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Spielzeit Juni 2019 Dem Mythos auf der Spur
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Dem Mythos auf der Spur

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10:27 05.06.2019
Liebe, Leidenschaft  und Tod: Das Bild von Carmen hat viele Facetten. Quelle: Iris Feise

Carmen war eine selbstbewusste, freiheitsliebende Frau, sie war sicher viel zu selbstbewusst für ihre Zeit“, vermutet Mónica García Vicente. „Niemand hat sie damals verstanden.“ In ihrer Performance „Hablando de Carmen/Sprechen über Carmen“ nähert sich die in Spanien geborene Tänzerin und Choreografin dem Mythos einer berühmten Opernfigur. Die gleichnamige Oper von Georges Bizet nach der Novelle von Prosper Mérimée wurde 1875 in Paris uraufgeführt und gehört bis heute zu den meistgespielten Werken des Opernrepertoires.
Ein Spiel von Liebe und Tod, Freiheit und Leidenschaft, Eifersucht und Begehren. Eine Geschichte ohne Happy End. „Wir machen keine Neuinszenierung der Oper. Im Gegenteil: Wir wollen das Klischee dekonstruieren“, betont die Künstlerin, die elf Jahre als Tänzerin im Ensemble von Ballett-Direktor Jörg Mannes engagiert war und dort inzwischen Bewegungscoaching anbietet. Eine Aufgabe, die sie auch unter dem künftigen Ballett-Chef Marco Goecke übernehmen wird. „Das freut mich sehr, denn die Staatsoper Hannover ist mein künstlerisches Zuhause.“ Mónica García Vicente ist aber auch als Choreografin und Performerin in der freien Szene aktiv. Jüngst erst präsentierte sie gemeinsam mit Jürgen Morgenstern-Feise die Performance „Das weiße Blatt“. Der Musiker sorgt auch für das Klanggerüst im Carmen-Projekt. Im Dialog mit den Tänzerinnen und Tänzern sowie mit Zitaten von Prosper Mérimée und eigenen Texten entwickelt das Ensemble ein facettenreiches Bild von Carmen. „Was heißt es heute eigentlich, ein Mann zu sein oder eine Frau? Auch das interessiert uns am Beispiel dieser Figur.“
Mónica García Vicente wird in dieser Produktion nicht selbst auf der Bühne stehen, und auch in Zukunft will sie vor allem als Choreografin arbeiten. An Ideen fehlt es ihr nicht. „Es gibt so viele tolle Geschichten von Frauen. Ich denke an die in Hannover geborene Ausdruckstänzerin Mary Wigman oder an Frida Kahlo. Sie konnte sich kaum bewegen. Aber ihre Bilder strahlen umso mehr Energie und Bewegung aus.“  Dz

Premiere ist am 15. Juni,  20 Uhr. Karten unter (05 11) 81 63 53. Am 31. August,  14 Uhr, steigt das Sommerfest in der Eisfabrik.

Im Krieg

Mit „Kosa La Vita – Kriegsverbrechen“ beschäftigt sich die Performance von Flinn Works & Quartett plus 1 am 27. und 28. Juni (jeweils 20 Uhr) bei Commedia Futura in der Eisfabrik. In dieser Produktion werden die Grenzen der globalen Rechtsprechung mit den Mitteln des dokumentarischen Musiktheaters untersucht. Wurden von Deutschland aus per E-Mail und SMS die Kriegsverbrechen im Ostkongo begangen? In einem zermürbenden Prozess  wurde dies  vor Gericht in Stuttgart verhandelt. Lässt sich die Wahrheit über einen 6000 Kilometer entfernten Konflikt in einem deutschen Gerichtssaal überhaupt ergründen? Mit Streichinstrumenten und Gerichtsdokumenten erzeugen fünf Performerinnen und Performer ein fragmentarisches Echo.

Karten unter (0511)  81 63 53.

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