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Der Charme der alten Badewanne

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Lagerkoller
Stöbern erlaubt: Im Lagerraum stapeln sich Geschichten. Quelle: Out of the Box

Die Frl. Wunder AG macht Inventur. Denn in 16 Jahren Arbeit hat sich eine Menge angesammelt: Riesige Schaumstoffblöcke, ausrangierte Hometrainer, eine alte Badewanne und weitere Kuriositäten. Kann das weg, oder soll das bleiben? Als Erinnerung an vergangene Inszenierungen, an Geschichten, die mit den einzelnen Aufführungen verbunden sind, als Fundament der eigenen Arbeit – und vielleicht kommen manche Dinge, die sich mittlerweile im Bühnenlager stapeln, in kommenden Inszenierungen auch wieder zum Einsatz. Kisten voller Requisiten und Anekdoten. Schließlich ist der Lagerraum, den sich das Ensemble – die meisten der neun Mitglieder haben in Hildesheim Kulturwissenschaften studiert – in der kleinen Domstadt südlich von Hannover eingerichtet hat, auch die Herzkammer des umtriebigen Theaterkollektivs.

Eine feste Spielstätte hat die Frl. Wunder AG nicht, das Team ist viel unterwegs, auch regelmäßig in Hannover. Doch bis die Theater wieder öffnen dürfen, müssen die Auftritte ausfallen. In dieser Zeit laden die Theatermacherinnen und ihre Kollegen nun  zu einem virtuellen Besuch in ihren Fundus ein. „Schon wieder: Lagerkoller“ ist ein digitaler Blick hinter die Kulissen, ein Hörspiel mit neun Akteurinnen und Akteuren, die mit eigenen Beiträgen durch ein Labyrinth von Objekten führen.

Das Projekt ist eine Art Browsergame, entwickelt von „Out of the Box“ in Zusammenarbeit mit der Frl. Wunder AG: Ein Roboter nimmt die Gäste im Netz mit auf die Reise durch das bunte Sammelsurium. Wer den Link anklickt, kann sich aussuchen, welchen drei Ensemblemitgliedern er zu den einzelnen Stationen folgen möchte. „Das funktioniert so ähnlich wie bei einer virtuellen Einkaufstasche. Man kann sich die Touren individuell zusammenstellen. Wer uns mehrfach besucht, wird merken, dass sich die einzelnen Fundstücke zu einer Geschichte zusammenfügen“, erläutert Carmen Grünwald-Waack, sie gehört zu den Gründungsmitgliedern der Frl. Wunder AG. „Unser Projekt ist eine Form der Dokumentation und zugleich eine Vision.“

Im vergangenen Oktober, als der Lockdown zeitweise gelockert worden war, gab es auch Führungen vor Ort in Hildesheim. „Immer nur für fünf Personen und mit den vorgeschriebenen Abstandsregeln. Wir haben für unsere Gäste damals eine Rauminstallation geschaffen.“ Doch nun muss das Lager geschlossen bleiben. Besuche im Netz aber sind weiterhin möglich. Wann, so oft und so lange, wie man möchte. Dz

Weitere Informationen

Spielbar unter https://outofthebox.itch.io/lagerkoller.

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