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Gemeinsam auf Richtungssuche

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14:23 02.06.2020
Stephan Zilias, designierter Generalmusikdirektor (von links), Laura Berman, Opernintendantin und Marco Goecke, Ballettdirektor  Quelle: Moritz Küster
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Der Kompass schwankt“ – Das Motto der neuen Saison stand bereits fest, bevor die Pandemie die Wirklichkeit überholt hatte und der Kompass mehr denn je ins Schwanken geriet. Schon vorher lag eine Verunsicherung in der Luft: Erleben wir in unserer Gesellschaft einen Werteverlust oder eher einen Wertewandel? Was ist Gut und was ist Böse? Welchen Stellenwert haben moralische Regeln als verlässliche Orientierungspunkte in Zeiten ständiger Veränderung? Welche Regeln geben wir unserem Zusammenleben? „Kunst, Kultur und Theater sind die Orte, an denen sich die Gesellschaft gedanklich und emotional mit diesen Fragen beschäftigen kann. Gemeinsam mit meinem ganzen Team lade ich das Publikum ein, sich mit uns auf Richtungssuche zu begeben und die Ausschläge der Kompassnadel zu beobachten und zu diskutieren“, erläutert Opernintendantin Laura Berman.

Selbstbewusste Carmen

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Mit „Carmen“ kommt ein wahrer Opernhit auf die Bühne der Staatsoper. Hausregisseurin Barbora Horáková freut sich: „Carmen ist eine Welt: passioniert, sinnlich, sexuell. Eine Frau, die arbeitet und ihren Lebensunterhalt selbst bestreitet. Und sie entscheidet selbst, wen sie liebt. Darin ist sie eine revolutionäre weibliche Opernrolle. Eines ist sicher, Carmen lebt im Moment, in ihrer Passion und ihrer Kunst und ist dadurch unsterblich“. 

Musical-Fans aufgepasst: Steven Sondheims Musical-Thriller „Sweeney Todd“ überzeugt nicht nur durch eine opulente Partitur, sondern auch durch Musikzitate aus Horrorfilmen wie Hitchcocks „Psycho“ und erzählt von den Pro-blemen einer Klassengesellschaft.

Aribert Reimann, einer der bekanntesten zeitgenössischen Komponisten in Deutschland, hat mit „Lear“ eine Oper geschaffen, deren Libretto den Szenen von Shakespeares gleichnamiger Tragödie sehr genau folgt. Die tiefen Klangfarben und der besondere Einsatz des Schlagzeugs stellen die düsteren Abgründe der Geschichte und die Verrücktheit des Königs eindringlich dar. 

Ein Highlight unter den Wiederaufnahmen ist die Grand opéra „La Juive“, die zur Eröffnung der Intendanz Berman für großen Bühnenzauber und ein packendes Musikerlebnis sorgte. 

Auch in der kommenden Saison verschafft die Staatsoper mit der Reihe „Stimmen“ Menschen aus verschiedenen Kulturen und Traditionen Gehör. Neben Gastspielen internationaler Künstlerinnen und Künstler gibt es Kooperationen mit Musikerinnen und Musikern aus Hannover und Umgebung, szenische Formate und Vorträge. Im Fokus: Liebeslieder, denn kaum ein Gefühl verlangt so danach, unmittelbar Gesang zu werden, wie die Liebe. Der Opernball ist für den 26. und 27. Februar geplant.

Das Böse im Blick

Im „Festival: Dämonen“ steht die Faszinationskraft des Bösen im Mittelpunkt. Was oder wer verführt uns, vom Weg abzuweichen? Über drei besondere Opern, „The Greek Passion“, „Otello“ und „Die Krönung der Poppea“, in denen Verführung, Intrigen, Machtgier und andere menschliche Schwächen im Mittelpunkt stehen, kann das Publikum mit Expertinnen und Experten diskutieren. 

Im Staatsballett wird eine Linie fortgeführt, die sich bereits angedeutet hat: Werke der niederländischen Meisterchoreografinnen und -choreografen sind ein wichtiger Teil der kommenden Ballettsaison. Was mit Hans van Manens Kreation „Concertante“ begonnen hat, setzt sich mit Jiří Kylián fort, der als Direktor und Choreograf das Nederlands Dans Theater zu Weltruhm gebracht hat. Zur niederländischen Tanzkunst gehört auch der Humor, wie sich in „Skew-Whiff“ von Paul Lightfoot und Sol León zeigt. „Ich freue mich sehr auf unsere Gastchoreografen. Es ist für eine Compagnie immer wichtig, gute Künstlerinnen und Künstler, schöne Menschen – ich meine hier innerlich schön – ans Haus zu binden. Im besten Fall baut sich nicht nur ein einmaliger Kontakt auf, sondern auch eine Bindung für die Zukunft. Die Tänzerinnen und Tänzer bekommen dadurch neue Impulse für ihre persönliche Entwicklung“, so Ballettdirektor Marco Goecke. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Beethoven-Jubiläum anlässlich des 250. Geburtstags des Komponisten. Im Ballettabend „Rastlos“ werden alle drei Choreografien zu Werken des großen Klassikers getanzt.

Klangliche Verführungskunst

Für den designierten Generalmusikdirektor Stephan Zilias ist „Der Kompass schwankt“ ein wunderbares Motto. „Es erlaubt, die Suggestivkraft und klangliche Verführungskunst der Musik voll auszukosten. Gute Musik ist ja nie schwarz-weiß, sie kennt so unendlich viele Zwischentöne. Ein passendes Werk werde ich gleich im 1. Sinfoniekonzert dirigieren: Richard Strauss’ sinfonische Dichtung ,Ein Heldenleben‘. Ich ergänze das heldische Programm – neben Strauss erklingt Ludwig van Beethovens ,Leonoren-Ouvertüre‘, ein Stück, das auch jenseits der Musik Euphorie und Menschlichkeit transportiert – mit György Ligetis ,Doppelkonzert für Flöte und Oboe‘ mit zwei Solisten aus dem Staatsorchester“, sagt Stephan Zilias. Er freut sich auf  seine neue Aufgabe im Opernhaus und die Zusammenarbeit mit dem Orchester, besonders nach der letzten Zeit.

„Auch wenn meine Noten immer in greifbarer Nähe sind und meine Frau und ich täglich mit den Kindern singen, mein Herz blutet danach, endlich wieder Musik zu machen. Die Leere, die sich angestaut hat, werden wir für Hannover mit dem füllen, was wir lieben: Musik. Die Musikerinnen und Musiker wollen alle spielen, diesen Enthusiasmus wird das Publikum hören und spüren.“  

Das ausführliche Programm und das Spielzeitheft zum Download gibt es auf staatsoper-hannover.de.

Vorverkauf

Besondere Zeiten erfordern besondere Vorverkaufsfristen.
Bis auf Weiteres plant die Staatsoper folgende Vorverkaufszeiträumen für die Spielzeit 2020/21:

Ab 26. Juni für September und Oktober

Ab 25. September für November, Dezember und Januar

Ab 18. Dezember für Februar, März und April

Ab 26. März 2021 für Mai, Juni und Juli

Informationen zum aktuellen Spielbetrieb finden Sie auf der Website des Staatstheaters.

Robert Robinson

Ich freue mich sehr auf meine zweite Spielzeit hier in Hannover. Besonders spannend wird die Zusammenarbeit mit den Choreografen, die ich noch nicht kenne. Man lernt dabei immer viel. Am meisten freue ich mich auf den Abend "nachtschwarz und windschief“, für den unter anderem der junge israelische Choreograf Shahar Binyamini ein neues Stück kreieren wird.

Robert Robinson, tanzt seit einem Jahr in der Compagnie von Marco Goecke

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Rodrigo Porras Garulo

Ich freue mich auf die nächste Spielzeit in Hannover vor allem, weil ich wieder auf dieser Bühne Theater machen darf! Umso glücklicher bin ich, dass ich in meiner ersten Spielzeit als Ensemblemitglied eine meiner Lieblingsrollen (Don José) mit Barbora Horáková, einer von mir sehr geschätzten Regisseurin, gestalten kann, unterstützt vom Talent des neuen Generalmusikdirektors Stephan Zilias und meinen wunderbaren Kolleginnen und Kollegen. Es ist für mich ein großes Privileg, mich für das Publikum Hannovers künstlerisch ausdrücken zu dürfen.

Rodrigo Porras Garulo, Tenor, stand als Gast in der Rolle des Mario Cavaradossi in „Tosca“ in dieser Saison auf der Opern Bühne

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Chiara Pareo

Zu sehen, wie die Compagnie langsam zusammenwächst, war in dieser Saison etwas ganz Besonderes. An den Moment, als die ersten Rezensionen über die Eröffnungspremiere „Beginning“ herauskamen, kann ich mich noch gut erinnern. Das war so aufregend. Zu sehen, dass ein Abend gut bei den Zuschauerinnen und Zuschauern ankommt, ist ein schönes und großartiges Gefühl. Ich freue mich, nach der langen unfreiwilligen Pause wieder voller Energie mit der Compagnie in den Spielbetrieb zu starten.

Chiara Pareo,  ist bereits seit zwei Jahren am Staatsballett Hannover engagiert

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Sarah Brady Quelle: Ralf Mohr (4)

Ich freue mich sehr darauf, in der nächsten Saison zum Ensemble der Staatsoper Hannover zu gehören! Es wird eine Saison voller fantastischer Rollendebüts für mich. Ich bin so begeistert, dass ich Cordelia in „Lear“ und Fiordiligi in „Così fan tutte“. Ich freue mich sehr auf das Wiedersehen mit den Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich schon zuvor zusammengearbeitet habe, und darauf, den Rest des Teams in diesem wunderbaren Haus zu treffen!

Sarah Brady, kommt als Sopranistin neu ins Ensemble

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