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Die Kraft der Musik

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14:01 27.02.2020
Rosario Guerra tanzt Nijinski. Quelle: Ralf Mohr

Bohuslav Martinů, The Greek Passion

"In uns ist er noch ans Kreuz geschlagen."

Können Gedichte, Bilder oder Musik trösten? Kann das Theater mit seiner Idee der Katharsis durch symbolisches Darstellen von Trauer, Schmerz, Bedrängnis und Folter diese beherrschbar machen? Hilft kollektives Erleben? Muss man Leid erfahren haben, um es nachfühlen zu können? Müssen menschliche Katastrophen die zivilisierte Welt nicht verändern? Ist geteiltes Leid halbes Leid, oder helfen Geld, Gebete oder Passionsmusiken aus dem dunklen Tal? Der Umgang mit dem Leid anderer ist Maßstab für unser persönliches und gesellschaftliches Wertesystem. In ihrem Festival: PASSIONEN lädt die Staatsoper Hannover ein, sich diesen Fragen zu nähern. Passionsgeschichten  thematisiert: im Opernspielplan mit „Tosca“ und „The Greek Passion“, als Ballettabend mit „Nijinski“, im Sinfoniekonzert mit Joseph Haydns „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“. In Hannovers erstem Operngottesdienst nähert sich Regionalbischöfin Petra Bahr zusammen mit Solistinnen und Solisten, Musikerinnen und Musikern aus „The Greek Passion“ der Frage, wie nah sich Theaterthemen und Glaubensfragen im Leben kommen. Dazu gibt es Einführungen und Nachgespräche mit dem Publikum. In einer Gesprächsrunde vertiefen Expertinnen und Experten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Eine Filmreihe im Lodderbast-Kino stimmt auf das Festivalthema ein.

Das komplette Programm finden Sie unter staatsoper-hannover.de/passionen.

"Große Fragen"

Patrice Kunte

Petra Bahr ist Regionalbischöfin im Sprengel Hannover und passionierte Opernliebhaberin. Sie hat die Staatsoper beim Festival: PASSIONEN inhaltlich beraten und hält die Predigt im Operngottesdienst. Die spielzeit sprach mit ihr über Leid und Erlösung.

Das Festival heißt Passionen. Was verbinden Sie mit dem Thema?

Zuerst denke ich bei „Passion“ an das Leiden und Sterben Jesu, dann an Bachs Passionen. Passion ist ein mehrseitiges Wort, ohne direkten Bezug zum Christentum: Es meint Leiden und Leidenschaft. So gesehen gibt es täglich viele große und kleine Passionen.

Im Rahmen des Festivals wird es zum ersten Mal einen Operngottesdienst in Hannover geben. Was verbindet Theater und Gottesdienst?

Natürlich geht es im Theater nicht um Gott, aber um die großen existentiellen Fragen nach Liebe und Opfer, Tod und Lebensglück, um Verlorenheit und Sehnsucht nach Erlösung. Kein Wunder, dass man nicht nur bei Wagner-Fans von Operngemeinden spricht.

Das Sinfoniekonzert „Passion“ am Sonntag wird halb szenisch sein, mit Videoinstallationen und Texten zu Haydns Orchestermusik „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“. Was sind diese letzten Worte, und welche Gedanken kommen Ihnen dazu?

„Mein Gott, warum hast du mich verlassen“, ruft Jesus verzweifelt am Kreuz. Es ist ein Schrei, der millionenfach gen Himmel geht. So viel Gottesverlassenheit. Dieser Ruf Jesu ist aber ein Gebet. Zwischen Gottesverlassenheit und kindlichem Vertrauen ist die menschliche Existenz hin- und hergerissen.

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