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„Eine gute Anti-Corona-Strategie“

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20:30 30.04.2020
Carmen Fuggiss, Sopranistin Quelle: Daniel Kunzfeld
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Carmen Fuggiss, Sopranistin, eines der langjährigsten Ensemblemitglieder, wurde im Februar als Lola Blau im Ballhof gefeiert:

„Zuerst fällt mir ein, wie ich an einem der letzten Wochenenden mehrere österreichische Festspielproduktionen vom vergangenen Sommer (golden times …) im Pantoffelkino inhalierte. 3sat-Thementag sei Dank. Dann ein Sonntag mit alten Märchen, augenzwinkernd und liebevoll aufbereitet, und CDs mit Volksliedern, speziell österreichischen. Dazwischen Mozart und der arme Beethoven, der sich kein gutes Jubiläumsjahr ausgesucht hat … Doch am liebsten lausche ich im Grünen den Vöglein und Bächlein im frisch ergrünenden Frühling – der Wurm, der an diesem Frühling nagt, arbeitet ja stumm …“

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Hailey Clark, amerikanische Sopranistin Quelle: Foto: Sandra Then

Hailey Clark, amerikanische Sopranistin, sang zuletzt die Titelpartie in Händels „Alcina“ und würde derzeit die Präsidentengattin Pat Nixon in „Nixon in China“ spielen:

„Ich habe große Freude daran, alles Mögliche zu singen, sogar, wenn es gar nicht mein Repertoire oder meine Stimmlage ist. Zum Beispiel Don Josés ,Blumenarie‘ aus ,Carmen‘. Oder die Arie der Königin der Nacht aus Mozarts ,Die Zauberflöte‘. Da fühlt sich auch mein Hund zum Mitsingen animiert … Ich spiele auch gerne auf meiner Gitarre Folkmusic aus den Appalachen, einem Gebirge im Nordosten der USA.“

Germán Olvera, Bariton Quelle: Sandra Then

Germán Olvera, Bariton, mexikanisches Ensemblemitglied, stand schon als hannoverscher Barbier von Sevilla auf der Bühne und hoffentlich bald als Don Giovanni:

„Ich bin neuerdings ein großer Fan von Orchesterkonzerten geworden und habe mich durch alle Mahler-Sinfonien, Rachmaninow-Konzerte und viel Tschaikowski gehört. Und ich liebe das französische Opern-Repertoire! Nie zuvor hatte ich so viel Zeit, alle verfügbaren Aufnahmen von ,Samson et Dalila‘ anzuhören. Mir ist gerade aufgefallen, dass meine Lieblingsrolle Don José aus ,Carmen‘ wäre. Schade, dass ich kein Tenor, sondern ein Bariton bin. Aber das ist das richtige Stück, um davon zu träumen.“

Marco Goecke, Ballettdirektor, dessen Uraufführung „Der Liebhaber“ eigentlich für April geplant war:

„Ich höre gerade wieder die Sängerin Sade. Als ich jung war, habe ich ihre ersten beiden Alben gehört, ,Diamond Life‘ und ,Promise‘. So schöne Musik, und dabei so auf den Punkt. Diese Musik entdecke ich gerade wieder und möchte sofort lossingen: ,My Love is wider than Victoria Lake, my Love is taller than the Empire State ...‘ Eine wirkliche Geschichte zu diesen Songs gibt es nicht, außer, dass man halt verliebt war – wie immer. Heute denke ich weniger an die Menschen von damals als allgemein an die schöne Zeit der Jugend. Die natürlich gar nicht so schön war. Aber irgendwie doch: ,You’re the one who broke my heart ... When I met you boy, you were as sweet as cherry pie.“

Laura Berman, seit dieser Saison Intendantin der Staatsoper Hannover:

„Zurzeit höre ich häufig einen Jazz-Sender aus meiner Heimat. Wenn ich viel Stress habe, werde ich sehr nos-talgisch. Ich mag die schönen, bassigen Stimmen der DJs – das hat etwas Beruhigendes. Am meisten aber fehlt mir natürlich die Oper – und der Luxus, jeden Tag unseren Chor, das Orchester und die Solistinnen und Solisten hören zu können.“

Stephan Zilias, der in der nächsten Saison in Hannover seine erste Stelle als Generalmusikdirektor antreten wird:

„Mein Tag startet musikalisch mit meinem älteren Sohn (3 Jahre) und dem Bewegungslied ,Die Räder vom Bus‘ – ein Klassiker für alle Eltern, noch vor dem Frühstück, da ist man dann wach! Später gucken wir dann Jean Sibelius‘ ,Nächtlicher Ritt und Sonnenaufgang‘ aus der Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker – immer nur den Schluss und in
dieser Aufnahme, darauf besteht er. Besonders liebt er die Kontrabässe, und die Posaunen imitiert er den ganzen Tag. Abends haben meine Frau und ich dann oft die ,Serenade to Music‘ von Ralph Vaughan Williams angemacht – das ist so herzerwärmend. Ein bisschen sentimental, aber schön und tröstlich, ruhig und gelassen … eine gute Anti-Corona-Strategie!“

Rosario Guerra, Tänzer aus Italien Quelle: Ralf Mohr

Rosario Guerra, Tänzer aus Italien, feierte in der Titelrolle Nijinski einen großen Erfolg in der Staatsoper Hannover:  

„Jedes Mal, wenn ich Lieder wie ,Caruso‘ von Lucio Dalla oder ,Maruzzella‘ von Renato Carosone höre, erinnert mich das an meine Jugend, als ich noch bei meiner Familie in Italien lebte. Wenn ich jetzt sehe, was sie dort gerade durchmachen, möchte ich ihnen noch näher sein – dabei hilft mir die Musik mehr als ein Videoanruf.“

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