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„Dieser Beruf ist für Macherinnen und Macher“

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Quelle: Ralf Clemens Heidrich

Frau Müntinga, warum haben Sie sich für eine Ausbildung am Staatstheater entschieden?
Für mich bietet die Oper nicht nur einen Arbeitsplatz, an dem ich meiner Liebe zur Technik nachgehen kann, sondern auch die tägliche Berührung mit kreativen Schaffungsprozessen.

Wie verlief Ihr Start unter den aktuellen Pandemie-Bedingungen am Haus?
Besonders in diesen Zeiten, in denen die Kultur- und Eventszene sichtbar leidet, ist es keine Selbstverständlichkeit, einen gesicherten Ausbildungsplatz in dieser Branche zu haben. Dass wir unter diesen Umständen einen so „normalen“ Einstieg bekommen haben, sehe ich durchaus als ein Privileg an.

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Wie sieht Ihr Alltag in der Staatsoper aus?
Meist baut die Bühnentechnik als Erstes das Bühnenbild auf, das an diesem Tag für Proben oder für die abendliche Vorstellung benötigt wird. Im Laufe des Tages kommen auch die anderen Abteilungen wie die Beleuchtung oder der Ton dazu und bereiten alles gemeinsam für die Probe oder die Vorstellung vor. Es ist schon beeindruckend, wie viele Menschen aus den verschiedensten Fachrichtungen an der Entstehung eines Stückes beteiligt sind.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Arbeitsplatz besonders gut?
Ich liebe das theatertechnische Wissen, was ich hier erlange. Die Oper beherbergt so viel spezifisches Know-how, was über Generationen hinweg immer weitergegeben worden ist. Hinzu kommt die Auseinandersetzung mit immer neuen technischen Entwicklungen. Jede neue Opern-Inszenierung enthält Speziallösungen, technische Entwicklungen, die auf das Gezeigte einwirken und es unterstützen.

Vervollständigen Sie bitte diesen Satz: In fünf Jahren sehe ich mich …
… als vollwertige Mitarbeiterin des Staatstheaters Hannover, die hoffentlich ernsthaft über die Weiterbildung zur Meisterin der Veranstaltungstechnik nachdenkt.
Das Spannendste am Job als Fachkraft für Veranstaltungstechnik ist …
… für mich, dass ich die Fertigkeiten besitze, um künstlerische Momente entstehen zu lassen. Dieser Beruf beinhaltet ein hohes Maß an Kreativität. Bei uns bündeln sich so viele unterschiedliche Fertigkeiten: Wir sind Mechanikerinnen und Mechaniker, Künstlerinnen und Künstler, Statikerinnen und Statiker, Elektrikerinnen und Elektriker, Dekorateurinnen und Dekorateure, Musikerinnen und Musiker ... Gleichzeitig gibt es wenig Berufe, deren Arbeitsergebnis so flüchtig ist wie das unsere. Wir planen manchmal monatelang, bauen über Tage hinweg auf, feilen bis zur letzten Minute an Details, bevor endlich die Veranstaltung beginnt. Und ehe wir uns versehen, ist alles abgebaut. Der Moment fürs Publikum und auch für uns als Team bleibt aber.
Was würden Sie Frauen sagen, die sich für diese Ausbildung interessieren?
Dass die Zahl der Männer in diesem Berufsfeld immer noch überwiegt, darf einen keinesfalls einschüchtern. Dieser Beruf ist für Macherinnen und Macher. Er ist für die Menschen, die nicht nur auf Veranstaltungen gehen, sondern Spaß daran haben, sie zu verwirklichen. Er ist für Menschen, die mit anpacken, die mitdenken und Verantwortung übernehmen wollen. Dieser Beruf bedeutet, dass man höchstwahrscheinlich auch dann arbeiten muss, wenn andere feiern. Wenn einem das bewusst ist und man trotzdem Bock hat, kann dieser Beruf der richtige sein, ganz unabhängig vom Geschlecht.

Weitere Informationen

Ausbildung am Niedersächsischen Staatstheater Hannover
Die Niedersächsische Staatstheater Hannover GmbH gehört mit ihren rund 900 festen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den etwa 400 000 jährlichen Vorstellungsgästen zu den größten Mehrspartentheatern (Oper, Schauspiel, Ballett und Konzert) im deutschsprachigen Raum. Das Staatstheater Hannover beschäftigt aktuell 29 Auszubildende und drei Volontärinnen und Volontäre.
Der Bewerbungszeitraum für die Spielzeit 2021/22 startet am 6. November. Informationen zum Bewerbungsverfahren unter staatstheater-hannover.de/ausbildung

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