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Tal Rosner, Videokünstler
Tal Rosner, Videokünstler Quelle: Garry Maclennan

Wie arbeiten Sie? Wie entsteht Ihre Videokunst?
Ich arbeite sehr genau mit der Musik. Zu Beginn eines Projekts höre ich verschiedene Aufnahmen, einige bestimmt über 100 Mal. Mit meinen Visualisierungen versuche ich, das Stück zu verstehen. Ich entziffere die Partitur, interpretiere sie visuell und nehme das Publikum mit auf (m)eine Reise.
Was ist für Sie das Spannende an der Musik von Jean Sibelius?
Es ist eine Ehre, mit Meisterwerken wie denen von Sibelius zu arbeiten. Diese Musik hat vieles überlebt, man muss ihr mit großem Respekt begegnen. Seine Tondichtungen sind sehr visuell komponiert und damit eine Herausforderung. Die Titel der Stücke tragen oft Tiernamen oder Landschaftsbezeichnungen. Man hört verschiedene Lichtstimmungen, die finnische Natur. Ich wollte aber keinen Werbefilm für das Urlaubsland Finnland machen. Ich arbeite abstrakter und universeller, zeitgenössischer. Es geht darum, die Landschaft in der Abstraktion zu entdecken. Das bietet dem Publikum den Raum für eigene Interpretationen.

Was erlebt das Publikum also in MYTHOS?
Ich werde oft gefragt, warum die Musik nicht reicht, warum es die Visualisierungen braucht … Es braucht sie nicht, aber sie bieten den Zuschauerinnen und Zuschauern eine ganz neue spannende Konzerterfahrung für alle Sinne. Unser Alltag ist visuell stark geprägt, mit dem Handy wird gefilmt und fotografiert. Mit meiner Videokunst bekommen alle, auch junge Menschen, einen ganz besonderen Zugang zu Sibelius‘ Musik.

Zur Person

Der in London lebende israelische Videokünstler Tal Rosner arbeitet mit Musikerinnen und Theatermachern aller Sparten. Konzertprojekte der vergangenen Jahre realisierte er unter anderem für das New York Philharmonic, San Francisco Symphony und BBC Symphony Orchestra London und wurde hierfür von der Presse gefeiert: „Rosner kontrapunktierte die Partitur genial“, schrieb „The Guardian“ über ein Projekt zu Musik von Benjamin Britten, gab ihr „einen schillernden neuen Kontext“ („The Times“). An der Oper Bordeaux zeichnete Tal Rosner 2019 für Bühne und Co-Regie in Wagners „Walküre“ verantwortlich. Er kreierte die Bildwelten für Modenschauen von Louis Vuitton, für Konzerttourneen der Pet Shop Boys und der Rolling Stones. Als Auftragswerk wird er für das Niedersächsische Staatsorchester Hannover erstmals die Musik von Jean Sibelius visuell begleiten.

Spielzeit Februar 2021 - Szene - Sprechstunde
Spielzeit Februar 2021 - Nachgefragt