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Spielzeit Juni 2019 Der Sound der Freiheit
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Der Sound der Freiheit

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10:45 05.06.2019
Treffpunkt Theater: Die freie Szene setzt eigene Akzente. Quelle: Jonas Vietzke

Subkultur meets Bildungsbürgertum“ – mit diesem Slogan geht das Theater an der Glocksee nach der Sommerpause an den Start. „Für mich ist es ein Forschungsprojekt. Wir wollen den intellektuellen Gehalt des Werkes durchdringen und dabei den Bauchaspekt nicht ausblenden. Dafür sorgt bei uns eine Punkrockband“, skizziert die Theateraktivistin Lena Kußmann das neue Stück, die chorisch-rhythmische Sprechkomposition „Hannah und der Punk oder Wie geht Freiheit?“ nach Texten der in Hannover geborenen Philosophin Hannah Arendt. Am 11. Oktober wird das politische Bühnenexperiment unter ihrer Regie im Theater an der Glocksee Premiere feiern. „Als ich den Essay ‚Die Freiheit, frei zu sein‘, aus dem Nachlass von Hannah Arendt gelesen habe, der im vergangenen Jahr erschienen ist, war ich davon so berührt, dass ich den Stoff unbedingt auf die Bühne bringen wollte.“
Weil es aber schwierig ist, die philosophischen Texte der politischen Theoretikerin sinnlich aufzubereiten, steuert die hannoversche Punk-Rock-Band Kassandra den Sound der Freiheit bei. Dabei werden neben der aus Brasilien stammenden Schauspielerin und Bandleaderin Kassandra Speltri drei weitere Performerinnen auf der Bühne stehen, die nicht nur Schauspielerinnen sind, sondern auch Musikerinnen. „Vielleicht können wir in der theatralen Umsetzung auch die Ebenen wechseln.“ Die Proben beginnen im September, noch vor der Sommerpause formiert sich das Team, das international verwurzelt ist. Um Hannah Arendt geht es auch im Theater im Pavillon. Während der „Hannah-Arendt-Tage“ vom 22. bis 27. Oktober gastiert dort das Agora-Theater aus Belgien mit der Inszenierung „Hannah Arendt auf der Bühne“ für Kinder ab acht Jahren. In der Theaterwerkstatt hat das Kinder- und Jugendstück „Die heimliche Insel“ von Horst Hawemann am 19. Oktober Premiere. Im Kindertheaterhaus stehen im Herbst zwei neue Stücke auf dem Spielplan, „Das Austauschhuhn“ von der erfolgreichen Kindertheaterautorin Gertrud Pigor („Hund.Katz.Rabatz“) und „Das große Heft“ nach dem Roman von Agota Kristóf für Jugendliche, in Szene gesetzt von Klecks-Chef Harald Schandry.
Ende November begibt sich das Theater an der Glocksee aufs Tanzparkett: „Was du nicht sagst“ ist diese „gesellschaftspolitische Tanzstunde“ unter der Regie von Jonas Vietzke überschrieben, die sich an den Regeln auf der Tanzfläche orientiert. Das Tanzstunden-Setting für drei Performerinnen und Performer liefert den Rahmen für einen humorvollen Blick auf die oft hysterisch geführten gesellschaftspolitischen Debatten im Netz – und analog, verrät Vietzke: „Wie gehen wir heute eigentlich miteinander um, was sollen die digitalen Shitstorms, und was genau heißt eigentlich Political Correctness?“ Ein beschwingter „Gesellschaftstanz“ nach den Benimmregeln der guten alten Tanzschule könnte dabei helfen, eine neue Diskurs-Kultur zu finden. Let’s dance! Getanzt wird natürlich auch in der Eisfabrik. Commedia Futura präsentiert im Herbst das multimediale Theaterstück „Endless Poetry“ nach Motiven des chilenischen Filmemachers Alejandro Jodorowski. Und am 12. Dezember hat das neue Stück von Landerer&Company „Inside/Out“ in der Eisfabrik Premiere, eine Choreografie von Simone Deriu und Jessica van Rüschen. Dz

Mehr zum Herbst-Programm der FTH unter www.freies-theater-hannover.de.

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