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Auf ein Wort

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Auf ein Wort: Lena Kußmann und Jonas Vietzke Quelle: Nick Neufeld, Theater an der Glocksee

Sie haben in diesem Jahr ein großes Pflanzenprojekt ins Leben gerufen. Haben Sie inzwischen eine Lieblingspflanze?
Lena Kußmann: Tatsächlich wachsen einem – wie bei den Menschen und Tieren auch – diejenigen ans Herz, mit denen man sich im Austausch befindet und die man versucht zu begreifen. Die Bromelie zum Beispiel, die als einzige „Überlebende“ mit der Astronautin von „Plantkingdom I: Connection“, unserer Eins-zu-Eins-Performance, mit im Bühnenraum war. Ein Computer verwandelte ihre elektrischen Impulse in Melodien, die bei jedem Gast und jeder Vorstellung anders klangen.

Sie waren mit Ihren Projekten ja auch an verschiedenen Orten der Stadt unterwegs. Wo finden sich die schönsten Ecken zum Wachsen und Gedeihen?
Jonas Vietzke: Den Pflanzen gelingt es, so gut wie jeden Ort dieser Stadt (zurück) zu erobern. Ein tolles Vorbild für die Theater in  Pandemiezeiten. An ihrem Beispiel haben wir uns alle möglichen Lücken gesucht, in denen wir Kunst wachsen lassen können. Die alte Paul-Dohrmann-Schule hat uns besonders beeindruckt, auch deshalb, weil dort viele spannende Initiativen Wurzeln schlagen. Die gläserne Milchbar im Hof mit ihren riesigen Nadelbäumen davor war eine wundervolle Bühne für „Plantkingdom V: Der Omega Mensch“.

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Wo wird „Plantkingdom“ im kommenden Jahr weiterwachsen?
Kußmann: Zum Beispiel in den Gärten oder auf den Balkonen der Menschen, die beim Audiowalk „Plantoon“ im Ihme-Zentrum oder bei den „No Border Plants“ im Georgengarten dabei waren – wir haben ihnen nämlich ein Pflänzchen mitgegeben! Ja, auch künstlerisch geht es weiter: Der musikalische „Salon des Plantes“ hat diverse Gastspiele in Planung, unser Fingerdrummer Clockwerk wird sein elektronisches Pflanzenset auch auf seinen internationalen Konzerten spielen, inklusive der tollen Visuals, aus „Connection“ ist ein Film entstanden, für die Installation „No Border Plants“ gibt es schon Festivalanfragen – eigentlich wächst alles auf seine Art weiter. Nur „Plantoon“ bleibt in theatraler Form einmalig – das Ihme-Zentrum wird ja saniert und somit werden unsere tapferen grünen Protagonistinnen in der Betonwüste vorerst plattgemacht.

Vietzke: Wir planen eine „Green Gala“, eine große Abschlussveranstaltung mit allen Projekten, hierfür sind wir auf der Suche nach einem geeigneten Raum, etwa einem Hörsaal – ins Theater an der Glocksee dürfen aufgrund der Richtlinien aktuell nur etwa 20 Personen. 

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