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Die kreative Kraft des Miteinanders

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Sabrina Ceesay
Sabrina Ceesay für die Ankündigung der digitalen Bühne Quelle: Kerstin Schomburg

Dem Durcheinander dieser Tage setzt das Schauspiel Hannover ein diverses Miteinander entgegen. Während die Welt ordentlich durchgerüttelt wird, der Lockdown in die nächste Runde geht und sich Gefühle der Isolation und Entzweiung ausbreiten, lädt das Schauspiel Hannover zu einem gemeinsamen Streifzug durch seinen digitalen Februar-Spielplan. Quer durch Veranstaltungen in den Rubriken Kunst, Diskurs und Interaktion wird das Publikum animiert, mit sich und anderen in einen Austausch zu treten, der so wichtig ist in dieser Zeit.

Gegen den Hass, gegen die Stille und gegen das Vergessen sendet das Schauspiel Hannover noch stärkere Signale. Mit einer eindrücklichen Installation wird im Foyer des Schauspielhauses dauerhaft an die Todesopfer rechter Gewalt erinnert, aus Solidarität mit all denjenigen, die tagtäglich unter Gewalt und Rassismus leiden. „Say their Names!“ ist dort zu lesen – eine Aufforderung, der sich das Schauspiel Hannover verpflichtet fühlt.
Am 19. Februar jähren sich zum ersten Mal die grausamen Anschläge in Hanau. Ein eigens dafür produziertes Video soll der Opfer gedenken und wird tagsüber auf allen Kanälen des Schauspiel Hannover zu sehen sein. Mit Auszügen aus dem Film „Zusammen haben wir eine Chance“, eine Dokumentation über selbstorganisierte antirassistische Bewegungen und Kämpfe  starten wir einen Erinnerungsabend. Im Anschluss an den Film moderiert der hannoverschen Bildungsreferent und Rapper  Modou Diedhiou ein Live-Podiumsgespräch per Zoom mit  mit Ibrahim Arslan, Dan Thy Nguyen, Iyabo Kaczmarek und Nadiye Ünsal. Gemeinsam  erörternt sie, wie ein solidarisches Sprechen über, Erinnern an und Kämpfen gegen rassistische Hasskriminalität nach Hanau aussehen kann.

Merle Grimme (von links), Theresa Henning, Nicolas Matthews und Mintah Quelle: Kerstin Schomburg

Bad Gateway ist kein Kurort. Das Schauspiel Hannover schwört auch weiterhin auf die Magie des Live-Moments, riskiert instabile Internetverbindungen und setzt auf den Reiz des Fehlbaren und Unwiederbringlichen. Unter dem Titel „Vorhang auf für … “ tritt Schauspielerin Sabrina Ceesay auf Instagram live ins Gespräch mit Künstlerinnen und Künstlern, die von ihren Erfahrungen als Person of Color im Arbeitsfeld Kunst und Kultur erzählen. Zu Gast im Februar sind die Theaterregisseurin und Autorin Theresa Henning, Sängerin Mintah aus Hannover sowie die Filmregisseurin Merle Grimme. Ensemblemitglied Nicolas Matthews blickt derweil voller Vorfreude auf die anstehende Onlinepremiere von „Im Herzen tickt eine Bombe“ des libanesisch-kanadischen Autors Wajdi Mouawad. „Für mich ist es ein absolutes Geschenk, endlich wieder live mit dem Publikum in Kontakt treten zu können“, sagt der Schauspieler, der das Stück zuletzt im vergangenen Sommer beim Hoftheater zeigen konnte. In intimer Atmosphäre wird er diesen ergreifenden Monolog, in der szenischen Einrichtung von Hannah Gehmacher, live über Zoom performen.

In der neuen Online-Reihe „Jetzt mal Anders“ trifft Intendantin Sonja Anders einmal monatlich Akteurinnen und Akteure aus Kunst und Kultur. Den Anfang macht Björn Thümler, Minister für Wissenschaft und Kultur. Quelle: Katrin Ribbe

Der Dialog mit Vertreterinnen und Vertretern anderer Kulturinstitutionen und der Kulturpolitik ist und bleibt ein großes Anliegen von Sonja Anders und ihrem Team. Während an neuen digitalen Formaten der Begegnung gefeilt wird, ergreift die Schauspiel-Intendantin kurzerhand die Initiative und bittet unter dem Titel „Jetzt mal Anders“ den niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, zu einem Gespräch auf die Cumberlandsche Bühne. Das Treffen wird live gestreamt und kann als Startschuss für einen offenen und weiterführenden Diskurs über den Stellenwert von Kunst und Kultur innerhalb einer lebendigen Stadtgesellschaft verstanden werden. Verschiedene Standpunkte und Meinungen sollen hier Platz finden. Wer mag, kann auf den Social-Media-Kanälen des Schauspiel Hannover im Vorfeld Fragen einreichen.
Gänzlich neue theatrale Wege im digitalen Raum beschreitet die junge Regisseurin Ruth Langenberg mit ihrer Inszenierung von „Oskar und die Dame in Rosa“ von Éric-Emmanuel Schmitt. Nicht nur für sie, auch für die Schauspielerin Johanna Freigang und den Schauspieler Paul Wiesmann, die damit ihren Einstand am Schauspiel Hannover feiern, ist diese Produktion eine echte Premiere. Die als Klassenzimmerstück angedachte Produktion, in der es um Liebe und Hass, Schmerz, Freude und Verlust geht, trifft den Nerv der Zeit und holt Schülerinnen und Schüler dort ab, wo sie gerade sind.

Das Schauspiel Hannover freut sich auf die Durchquerung des digitalen Raums. Ein Weg, den man gemeinsam geht. Miteinander.        

Sönke Behrens

Weitere Informationen

DIGITALE BÜHNE IM FEBRUAR

■ 9. Februar, 18 Uhr,
live auf www.schauspielhannover.de
JETZT MAL ANDERS
Kultur aus Niedersachsen im Gespräch
Sonja Anders trifft Björn Thümler  
■ 11. Februar, 20.15 Uhr,
live auf dem Instagram-Kanal des Schauspiel Hannover
Vorhang auf für …
Theresa Henning (Theaterregisseurin, Autorin und Schauspielerin aus Berlin)
■ 12. Februar, 20.15 Uhr,
live auf dem Instagram-Kanal des Schauspiel Hannover
Vorhang auf für …
Mintah (Sängerin aus Hannover)
■ 13. Februar, 20.15 Uhr,
live auf dem Instagram-Kanal des Schauspiel Hannover
Vorhang auf für …
Merle Grimme (Filmregisseurin, Autorin und Gründerin von Connected Differences aus Berlin)
■ 19. Februar,
Gegen den Hass. Gegen die Stille.
Lesung
■ 19. Februar,
Onlinepodium
anlässlich des rassistischen Anschlags in Hanau am 19. Februar 2020
■ 25. Februar, 11 Uhr,
Premiere auf schauspielhannover.de, für Kinder und Erwachsene
ab zehn Jahren
Oskar und die Dame in Rosa
von Éric-Emmanuel Schmitt  
Regie: Ruth Langenberg
■ 27. Februar, 19.30 Uhr,
live auf Zoom, Anmeldungen an digitale.buehne@staatstheater-hannover.de
Im Herzen tickt eine Bombe
von Wajdi Mouawad

Programmauszug, Änderungen vorbehalten, aktuelle Infos unter schauspielhannover.de

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