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Ein Leben für die Kunst

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11:24 24.10.2019
Multimedial und surreal: „Endless Poetry“. Quelle: Ralf Mohr

Wir wollen ein Theater des unmittelbaren Erlebens, der Sinne und Emotionen schaffen.“ Die Commedia-Futuristen in der Südstädter Eisfabrik haben sich eine Menge vorgenommen. Im Zentrum ihres neuen multimedialen Projekts steht der chilenische Regisseur, Schauspieler, Schriftsteller, Komponist und Comiczeichner Alejandro Jodorowski, Jahrgang 1929. Der Kinoavantgardist und Erfinder der Psychomagie hat einen eigenen künstlerischen Kosmos geschaffen, den Wolfgang A. Piontek  und Dramaturg Peter Piontek mit ihrem Team neu in Szene setzen. „Wir wollen uns inspirieren lassen von seiner eigenwilligen surrealen Erzählweise“, so die Theatermacher, die sich immer wieder als Grenzgänger zwischen den Kunstsparten ins Spiel bringen.  Film, bildende Kunst, Performance und Schauspiel – in der Eisfabrik sollen sich die Gattungen zu einem Gesamtkunstwerk vernetzen und den urbanen Raum neu gestalten. Die Arbeiten des chilenischen Künstlers mit seinen esoterischen, oft auch  rauschhaften Bildern passen also gut zum Konzept der „Kunstoase“ in der Seilerstraße.
2018 kam Jodorowkys autobiografischerr Film „Endless Poetry“ in die deutschen Kinos, „ein kleines Kinowunder und ein Geheimtipp“, hieß es in der Kritik. Der junge Alejandro wächst als Sohn jüdischer Eltern in Chile  auf und beschließt gegen deren Willen, Künstler zu werden. In der Kunstszene des frühen 20. Jahrhunderts begegnet er allerlei kuriosen Gestalten, er verlässt Chile und geht nach Paris, um den Surrealismus zu retten. Doch dann läuft alles anders. Das Spätwerk des Avantgardisten gilt als „Loblied auf die Kunst des Lebens und auf das Leben für die Kunst“. Mit Filmen wie „El Topo“ und „Montana Sacra“ wurde Jodorowsky in den 1970er-Jahren zum Kultregisseur einer ganzen Generation.
Commedia Futura greift mit dem aktuellen Projekt „Endless Poetry oder Die heilige Familie“ auch Motive aus Jodorowskys Roman „Wo ein Vogel am schönsten singt“ auf und untersucht dabei die Rolle der „heilig-unheiligen“ Familie im Werk des Künstlers. „Für mich ist Kunst ein Mittel zum Heilen“, erklärte Jodorowsky kürzlich in einem Interview.
Commedia Futura möchte das Publikum auf eine „theatralen Achterbahnfahrt“ in das künstlerische Universum des chilenischen Künstlers und Tarot-Experten mitnehmen und lädt auch regelmäßig zu offenen Proben ein. Ergänzt werden die Probenabende mit einer Retrospektive der wichtigsten Filme Jodorowskys in Zusammenarbeit mit dem Kino Lodderbast.

Dz

Premiere ist am 26. Oktober, 20 Uhr, in der Eisfabrik. Offene Proben und Filmabende am 27. September sowie am 4. und 18. Oktober, jeweils 18 Uhr. Karten und Infos unter www.commedia-futura.de.

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