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Spielzeit Ein Sinnesrausch aus Farben und Klängen
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Ein Sinnesrausch aus Farben und Klängen

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Abstrakte Bildwelten
Sinnlich und abstrakt zugleich: Inspiriert von Sibelius‘ Tondichtungen kreiert Tal Rosner seine Bildwelten. Quelle: Tal Rosner

Es ist so weit: Das Staatsorchester probt die Musik des finnischen Komponisten Jean Sibelius. Der in London lebende israelische Videokünstler Tal Rosner durfte im zweiten Anlauf im März aus London einreisen und kann nach Ablauf der regulären Quarantäne im Opernhaus arbeiten. Kurzfristig übernimmt der finnische Dirigent Ari Rasilainen die musikalische Leitung von Generalmusikdirektor Stephan Zilias, der sich zurzeit in häuslicher Quarantäne befindet.
Für das Konzertprojekt MYTHOS wurden sieben selten gespielte Werke von Jean Sibelius für das Orchester zu einem musikalischen Bogen zusammengestellt: Tondichtungen, Schauspielmusiken und zwei Nummern für Sopran und Orchester. Mit mehreren Leinwänden, zahlreichen Projektoren und installativen Lichtobjekten verwandelt sich die Konzertbühne im Opernhaus in einen Raum für akustische und visu-elle Ereignisse. „Wir hoffen, dass – zumal im ersten Konzert nach fast einem halben Jahr! – ein überwältigendes Erlebnis entsteht, ein Klang- und Sinnesrausch auf mehreren Ebenen“, sagt Zilias. „Sibelius’ Musik strahlt einen großen Farbreichtum aus, hat etwas unglaublich Evozierendes und eignet sich dadurch besonders für die visuelle Interpretation, sie in den Kontext einer Bühnen- und Videoinstallation zu stellen.“

Karg, rau und doch sinnlich: die Musik von Jean Sibelius
Der Komponist Jean Sibelius gibt Rätsel auf: Im finnischen Hämeenlinna in eine schwedischsprachige Familie hineingeboren, wuchs er abseits der kulturellen Zentren auf, von einem inneren Drang zur Musik getrieben. Unbeeindruckt von je einem Studienjahr in Berlin und Wien prägte er seine ganz eigene Musiksprache und wurde der Nationalkomponist des jungen Finnland, das erst 1917 von Russland unabhängig wurde. Sieben Sinfonien, sinfonische Dichtungen und Schauspielmusiken schrieb er, bevor er für die letzten 28 Jahre seines Lebens in rätselhaftes künstlerisches Schweigen verfiel.

More than music

An der Staatsoper Hannover entsteht in den kommenden Jahren eine Serie von Konzertprojekten, die das klassische Konzert mit anderen Künsten verbindet, mit Tanz, Video, Bühnenbild oder Performance. Den Auftakt macht das Visual Concert MYTHOS, für das der Videokünstler Tal Rosner erstmals in Deutschland arbeitet.

Vorbildlos und singulär ist Sibelius’ Musiksprache – mit ihrer Vorliebe für tiefe Register, dem Widerhall der finnischen Natur in den Weiten der Partituren und ihrem Wurzeln in den mythischen Stoffen finnischer Sagen und im Nationalepos „Kalevala“. Erst im 19. Jahrhundert war das Epos aufgeschrieben worden – ein Grundstein für das erwachende Nationalgefühl der Finnen. Das Echo der Natur findet sich in Werken wie der „Szene mit Kranichen“ aus der Schauspielmusik „Kuolema“ (Der Tod) op. 44: „Jeden Tag habe ich Kraniche gesehen. Sie fliegen nach Süden, lautstark, mit ihrer Musik. War wieder ihr eifriger Schüler. Ihre Schreie hallen in meinem Dasein wider“, ist im Tagebuch des Komponisten von 1915 zu lesen. Auch im „Nächtlichen Ritt und Sonnenaufgang“ op. 55 klingt die Natur im Erleben eines „einfachen Menschen“ wieder, „der alleine durch die Dämmerung eines Waldes reitet, zuweilen froh, allein mit der Natur zu sein, zuweilen ängstlich vor der Stille oder vor den die Stille störenden fremden Lauten, aber nicht erfüllt von unbegründeten bösen Ahnungen, sondern dankbar und glücklich über das Morgengrauen“.
Während das Eröffnungsstück, die frühe Tondichtung „En Saga“ (Eine Sage), op. 9, die allgemeine Stimmung einer mythischen Überlieferung wiedergibt, beziehen sich der „Schwan von Tuonela“ op. 22 Nr. 2 mit seinem berühmten Solo für Englischhorn und die spätere Tondichtung „Luonnotar“ op. 70 für Sopran und Orchester ganz konkret auf die „Kalevala“. Der Schwan umkreist als Botenvogel die Toteninsel Tuonela, aus einem zerspringenden Ei aus dem Schoß der Lufttochter Luonnotar entstehen der Himmel, Sonne, Mond und Sterne. „Sibelius’ Musik hat etwas Archaisches, Ursprüngliches. Sie ist karg und rau, doch dabei so ungemein sinnlich, dass wir uns auf ein mitreißendes Konzertprojekt freuen können“, so Stephan Zilias. „Mit Ari Rasilainen konnten wir einen sehr erfahrenen Sibelius-Dirigenten als Einspringer finden."

Weitere Informationen

MYTHOS
Visual Concert
Musik von Jean Sibelius (1865−1957)
En Saga op. 9
Arioso op. 3 für Sopran und Streicher
Szene mit Kranichen op. 44 Nr. 2
Ballade op. 27 Nr. 5
Der Schwan von Tuonela op. 22 Nr. 2
Luonnotar op. 70 für Sopran und Orchester
Nächtlicher Ritt und Sonnenaufgang op. 55
Video, Raumkonzept: Tal Rosner
Licht: Elana Siberski
Dramaturgie: Swantje Köhnecke
Niedersächsisches Staatsorchester
Hannover
Solistin: Hailey Clark (Sopran)
Dirigent: Ari Rasilainen
Stream-premiere: 16. April, 19.30 Uhr auf staatsoper-hannover.de

Online-Spielplan

12. April
18 Uhr: WORKOUT
Pilates mit Marta Cerioli

13. April
19.30 Uhr, STREAM:
DER LIEBHABER
Ballett von Marco Goecke
frei nach Marguerite Duras

14. April
18.30 Uhr, LIVE IN SPACE:
GO ON MOVING
Tanzworkshop: Share a homestory

16. April
19.30 Uhr, STREAM-PREMIERE: MYTHOS Visual Concert

17. April
19.30 Uhr, STREAM-PREMIERE:
L’ELISIR D’AMORE
Oper von Gaetano Donizetti

18. April,
16 Uhr, MUSIK.ER.LEBEN:
DIE KLARINETTE Für Familien
18.30 Uhr, STREAM:
DER LIEBHABER

19. April
18.00 Uhr: WORKOUT
Girokinesis mit M. García-Vicente

21. April
19.30 Uhr, STREAM-PREMIERE: STIMMEN: LIEBESLIEDER
Eine musikalische Expedition

22. April
18.30 Uhr, LIVE IN SPACE:
GO ON MOVING
Tanzworkshop: Share a homestory

23. April
16 Uhr, AUF EXPEDITION:
OPER DIGITAL ERLEBEN
Ein Einstieg für alle ab 60 Jahren
19.30 Uhr, STREAM-PREMIERE:
THE TURN OF THE SCREW
Oper von Benjamin Britten

24. April
16 Uhr, MUSIK.ER.LEBEN:
DIE POSAUNE
19.30 Uhr, STREAM: L’ELISIR D’AMORE

25. April
18 Uhr, LIVE IN SPACE: (WAHL-)
FAMIILIEN IN DER KRIESE
Corinna Weiler und Miriam
Roche-Knigge im Gespräch
19.30 Uhr, STREAM:
STIMMEN: LIEBESLIEDER

26. April
18 Uhr: WORKOUT
Yoga mit Michèle Seydoux

27. April
18.30 Uhr, LIVE IN SPACE:
GO ON MOVING
Tanzworkshop für Studierende

28. April
18.30 Uhr, AUF EXPEDITION: ZOOM IT! Digitale Gruppenprozesse kreativ gestalten mit Xchange
19.30 Uhr, STREAM:
THE TURN OF THE SCREW

30. April
18.30 Uhr, LIVE IN SPACE:
GO ON MOVING
Tanzworkshop ab 60 Jahren
19.30 Uhr, STREAM: TRIONFO.
VIER LETZTE NÄCHTE nach einem Oratorium v. Georg Friedrich Händel

www.staatstheater-hannover.de/online-spielplan
Der Vorverkauf für Opern-, Ballett- und Konzertstreams läuft!

Spielzeit Februar 2021 - Szene - Sprechstunde
Spielzeit Februar 2021 - Nachgefragt