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Spielzeit „Beschreib mir das Heimweh in übersichtlichen Sätzen.“
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„Beschreib mir das Heimweh in übersichtlichen Sätzen.“

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10:33 31.01.2020
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Rund 25 Prozent der in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Bürgerinnen und Bürger haben eine Migrationsgeschichte, in der jüngeren Generation sind es 40 bis 50 Prozent. Es gibt also viele Jugendliche, die die Erfahrungen der 15-jährigen Emma aus dem Stück „Elektrische Fische“ von Susan Kreller teilen können. Das Junge Schauspiel Hannover kommt damit in die Schulen und bietet Schülerinnen und Schülern der 5. bis 8. Jahrgänge sowohl eine vielleicht erste Begegnung mit dem Theater als auch einen Gesprächsanlass zu Erfahrungen von Fremdsein und Heimatlosigkeit.

 „Wir sind erst drei Stunden in Deutschland, und schon ist alles falsch“, sagt Emma auf der Fahrt vom Flughafen zum Haus ihrer Großeltern. Sie sitzt im Auto ihres Großvaters und mit ihr sitzen dort ihre Mutter sowie ihr älterer Bruder Dara und die kleine Schwester Aiofe. Für die drei Geschwister ist der abrupte Umzug von Dublin in die nordostdeutsche Heimat ihrer Mutter ein Unglück und die neue Umgebung voller Rätsel.

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Zum Stück

Das Klassenzimmerstück „Elektrische Fische“ von Susan Kreller erzählt von Herkunft und Heimweh und der Bedeutung von Sprache, wenn es darum geht, Wurzeln zu schlagen. Regisseur Branko Janack inszeniert die Geschichte mit zwei Schauspielerinnen für das Klassenzimmer. Premiere ist am 13. Februar in der IGS Bothfeld. Lehrkräfte wenden sich zur Buchung an Christine Klinke, Telefon (05 11) 99 99 28 51 oder E-Mail schule@staatstheater-hannover.de.

Falsch ist hier zum Beispiel die Sprache, obwohl die drei von ihrer Mutter genügend Deutsch gelernt haben. „Ich bin in einem Deutsch gelandet, in dem ich mich immer wieder verlaufe“, sagt Emma. Die kleine Schwester Aiofe verstummt völlig, nachdem Mitschülerinnen und Mitschüler sie „Affe“ genannt haben, weil sie ihren Namen nicht aussprechen können. Und Emma? „Ich bin halb traurig und halb gar nichts“, sagt sie und muss sich über ihren Zustand selbst erst klar werden.

Susan Kreller erzählt die Geschichte einer Heimkehr, die zugleich eine Reise in die Fremde ist. Denn obwohl die drei Kinder doch „halb-halb“ sind, ist ihnen nichts in ihrer neuen Heimat vertraut. Es sind die kleinen Alltäglichkeiten, an denen Emma ihr Fremdsein erkennt: die Teebeutel, die Bändchen und Schilder haben; das harte Brot, das die Mutter in Irland immer so vermisste; das Haus der Großeltern, das kein Zuhause ist, weil nicht einmal der Geruch vertraut ist. Für die Nachbarin, die regelmäßig bei der Großmutter in der Küche hockt, auf die kaputten Straßen, den Winter und Ausländer schimpft, sind sie zumindest „gute“, keine „schlechten“ Ausländer. Aber was heißt das schon?

Eines ist Emma schon früh klar, und zwar genau in dem Moment, in dem sie am Haus der Großeltern ankommen und ihr die kleine Schwester vor lauter Traurigkeit ihr Frühstück auf die Schuhe kotzt: Hier will sie nicht bleiben! Sie will zurück nach Dublin, wo ihr Vater und dessen Eltern leben. Ihr Mitschüler Levin, ein Außenseiter mit einem großen Rucksack eigener Probleme, beschließt, ihr zu helfen, und entwickelt einen Plan …

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