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Die große Lust am Musizieren

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Musik er leben
Live aus dem Opernhaus: Die Familien vor den Bildschirmen daheim sahen und hörten Victoria Kirst und ihren Kontrabass. Quelle: Clemens Heidrich

Victoria Kirst mit ihrem Kontrabass und Stephan Schottstädt mit seinem Horn machten Ende Februar an zwei Sonntagen den Anfang. Die Freude, endlich wieder vor Publikum spielen zu dürfen, war sehr groß. „Ich freue mich auf die Aufregung davor, das kleine Lampenfieber und die Erleichterung danach, wenn es gut gelaufen ist“, erzählte Victoria Kirst vor der Aufführung. All das fehle momentan im Alltag. Wie wichtig der Austausch mit den Zuschauerinnen und Zuschauern im Saal ist, das haben der Kontrabassistin, die seit 2017 Mitglied des Niedersächsischen Staatsorchester Hannover ist, die vergangenen Monate so richtig bewusst gemacht.

Stephan Schottstädt Quelle: Thomas Huppertz

Auch für Stephan Schottstädt wurde das neue Format durch die Kamera und das Wissen um das live zugeschaltete Publikum zu einem besonderen Moment, vor dem er – im positiven Sinne – auch etwas nervös war. „Es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung: Musik erlebbar machen, um sie und die Staatsoper im Bewusstsein unserer Gesellschaft zu halten! Auch wenn ich im Moment „nur“ vor einem virtuellen Publikum spielen kann. Ich freue mich jedenfalls, dass es die Technik und den Willen gibt, solche Formate zu realisieren und damit für uns Musikerinnen und Musiker überhaupt eine Möglichkeit zur Interaktion geschaffen wird.“

Für Victoria Kirst war es zunächst eine besondere Herausforderung, als Musikerin allein auf der Bühne zu stehen und zu spielen. Denn als  Kontrabassistin musiziert sie meist in großen Ensembles und ist von vielen Musikerinnen und Musikern umgeben. Bei „Musik.er.leben“ wird auch interagiert und mit dem Publikum gesprochen, das schafft eine ganz andere Erfahrung als die Konzerte im Opernalltag. Victoria Kirst ist es wichtig, ihre Begeisterung für das Instrument und den Beruf weiterzugeben. „Ich möchte zeigen, was der Kontrabass alles kann, wenn man ihn mal ganz einzeln wahrnimmt.“ In ihrer Familie war der Bass ein „Nischeninstrument“. Alle anderen Instrumente waren schon vergeben. Bassistinnen und Bassisten waren gefragt in Jugendorchestern, so standen ihr viele Türen offen, als sie vom Cello auf den Bass umstieg. Victoria Kirst schwärmt von ihrem Instrument: „Die Tiefe. Die tiefen Töne haben mich immer schon fasziniert und in den Bann gezogen. Das Fundament zu spielen, die Grundlage unter den Mittel und Oberstimmen gestalten, das macht mir sehr viel Freude.“

Auch Stephan Schottstädt, der seit 2011 an der Staatsoper engagiert ist, möchte die Begeisterung für sein Instrument teilen. Seine Entscheidung für das Horn liegt ganz klar in der Faszination seines wunderschönen Klangs begründet. „Das Horn als „Herz“ des Orchesterklangs hat häufig eine besondere Funktion und auch gerade in der Gruppe (die meisten Stücke fordern vier eigenständig spielende Hornstimmen) zu spielen macht unheimlich Spaß.“ Als sehr vielseitig einsetzbares Instrument kann man mit dem Horn auch hervorragend Kammermusik machen: Als Blechblasinstrument mischt es sich sehr gut mit Holzbläsern, Streichern oder auch der menschlichen Stimme.

Weitere Informationen

LIVE in SPACE:
Musik.er.leben für Familien
7. März, 16 Uhr: Das Fagott
21. März 16 Uhr: Das Schlagwerk
28. März 16 Uhr: Dirigieren
März 2021 live auf Zoom
Eine vorherige Anmeldung auf staatsoper-hannover.de ist erforderlich.

Beide hoffen, dass die Zuhörenden das Online-Format ebenfalls als bereichernd empfinden und gerade in dieser für alle herausfordernden Zeit positive Energie daraus ziehen können. Der Hornist fasste vor seiner ersten digitalen Aufführung zusammen: „Da ich selbst zwei Kinder im Alter von zwei und fünf Jahren habe und weiß, wie sehr man sie für Musik begeistern kann, freue ich mich besonders, dass sich dieses Format an Familien mit Kindern richtet. Es ist wichtig, schon im frühen Kindesalter den Grundstein für ein Interesse an Kultur und Musik zu legen. Ich hoffe, dass ich ein wenig von meiner eigenen Begeisterung und Lust am Musizieren vermitteln kann. Vielleicht inspiriert es ja Kinder, selbst ein Instrument lernen oder weitere Konzerte hören zu wollen, und natürlich die Eltern, ihre Kinder darin zu unterstützen!“

Vera Barner

Tanz im virtuellen Raum

Corona lässt Studierende und Staatsoper weiter zusammenrücken: Online wird gemeinsam getanzt. Die spielzeit sprach mit Kübra Kisakol, Mitglied der Studierendengruppe „milchkulturen“ an der Leibnitz-Universität Hannover.

Hallo, Frau Kisakol, was genau sind eigentlich die „milchkulturen“?
Kübra Kisakol: Das ist eine Initiative von Studierenden für Studierende: Sie hat sich in einem kollektiven Entscheidungs- und Gründungsprozess entwickelt, der aus den Bedürfnissen der Studierenden des Studienfachs Darstellenden Spiel Hannover entstanden ist. Wir wollten eine Plattform und einen Raum haben, in dem wir zusammenkommen, uns austauschen und vernetzen können. Vor der Pandemie gab es dafür wöchentliche Treffen in der "milchbar" sowie kleine Veranstaltungen.

Welchen Stellenwert hat die Initiative für Studierende jetzt während der Pandemie?
Der Fokus ist im Grunde immer noch der Gleiche. Wir wollen, dass die Studierenden auch im Online-Semester in Kontakt bleiben. Uns war vor allem wichtig, dass die Erstsemester im Studienfach ankommen und sich wohlfühlen. Da fehlt der Austausch besonders.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit der Staatsoper?
Die Flatrate für Studierende, also die Möglichkeit, kostenlos Oper, Schauspiel und Konzert zu besuchen, wird von den Studierenden normalerweise sehr gern genutzt. Das ist gerade zu Beginn eines Semesters immer ein tolles Kennenlern-Event. Daher verfolgen wir immer, was die Staatsoper im Angebot hat. In dem Fall war es aber Tanzpädagogin Bettina Stieler, die anrief und fragte, ob wir nicht Lust auf einen digitalen Tanzworkshop hätten. Hatten wir! Der erste Tanzabend kam sehr gut an. Gemeinsam haben wir entschieden, regelmäßig Workshops zu veranstalten.

Was bedeuten Ihnen die Workshops von Xchange? Was ist das Besondere?
Wir, die Studierenden, haben einen tollen Anlass bekommen, gemeinsam im virtuellen Ort zusammenzukommen. Wir können tanzen und uns bewegen und haben so einen Ausgleich zum Lernen. Einen Moment ist die Einsamkeit dann vergessen. Wir befinden uns zusammen in einem Raum und können uns gegenseitig anspornen. Es macht einfach große Freude, sich vor der eigenen Laptopkamera zu bewegen und gleichzeitig die Kommilitoninnen und Kommilitonen zu sehen und zu hören.

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Live in space:
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Tanzworkshop für Studierende aller Hochschulen am 2. und  31. März, 18.30 Uhr live auf Zoom, Eintritt frei. Anmeldung über staatsoper-hannover.de.
Kooperationsanfragen an xchange@staatstheater-hannover.de
Xchange bietet auch Musiktheater-Workshops an.

Spielzeit Februar 2021 - Szene - Sprechstunde
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