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Spielzeit Juni 2019 Im letzten großen Knall untergehen
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Im letzten großen Knall untergehen

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08:48 05.06.2019
Burn, baby, burn! Quelle: Katrin Ribbe

„Fired!“: Der Abschied

Am 15. Juni bricht um 18 Uhr mit „Rotkäppchen und der Wolf: Ein Drama“ der letzte Abend an. Im Anschluss an die Vorstellung heizen die Dead Brothers und Pollyester mit einem Song- und DJ-Set richtig ein und laden zum letzten Tanz: „Fired!“ Im Theaterhof und in der Galerie darf bis in den nächsten Morgen hinein getanzt werden, denn: „It’s better to burn out than to fade away!“

Jonas Steglich setzt sich in „Sprit! Ein Cocktail“ mit Alkoholismus in der Weltliteratur auseinander – mit Sicherheit wird an diesem Abend nicht der letzte Drink genommen ... Lisa Natalie Arnold, Günther Harder und Janko Kahle be- und hinterfragen in ihrem „Projekt: Sexmission“ die aktuell tobende Debatte um Geschlechterverhältnisse und Rollenverteilungen. Dabei greifen sie Motive aus der gleichnamigen polnischen Science-Fiction-Komödie auf und fragen sich: Wird der Altherrenwitz überleben? Zu später Stunde dreht Daniel Nerlich noch mal richtig auf: In „Proust w/ Doom Electronics“ dreht er Zitate aus Marcel Prousts Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ durch den Noise-Wolf und zeigt eine obsessive tanzbare Introspektive.
Silvester von Hösslin meint, „für einen Liederabend sollte man auch Lieder haben“, und fragt sich: „Was weiß ich?“ Eine feste musikalische Größe im Schauspielprogramm ist mittlerweile die Schauspiel Hannover Allstars Band, die ihr letztes Konzert gibt, denn: „The king is gone, but he’s not forgotten.“ Carolin Haupt begibt sich auf die Suche nach dem bösen Menschen und richtet die Erzählungen „Der böse Mensch“ gemeinsam mit dem Autor Lorenz Just szenisch ein („Out of the blue into the black“). Mathias Max Herrmann beschäftigt sich in „Dag“ mit dem ehemaligen UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld und dessen letzter Mission im Kongo der 1950er-Jahre. Regieassistentin Antonia Kritzer will Gedanken zur Apokalypse ernst nehmen und recherchiert in „Endzeitstimmung I–III“ in drei aufeinanderfolgenden Geschichten auf allen drei Ebenen in der Galerie zu Verschwörungstheorien.
Susana Fernandes Genebra präsentiert, begleitet von Lars Ehrhardt und Christian Decker, einen musikalischen Abend mit Texten von portugiesischen Autoren, „Despedida. Bis zum Grunde der Traurigkeit“. Bei Tapas und Wein gibt sie sich der Saudade hin, für die im Deutschen alle beschreibenden Worte fehlen. Philippe Goos und Camill Jammal holen noch einmal ihr Erfolgsstück „Mickybo und ich“ aus der eingestaubten Ecke und laden zu feinster Unterhaltung. Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zeigt noch einmal „Der Beefträger. Perlen aus der Kommentarspalte“. Beatrice Frey sendet eine „Hommage an“ Hannover, das Publikum und alle, die zehn Jahre hier gearbeitet haben. Und Tim Golla, bekannt auch als musikalischer Leiter bei „Iggy – Lust for Life“, bringt zu später Stunde seine „Splittermann.“-Performance mit und zeigt ein Konzert, das man so schnell wohl nicht vergessen wird …

Anna-Katharina Müller

Vom 7. bis 15. Juni in Cumberland. Der Vorverkauf für „BURN“ hat bereits begonnen. Außerdem gibt es eine Vielzahl von kostenlosen Programmpunkten. Informationen unter www.schauspielhannover.de.

Auf ein Wort mit Philippe Goos und Janko Kahle aus dem Team von BURN über das Finale.

Wie kam es dazu, dass Sie zum Ende der Intendanz ein großes Festival machen wollten?
Goos: Es war ein Wunsch des Ensembles, den Abschied zusammen zu begehen. Erst sollte es nur ein Wochenende werden, dann haben wir über eine Zeit von drei Wochen gesprochen, bis wir schließlich bei diesem konzentrierten Zeitraum gelandet sind.

Warum dieser Titel: „BURN“?
Kahle: Es gibt diesen Song von Neil Young: „My my hey hey“. Eine Songzeile daraus ist: „It’s better to burn out than to fade away“. Das soll auch die Idee des ganzen Festivals sein. Wir wollen uns nicht still und heimlich aus dem Staub machen, sondern am Ende noch mal ein Feuerwerk entzünden und brennen!

Das Festival konzentriert sich auf Cumberland und den Theaterhof. Was wird sich räumlich verändern?
Kahle: Wir schaffen für diese neun Tage eine Welt, die es vorher so nicht gegeben hat, auch getreu dem Motto. Es gibt Foodtrucks, Chill-out-Areas, Installationen und sehr viel zu sehen: Täglich ab 18 Uhr hat Cumberland geöffnet. Wir haben sogar einen Raum, wo Kinder spielen können!
Goos: Wir wollen einladen, gemeinsam mit uns Zeit zu verbringen. Vielleicht passiert auch mal gar nichts und man ist einfach zusammen an diesem wunderbaren Ort.

Der rote Faden des Programms ist ja sehr schön: Das zu zeigen, was nur in Hannover mit diesem Ensemble und diesem Publikum möglich ist.
Goos: Ja! Es ist auch nicht alles komplett durchgeplant. Es gibt Lesungen, Performances, Liederabende, die sich auch spontan ergeben werden. Die Kollegen haben alle sehr viele Ideen!

Worauf freuen Sie sich am meisten?
Goos: Ich freue mich auf die ganze Zeit, weil wir eben nicht nur einen Abschiedsabend oder eine Gala gestalten. Man kann sich miteinander und untereinander erschöpfen, um dann im letzten großen Knall unterzugehen oder dahinzuschwinden … Es ist ein Prozess über mehrere Tage, der sich nicht in einem einzigen Moment manifestiert.
Kahle: Ich freue mich auch darauf, Dinge zu machen, die mit meiner Arbeit als Schauspieler nichts zu tun haben, etwa hinter der Bar zu stehen und zu verkaufen. Heute sind wir  auf Ergebnisse fixiert, alles fließt vorbei, aber dass man sich gemeinsam von Hannover und dem Publikum verabschieden kann: Das ist wirklich super.
Goos: Es macht etwas mit uns allen, einfach mal Zeit miteinander zu verbringen. Und nicht nur das per Eintrittskarte gewählte Stück anzusehen und dann zu gehen. Man muss nicht mal nach Hause gehen: Es gibt gutes Essen, Getränke und sogar Betten!

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