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Der Liebhaber
Sandra Bourdais und Maurus Gauthier Quelle: Ralf Molhr

Frau Bourdais, Herr Gauthier, wie begegnet sich das ungleiche Liebespaar im Roman?
Maurus Gauthier: Er sieht das Mädchen auf der Fähre und verliebt sich auf den ersten Blick. Sie sticht heraus, weil sie anders ist. Sie ist weiß und kleidet sich provokant. Um die Distanz zwischen ihnen zu überbrücken, bietet er ihr eine Zigarette an. Trotzdem weiß er vom gleichen Moment an, dass diese Beziehung keine Zukunft hat.
Sandra Bourdais: Sie ist bei der Begegnung fünfzehneinhalb Jahre alt und sieht in der Beziehung einen Ausweg aus ihrer Kindheit und Jugend, eine Befreiung aus ihren familiären Verhältnissen. Sie weiß genau, was sie von der Beziehung erwartet und fordert das auch ein.

Ist das Liebespaar voneinander abhängig?
Bourdais: Ich denke, dass sie finanziell abhängig von ihm ist. Sie ist auf das Geld angewiesen, das durch den Liebhaber in die Familie kommt. Das kommuniziert sie aber auch sehr direkt mit ihm. Ich glaube auch, dass sie es genießt, dass sich nun jemand um sie sorgt. Dazu ist ihre Mutter nicht in der Lage, und das Mädchen musste schon früh Verantwortung für ihren kleinen Bruder übernehmen.
Gauthier: Er hat eigentlich alles, was er braucht in seinem Leben, außer Liebe. Er ist wirklich verliebt in das Mädchen. Auf eine Art und Weise sind vielleicht beide voneinander abhängig in dieser Konstellation: sie eher
finanziell und er emotional.

Wie würden Sie die Charaktereigenschaften der Liebenden im Stück beschreiben?
Bourdais: Er ist schwach, schüchtern, reich, verliebt und dadurch sehr emotional.
Gauthier: Sie ist schön, besonders, unschuldig und unabhängig.
Sie sind auch privat ein Paar: Was waren Herausforderungen in der Adaption dieser Figuren?
Bourdais: Maurus und ich sind seit über fünf Jahren zusammen. Wir kennen uns in- und auswendig. Eine der Herausforderungen auf der Bühne ist es, unsere Körper gemeinsam zu entdecken, als wäre es das erste Mal.

Was nehmen Sie aus diesem besonderen Kreationsprozess mit?
Bourdais: Es ist Marco Goeckes erste abendfüllende Neukreation für die Compagnie in Hannover, das hat uns alle näher zusammengebracht. Was ich unter anderem mitnehme, ist die Arbeit an einer Figur. Ich habe sehr viel recherchiert, um den Charakter des Mädchens für mich greifbar zu machen. Zu Beginn habe ich beispielsweise meine Mutter gefragt, ob sie ein Foto von mir mit 15 Jahren hat, um zu sehen, wie mein Ausdruck damals war.
Gauthier: Es ist etwas ganz Besonderes, mit Marco gemeinsam eine Neukreation zu erarbeiten, gerade in diesen Zeiten. Es war auch eine unvergleichbare Erfahrung mitzuerleben, wie sich Menschen in diesem Rahmen wieder berühren und nahekommen können.

Weitere Informationen

DER LIEBHABER
Ballett von Marco Goecke
frei nach Marguerite Duras, Uraufführung
Musikalische Leitung: Valtteri Rauhalammi
Choreografie: Marco Goecke
Bühne, Kostüme: Michaela Springer, Marvin Ott
Licht: Udo Haberland
Dramaturgie: Esther Dreesen-Schaback
Staatsballett Hannover, Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
Aufzeichnung der Premiere: Bis Ende März kostenlos auf staatsoper-hannover.de

Frau Bourdais, Herr Gauthier, wie begegnet sich das ungleiche Liebespaar im Roman?
Maurus Gauthier: Er sieht das Mädchen auf der Fähre und verliebt sich auf den ersten Blick. Sie sticht heraus, weil sie anders ist. Sie ist weiß und kleidet sich provokant. Um die Distanz zwischen ihnen zu überbrücken, bietet er ihr eine Zigarette an. Trotzdem weiß er vom gleichen Moment an, dass diese Beziehung keine Zukunft hat.
Sandra Bourdais: Sie ist bei der Begegnung fünfzehneinhalb Jahre alt und sieht in der Beziehung einen Ausweg aus ihrer Kindheit und Jugend, eine Befreiung aus ihren familiären Verhältnissen. Sie weiß genau, was sie von der Beziehung erwartet und fordert das auch ein.
Ist das Liebespaar voneinander abhängig?
Bourdais: Ich denke, dass sie finanziell abhängig von ihm ist. Sie ist auf das Geld angewiesen, das durch den Liebhaber in die Familie kommt. Das kommuniziert sie aber auch sehr direkt mit ihm. Ich glaube auch, dass sie es genießt, dass sich nun jemand um sie sorgt. Dazu ist ihre Mutter nicht in der Lage, und das Mädchen musste schon früh Verantwortung für ihren kleinen Bruder übernehmen.
Gauthier: Er hat eigentlich alles, was er braucht in seinem Leben, außer Liebe. Er ist wirklich verliebt in das Mädchen. Auf eine Art und Weise sind vielleicht beide voneinander abhängig in dieser Konstellation: sie eher
finanziell und er emotional.
Wie würden Sie die Charaktereigenschaften der Liebenden im Stück beschreiben?
Bourdais: Er ist schwach, schüchtern, reich, verliebt und dadurch sehr emotional.
Gauthier: Sie ist schön, besonders, unschuldig und unabhängig.
Sie sind auch privat ein Paar: Was waren Herausforderungen in der Adaption dieser Figuren?
Bourdais: Maurus und ich sind seit über fünf Jahren zusammen. Wir kennen uns in- und auswendig. Eine der Herausforderungen auf der Bühne ist es, unsere Körper gemeinsam zu entdecken, als wäre es das erste Mal.
Was nehmen Sie aus diesem besonderen Kreationsprozess mit?
Bourdais: Es ist Marco Goeckes erste abendfüllende Neukreation für die Compagnie in Hannover, das hat uns alle näher zusammengebracht. Was ich unter anderem mitnehme, ist die Arbeit an einer Figur. Ich habe sehr viel recherchiert, um den Charakter des Mädchens für mich greifbar zu machen. Zu Beginn habe ich beispielsweise meine Mutter gefragt, ob sie ein Foto von mir mit 15 Jahren hat, um zu sehen, wie mein Ausdruck damals war.
Gauthier: Es ist etwas ganz Besonderes, mit Marco gemeinsam eine Neukreation zu erarbeiten, gerade in diesen Zeiten. Es war auch eine unvergleichbare Erfahrung mitzuerleben, wie sich Menschen in diesem Rahmen wieder berühren und nahekommen können.

Sind wir uns nah?

Auch im März bietet die Staatsoper online ein künstlerisches Programm mit Diskussionen, Workshops, Podcasts und Videoformaten an. Wem fühlen wir uns nah, wem fühlen wir uns (neu) zugehörig? Stellen die veränderten Bedingungen des Zusammenlebens vielleicht sogar ungeahnte Nähe her, wo vorher keine war? In der Reihe „zugehörig“ begeben sich Künstlerinnen und Künstler im intimen Gespräch auf Spurensuche. Gespräche, Diskussionen und Tanzworkshops über Zoom finden unter dem Titel „live in space“ statt – im virtuellen Raum wird mit dem Ensemble und Gästen auf Tuchfühlung gegangen.
Aktuelle Termine und Informationen: staatstheater-hannover.de/online-spielplan
Eintritt frei, für einzelne Format sind Anmeldungen über die Website notwendig.

Der Spielplan

Der Online-Spielplan der Staatsoper im März

■ 7. März ab 11.00 Uhr online
VOICE STORIES
Mit Darwin Prakash (Mumbai / London / Hannover) und Markéta Zdeňková geht die „Stimmen“-Reihe digital weiter
■ 7. März, 16.00 Uhr
Live in space: Das Fagott
mit Nicole King
Musik.er.leben für Familien
■ 8. März, ab 18.00 Uhr online
Auf Expedition: Weltfrauentag
Wir feiern die Frauen*!
Moderation: Carmen Fuggiss
Mit: Staatsballett Hannover,
Ensemblemitglieder der Staatsoper
Hannover
■ 9. März, 18.30 Uhr
Live in space: Go on moving
Tanzworkshop: Fremde Gemeinsamkeit
 
Themenwochenende Wahlfamilie:
■ 12. März, ab 16.00 Uhr online
Zugehörig: Home is where … I can dance!
Im Gespräch mit Compagnie-Tänzer Louis Steinmetz und der freischaffenden Tänzerin Bettina Paletta über Tanzfamilien
■ 14. März, ab 16.00 Uhr online    
Live in space:
Corinna Weiler, Andersraum e. V.
Queere Wahlfamilien in Zeiten der
Restriktionen
■ 17. März 18.30 Uhr
Live in space: Go on moving
Tanzworkshop: Licht und Schatten
zu Hause
■ 19. März, ab 16.00 Uhr online
Zugehörig: Stephan Schottstädt
Hornist Stephan Schottstädt und sein
Instrument im Gespräch
■ 21. März, 16.00 Uhr
Live in space:
Das Schlagwerk
Musik.er.leben für Familien
■ 23. März, 18.30 Uhr
Live in space: Go on moving
Tanzworkshop: Der Liebhaber
■ 28. März, 16.00 Uhr
Live in space: Dirigieren
mit Stephan Zilias
Musik.er.leben für Familien
■ 28. März, ab 16:00 Uhr online
Zugehörig: Home is where … I come from!
Ein Gespräch mit Marco Goecke über Heimweh, Fernweh und das Zuhausesein
■ 31. März, 18.30
Live in space: Go on moving
Tanzworkshop für Studierende: Share a homestory

Spielzeit Februar 2021 - Szene - Sprechstunde
Spielzeit Februar 2021 - Nachgefragt