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Eine kühne Intrige

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10:04 20.12.2019
Kaspar Locher (links) und Philippe Goos. Quelle: Kerstin Schomburg

DER TOLLE TAG ODER FIGAROS HOCHZEIT

von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais

Regie: András Dömötör
Philippe Goos, Kaspar, Locher, Viktoria Miknevich, Nils Rovira-Muñoz, Seyneb Saleh
Premiere: 30. Januar, 19.30 Uhr, Ballhof Eins

Die Hochzeitsvorbereitungen im Schloss des Grafen Almaviva sind in vollem Gange, in wenigen Stunden wollen sich Figaro, der Kammerdiener des Grafen, und Susanne, die Zofe der Gräfin, das Ja-Wort geben. Sogar die Mitgift, die Almaviva seinen Bediensteten zugesichert hat, steht schon bereit. Da eröffnet Susanne dem Geliebten, dass die Zuwendungen des Grafen an das Brautpaar nicht ohne Hintergedanken versprochen wurden: Zwar hat der Graf das alte Herrenrecht auf die „erste Nacht“ mit seinen weiblichen Untertanen bei seiner eigenen Hochzeit abgeschafft, im Falle der schönen Susanne läge ihm jedoch viel daran, die Privilegien seines Standes erneut auszuspielen. Doch da hat er die Rechnung ohne Figaro gemacht. Selbstbewusst und voller Witz schmiedet er eine tollkühne Intrige.
Ein Herrscher, der seine Macht ausspielt, um seine Bedienstete (sexuell) gefügig zu machen; Bedienstete, die sich gegen die Privilegien, gegen den Machtmissbrauch und die Willkür der Herrschenden zur Wehr setzen – dass diese Konstellation Zündstoff birgt, wusste König Ludwig XVI. nur zu genau, als er die Aufführung von Beaumarchais’ Meisterwerk über Jahre hinweg untersagte. Doch ebenso wie Figaro um seine Hochzeit, kämpfte Beaumarchais um die Uraufführung des „Figaro“ – und gewinnt unter den tosenden Beifallsstürmen des Publikums. Ein Stück, das seine Kritik und sein Aufbegehren mit leichtfüßigem Witz daherkommen lässt, erobert die Bühne, von der es bis heute – auch dank Mozarts Opernadaption – nicht mehr wegzudenken ist.

Das Leben ist ein Spiel

Kaspar Locher und Philippe Goos werden in dieser Komödie auf der Bühne stehen. Beide haben sich ein paar Gedanken über Königreiche, Kammerdiener und Revolutionen gemacht – im Stakkatostil.

Wie viel Rokoko gibt‘s in Ihrem Leben?
Kaspar Locher: Ich besitze einen massiv verschnörkelten, goldenen Spiegel, der vom Vormieter stehen gelassen wurde. Und einen Ohrwurm von Arcade Fire.
Philippe Goos: Das sind doch diese kleinen Kugeln aus Schokolade, je nach Laune zwei oder drei.

Herrscher oder Kammerdiener?
Locher: Ja.
Goos: Herrscher über das (Ober-)Stübchen.

Harem oder Monogamie?
Goos: Monogam im Harem.
Locher: Haarige Monogamie.

Wie ist Ihre Konfliktlösung: Revolution oder Finte?
Goos: Flinte.
Locher: Keine Revolution ohne Finte.

Oper oder Schauspiel?
Locher: Hauptsache, Figaro.
Goos: Spiel.

Mozart oder Beaumarchais?
Locher: Wikipedia sagt, Beaumarchais war ein „französischer Uomo universale der Aufklärungszeit“. Klingt gut.
Goos: Powertrip.

Was ist Ihr Königreich?
Goos: T5.
Locher: Der Deisterplatz.

Hochzeit oder Lebensabschnittsgefährt*in?
Locher: Hauptsache Liebe.
Goos: LAG. 

Frankreich oder Deutschland oder Spanien?
Goos: Frankreich!
Locher: Hauptsache Italien.

Hat immer der die Macht, der die Hosen an- hat?
Goos: Nur wenn sie einen guten Schlag haben.
Locher: Hauptsache Unterhosen.

Was haben Sie denn geleistet für so viele Vorteile?
Locher: Die koloniale imperialistische Weltordnung schaut, dass es mir gut geht.
Goos: Nichts, das ist der Vorteil.

Verkleiden Sie sich manchmal?
Locher: Das Leben ist ein Spiel.
Goos: Nie.

Außerhalb Ihres Berufes?
Goos: Immer.
Locher: Trage ich Mankini.

Darf man Erotik einsetzen, um vorwärts zu kommen?
Goos: Frage nur wohin vorwärts und wie weit.
Locher: Nur im Mankini!

  
Interview: Natalie Köhler

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