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Beziehungsmuster

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15:49 02.12.2019
Getanzte Gefühle Quelle: Marc Seestaedt

Sich selbst fremd werden und sich im Innersten fremd und deplatziert fühlen: Diesem inneren Schmerz widmet sich der gebürtige Italiener Simone Deriu in seiner aktuellen Choreografie „Inside“, dem ersten Teil des Doppelabends, den er gemeinsam mit seiner Kollegin Jessica van Rüschen gestaltet. Der Tänzer und die Tänzerin gehören zum Ensemble von Landerer & Company, mit „Inside/Out“ präsentieren sie nun eigene Choreografien, die sich wechselseitig aufeinander beziehen.

Was für ein Theater

Am 6. Dezember geht die nächste Folge der Webserie „Was für ein Theater“ an den Start. Dort stellt sich jeden Monat eines der Freien Theater vor. Die Slam-Poetin Ninia Binias begleitet die Probenprozesse und Stückentwicklungen, führt durch Werkstätten und in den Backstage-Bereich. Passend zur Premiere  von „Inside/out“ dreht sich die neue Episode um Landerer & Company und das Stück „Hikkikomori“, das in diesem Jahr in Kooperation mit dem Schauspiel Hannover entstanden ist.

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Seit 2010 tanzt Deriu in unterschiedlichen Produktionen des hannoverschen Choreografen Felix Landerer. Nach seinem Studium in Rotterdam führte sein Weg über Darmstadt und Kassel nach Hannover und Göteburg. In seiner Choreografie begibt sich Deriu auch auf eine biografische Spurensuche. Den zweiten Teil des Double-Bill-Abends gestaltet die Tänzerin Jessica van Rüschen. Sie hat unter anderem in Landerers Produktionen „Lucky“ und „Die Übersetzer“ mitgewirkt. In ihrem Arbeiten beschäftigt sie sich vor allem mit zwischenmenschlichen Beziehungsmustern. Darum geht es auch in ihrer aktuellen Produktion „Outside“. Wie gestaltet  sich das Zusammenleben der Menschen, wenn ihnen keine Privatsphäre bleibt? Van Rüschen hat dabei auch Jim Jarmuschs Film „Down by Law“ von 1986 im Blick.  
 
Premiere am 12. Dezember, 20 Uhr, in der Eisfabrik. Karten über theater@commedia-futura.de.

Auf ein Wort

mit Jessica van Rüschen

Frau van Rüschen, im Doppel mit Simone Deriu übernehmen Sie mit „Out“ den Außenpart. Warum?
Die Idee des Stückes entspringt einer Szene des Filmes „Down by Law“, dort sind die Hauptdarsteller miteinander in einer Gefängniszelle eingeschlossen. „Out“ verbinde ich in diesem Zusammenhang mit dem Gefühl, aus einer unfreiwilligen, aufgezwungenen Situation herauszuwollen oder auch einen Ausweg zu finden, um mit der erzwungenen Situation umzugehen.

Was fasziniert Sie an dem Filmklassiker „Down by Law“?
Bevor mich der Film inhaltlich ergriffen hat, sprachen mich die Ästhetik und die Musik an. „Down by Law“ ist in schwarz-weiß gefilmt; ein großer Teil der Musik wurde von Tom Waits, einem der Hauptdarsteller, geschrieben und gespielt. Die Charakterzüge der drei Hauptdarsteller werden virtuos herausgearbeitet, und die Wechselwirkung der drei Persönlichkeiten empfinde ich als inspirierend. Sie fügen sich für mich zusammen wie eine Musikkomposition, die emotional stimuliert anstatt rational.

Wie viel Persönlichkeit verträgt eine Gemeinschaft – auch in der Ensemblearbeit?
Ich persönlich gehe gern mit ausgeprägten Persönlichkeiten um. Ich kann mich von ihnen inspirieren lassen. Mich daran reiben. Über Inhalt nachdenken.Ich denke, dass wir Persönlichkeiten brauchen, die sich trauen, eigene Entscheidungen zu treffen, Ideen auszuprobieren, unbekanntes Terrain zu entdecken – in der Gemeinschaft und auch in der Zusammenarbeit im Ensemble.

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