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Spielzeit Juni 2019 Ein Pferd mit Theater im Blut
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Ein Pferd mit Theater im Blut

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09:59 05.06.2019
Laetitia Dosch mit Corazón im Stück „HATE“. Quelle: Dorothee Filliger

Wie würden Sie Corazóns Persönlichkeit beschreiben?
Corazón ist ein etwas introvertiertes, von der Vernunft geleitetes Pferd, das in der Interaktion mit Menschen alles richtig machen möchte. Er macht die Schotten dicht, wenn er etwas nicht versteht, und wirkt wie befreit, spielt rum und wird sogar frech, wenn er Vertrauen fasst.

Wie spricht man denn mit einem Pferd?
Man spricht mit dem Körper, nicht nur mit der Stimme. Pferde kommunizieren untereinander über Körpersprache. Man muss ganz im Hier und Jetzt sein, sich Zeit lassen und sich gegenseitig beobachten. Dann kann man über bestimmte Codes eine gemeinsame Sprache erfinden. Wenn das funktioniert, kann man mit diesen Zeichen spielen oder andere erfinden – Belohnungen ermutigen. Wir haben unendliche Möglichkeiten.

Wie suchen Sie die Tiere aus, mit denen Sie arbeiten?
Laetitia Dosch, die Schauspielerin aus „HATE“, hat verschiedene unserer Pferde kennengelernt, Corazón ist es dann geworden. Die beiden vertrauen einander. Außerdem ist da eine besondere Energie, die sich aus der Beziehung zueinander ergibt und aus der Art und Weise, wie sie zusammen improvisieren. Wir suchen uns die Tiere nicht wirklich aus, mit denen wir arbeiten und zusammenleben, sie kommen zu uns. Oft sind es Tiere, die wir retten.

Mögen Tiere es überhaupt, auf der Bühne zu sein?
Wenn sie sich wohlfühlen und nicht gestresst sind, mögen sie es sehr. Damit das passiert, muss man aufhören, sie dressieren zu wollen, und ihnen Freiheit geben. Roméro (Corazóns Reisegefährte) und Corazón lieben es, auf der Bühne zu stehen. Sie erkennen das „HATE“-Team wieder und machen das von Herzen gern.

Worauf sollte man achten, wenn man eine Vorstellung von „HATE“ besucht?
Wenn Sie den Aufführungsraum betreten, sprechen Sie bitte nicht und machen Sie keinen Lärm, das Pferd ist dann schon auf der Bühne. Für mich hat das was vom Betreten eines heiligen Ortes ... Und bitte keinesfalls mit dem Pferd interagieren!

Premiere am 29. Juni, 19 Uhr.
Aus dem Französischen übersetzt von Martine Dennewald.

Die Pferdetrainerin

Judith Zagury studierte Dramaturgie an der Universität Lausanne. Ihre Ausbildung zum Pferdecoach machte sie bei Michel Henriquet, sie studierte Ethologie und Pferdeverhaltenstherapie am Schweizer Nationalgestüt und an der Universität Rennes. 2002 gründete sie „ShanJu“, den Ausbildungs- und Vermittlungsort für ethisch fundiertes Theater mit Tieren. Sie leitet zurzeit ein theatrales Rechercheprojekt zur Beziehung von Mensch und Tier.

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