachlass wie das Erbe von Gegenständen zu behandeln. Das bedeutet: Alle Rechte und Pflichten des Verstorbenen an Onlinediensten gehen auf die Erben über. Sie können über alle persönlichen Daten des Verstorbenen in E-Mail-Diensten und über seine Konten in sozialen Netzwerken verfügen.
Für die Angehörigen oder Erben beginnt oft eine Suche nach den Konten, Zugangsdaten, laufenden Verträgen, Abonnements oder kostenpflichtigen Mitgliedschaften. Das kann teuer werden oder kann auch Geld einbringen – beim digitalen Nachlass ist beides möglich. Angehörige müssen sich über die Aktivitäten des Verstorbenen im Internet informieren. Existiert zum Beispiel ein Paypal-Konto mit einem Guthaben? Wurden Bonusprogramme wie Payback oder Miles & More genutzt und vielleicht bei fotolia Credits gekauft oder beim Onlinepoker ein Guthaben auf das Konto geladen? So könnte viel Geld verloren gehen.
Auch aufgebaute Spielfiguren in einem Onlinespiel haben einen Wert. Gibt es eventuell digitale Bibliotheken bei Amazon? Und existieren Verträge über angelegte Domains mit wertvollem Namen, die sich andere sichern wollen und bereit sind, dafür viel Geld zu zahlen? Deshalb ist es wichtig, dass sich jeder schon zu Lebzeiten darum kümmert und alles in vertrauensvolle Hände legt. Wer erbt, sollte grundsätzlich erst einmal sehen, was möglich ist, und zum Beispiel eine Domain nicht gleich verkaufen.
Verbraucherschützer raten, sich mit dem digitalen Nachlass rechtzeitig zu befassen.

Die Verbraucherzentrale zum Beispiel bietet Informationen und gibt Tipps zu diesem Thema unter www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/datenschutz.