Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Spielzeit Der Ballhof brummt
Anzeigen & Märkte Themenwelten Spielzeit

Der Ballhof brummt

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:28 24.10.2019
„Nackt über Berlin“ (o.l.), „Ellbogen“ (o.r.), „Die Wut, die uns vereint“ (u.l.), „Don Quijote“ Quelle: Kerstin Schomburg (3), sinjehasheider

Nackt über Berlin

„Irgendwann musste Gott dann müde geworden sein."

Nackt über Berlin von Axel Ranisch

Jannik und Tai lesen ihren Schuldirektor sturzbetrunken auf der Straße auf. Sie sperren ihn in sein Miniluxus-Apartment ein. In der leeren Nachbarwohnung installieren sie eine Überwachungskamera und beginnen ein perfides Big-Brother-Spiel: Der Schuldirektor soll bereuen und sich öffentlich bekennen. Doch wofür diese Strafe? Melanie, eine Mitschülerin der beiden 16-Jährigen, ist aus Liebeskummer zu einem Kollegen Lamprechts in den Tod gesprungen. Vor allem Tai stürmt an gegen das Schweigen über diese Katastrophe und ihre Ursachen. Mit seiner Diplominszenierung wurde der 1988 geborene Matthias Rippert zum Körber Studio Junge Regie nach Hamburg eingeladen. „Nackt über Berlin“ ist seine erste Arbeit am Schauspiel Hannover.
Regie Matthias Rippert
Mit Carolin Knab, Lukas Holzhausen, Mathias Max Herrmann, Nikolai Gemel, Fabian Felix Dott, Viktoria Miknevich
Premiere am 8. November, 19.30 Uhr, Ballhof Eins

Die Wut, die uns vereint von Finegan Kruckemeyer

Die Wut, die uns vereint

Willst du mit mir abhauen?"

Kay ist 16 und wütend. Gestern war ihre Welt noch in Ordnung. Heute spinnen die Lehrkräfte, die Eltern nerven sowieso und ihr bester Freund Timo fällt ihr in den Rücken. Kay geht das so sehr auf die Nerven, dass sie nicht mehr weiß, wohin mit ihrer Wut. Als sie Timo bewusstlos schlägt, wissen ihre Eltern sich nicht mehr anders zu helfen: Sie setzen Kay in einer abgelegenen Waldhütte aus, damit sie zur Vernunft kommt. Doch Kay wird dort nicht allein bleiben. Sie trifft Lotte – und die ist noch viel wütender. Eine schicksalhafte Begegnung mit einem verbindenden Element: Wut.
Wera Mahne inszeniert erneut am Schauspiel Hannover ein Theaterstück, das sowohl für ein taubes als auch ein hörendes Publikum konzipiert ist. 
Regie Wera Mahne 
Mit Ruby Commey, ­Tabitha Frehner, Eyk Kauly, ­Athina Lange
In Laut- und ­Gebärdensprache mit tauben und ­hörenden Schauspielerinnen und ­Schauspielern. 
Deutschsprachige Erstaufführung am 23. November, 19.30 Uhr, Ballhof Zwei

Ellbogen von Fatma Aydemir

Ellbogen

Wut. Meine ist so groß, dass sie nicht in mich hineinpasst."

Hazal ist 17. Sie lebt in Berlin, abends serviert sie ihrer Familie Çay und skypt heimlich mit Mehmet aus Istanbul. Eng und klein ist ihr Leben. Doch dann kommt alles anders als erwartet. Hazal wird 18. Gemeinsam mit ihren Freundinnen stellt sie sich in die Schlange eines Clubs. Doch die Mädchen werden abgewiesen. Unbändige Wut ergreift sie: In der U-Bahn-Station verprügeln sie einen Studenten und stoßen ihn auf die Schienen. Er stirbt. Hazal flieht nach Istanbul. Alexander Riemenschneider inszenierte das Stück nach dem Roman von Fatma Aydemir am Jungen Schauspielhaus in Hamburg. Mit Katherina Sattler kommt es jetzt an den Ballhof. Für ihre Darstellung in dem Soloabend „Ellbogen“  ist Sattler für den wichtigsten deutschen Theaterpreis DER FAUST nominiert.
Regie Alexander Riemenschneider
Mit Katherina Sattler
Premiere am 15. November, 19.30 Uhr, Ballhof Zwei

Don Quijote frei nach dem Roman von Miguel de Cervantes

Don Quijot

Tatsachen, mein lieber Sancho, sind die Feinde der Wahrheit."

Inspiriert von der Lektüre fantastischer Romane, erfindet sich Don Quijote eine neue Identität: Fortan zieht er als Ritter durchs Land. Seinem Begleiter Sancho Panza beschreibt er die Welt voller Abenteuer und Unrecht, das es zu bekämpfen gilt. Don Quijote inszeniert sich selbst, alles ist Bühne. Windmühlen werden zu Riesen, Niederlagen zu Kniffen feindlicher Zauberer.
Regie Hajo Tuschy, Jacob Suske
Mit Hajo Tuschy, Manuel Zschunke
Premiere am 20. November, 19.30 Uhr, Ballhof Eins

Ein entspannter Ort

Bisher war der Ballhof die Spielstätte des Jungen Schauspiel Hannover, nun finden Inszenierungen auch auf der großen Bühne in der Prinzenstraße statt. Was bedeutet das für den Ballhof? Über die Neuausrichtung sprach die spielzeit mit der Schauspielintendantin Sonja Anders.

Frau Anders, hat das Junge Schauspiel Hannover seine Spielstätte verloren?
Nein, ganz im Gegenteil. Es ist unser zentrales Anliegen, dass sich die Generationen und Altersstufen im Theater treffen und durchmischen. Deshalb zeigen wir seit dieser Saison Inszenierungen für junges Publikum sowohl im Ballhof als auch auf der großen Bühne.

Der Ballhof hatte bisher ein klares Profil: junges Theater. Welchen Vorteil hat nun die Durchmischung für das Publikum?
Wir möchten für junge Menschen gern den Sprung ins große Haus erleichtern. Umgekehrt ist der Ballhof mit seinen zwei Bühnen ein fantastischer Spielort, der sich insbesondere für intimere und direktere Formate besonders gut eignet. Wir überlegen uns deshalb: Welches Stück passt in welchen Raum? Die räumliche und inhaltliche Trennung zwischen Alt und Jung ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

Was zeichnet für Sie den Ballhof aus?
Zum einen seine zentrale Lage mitten in der Altstadt. Der Ballhofplatz lädt nicht nur im Sommer mit seinen Cafés und Restaurants zum Verweilen ein. Der Ballhof hat etwas Entspanntes an sich, vielleicht auch wegen seiner historischen Architektur. Es ist ein sehr niedrigschwelliger und einladender Ort. Und nicht zuletzt die Atmosphäre der beiden Bühnenräume, die hoch konzentriert und unmittelbar nah ist. Deshalb arbeiten unsere Regisseurinnen und Regisseure auch hier so gern.

Welche Premieren stehen aktuell auf dem Programm im Ballhof?
Nach den drei Oktoberpremieren „Antigone. Ein Requiem“, „Dark Room“ und „Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs“ stehen im November vier weitere Premieren an. Wir stellen damit in kürzester Zeit ein sehr vielfältiges Repertoire für den Ballhof auf die Beine – auch dank einiger Übernahmen von anderen Theatern. Daneben betreiben wir ja auch weiterhin das Ballhof Café und flankieren unsere Inszenierungen mit einem reichen Vermittlungsprogramm.

Interview: Nils Wendtland

Spielzeit November 2019 - Editorial - Grenzenlos

Der spielzeit-Oktober

24.10.2019

Ihre erste Rolle spielte sie als rebellische Katinka in „Platonowa“ von Regisseur Stephan Kimmig. Nun ist Katherina Sattler mitten in den Proben für das Familienstück Ronja Räubertochter. Die spielzeit traf sie zum Interview.

24.10.2019
Spielzeit Oktober 2019 - Szene - Szene-Ticker

Weitere Termine

23.10.2019