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Spielzeit Jenseits der Klassik
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15:31 25.04.2019
Steve Reich Quelle: Alice Arnold

Zum sechsten Mal wird das Festival „Klangbrücken“ veranstaltet, eine Kooperation der Staatsoper Hannover, der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, von Musik 21 Niedersachsen, der NDR Radiophilharmonie und dem Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover mit mehreren freien Musikinstitutionen, die sich jährlich dem Schaffen eines wichtigen Vertreters der zeitgenössischen Musik widmen.
In diesem Jahr ist es der Amerikaner Steve Reich, dessen Musik auch jenseits des klassischen Musikbetriebs und speziell bei einem jüngeren Publikum nahezu populär geworden ist. Als einer der exponiertesten Vertreter der sogenannten „minimal music“ hat sich Reich über viele der selbst auferlegten Tabus der musikalischen Avantgarde hinweggesetzt und mit einer radikal neuen Ästhetik zunächst die zeitgenössische amerikanische Musik, in der Folge aber auch die Musik zahlreicher internationaler Komponisten nachhaltig geprägt. Der durchgehende Puls, der den Klängen trotz der entstehenden rhythmischen Komplexität eine meditative, fast hypnotische Wirkung verleiht; repetitive, übereinander gelagerte und phasenverschobene rhythmische Muster; und nicht zuletzt eine pseudo-tonale und statische Harmonik, die über lange Strecken die rhythmischen Prozesse grundiert – dies gibt seiner Musik eine hörend nachvollziehbare Struktur, die dennoch zu höchst überraschenden und komplexen Klangresultaten führt.
In neun Konzerten laden die „Klangbrücken“ zu einer Reise durch die faszinierende Klangwelt des Steve Reich ein. Nach dem Eröffnungskonzert von musica assoluta im Ballhof Eins, das dem Puls der Natur nicht nur bei Reich, sondern über die Jahrhunderte hinweg nachhorcht, darf das Publikum die Bühne des Opernhauses bevölkern bei einem auch optisch spektakulären Nachtkonzert mit den Schlagzeugern von Rummsfeld und dem Trio Boum. Eines von Reichs Schlüsselwerken, die farbige „Music for 18 musicians“, präsentieren Lehrende und Studierende der Hochschule für Musik, Theater und Medien. Weiterhin findet erstmals ein Nordstadt-Konzert, das Beziehungen knüpft zur Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, im hochmodernen Tonstudio Tessmar in Hannovers Norden statt. Das Sprengel Museum als wichtiger Partner ist der Ort für gleich drei Konzerte, mit Ensemble S und Das neue Ensemble sowie mit dem Ensemble Megaphon und dem Ensemble Oktoplus, und lädt überdies mit seiner Sammlung dazu ein, Korrespondenzen herzustellen zwischen Reichs Musik und den Werken amerikanischer bildender Künstler.
Wie immer ist ein Schwerpunkt des Festivals das 6. Sinfoniekonzert im Opernhaus, auf dessen Programm als Hauptwerk „The Desert Music“ von Steve Reich steht. Unter der Leitung von Jonathan Stockhammer und mit dem ChorWerk Ruhr, einem der bedeutendsten deutschen Kammerchöre, der sich speziell auf dem Gebiet der zeitgenössischen Musik einen Namen gemacht hat, erklingt das groß dimensionierte Werk für Orchester und Chor, das den Bogen vom Alten Testament bis zur atomaren Bedrohung der Gegenwart schlägt – als Beispiel für die politischen Anklänge in Reichs Schaffen.

Das Programm auf einen Blick

Mittwoch, 1. Mai, 19.30 Uhr,  Ballhof Eins
Eröffnungskonzert „Pulse of Nature“
Steve Reich: Pulse (2015),  Radio Rewrite (2012)
und Werke von Johann Sebastian Bach,  Olivier Messiaen und Thorsten Encke
Ishay Lantner (Klarinette)
Cylixe (Live-Video)
musica assoluta
Dirigent: Thorsten Encke
Veranstaltung von musica assoluta

Mittwoch, 1. Mai, 22 Uhr, Opernhaus Bühne
Nachtkonzert
Steve Reich: Mallet quartet (2009), Electric Counterpoint (1987)
und Werke von Tom Johnson, Andy Akiho und Lou Harrison
Trio Boum und Rummsfeld
Veranstaltung der Staatsoper Hannover

Freitag, 3. Mai, Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (Richard  Jacoby Saal)
Patterns, Pulses, Sections
19.30 Uhr Steve Reich: Music for 18 Musicians,
Vortrag von Dr. Imke Misch
21 Uhr Steve Reich: Music for 18 Musicians (1974-76)
Studierende der HMTMH
Künstlerische Leitung: Andreas Boettger
Veranstaltung der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover

Sonnabend, 4. Mai, 16 Uhr, Sprengel Museum Hannover
mobile musik IV
Steve Reich: Drumming I (1971), Music for Pieces of Wood (1973), Piano Phase (1967), Violin Phase (1967), Pendulum Music (1968)
Ensemble S/Das Neue Ensemble
Leitung: Stephan Meier und
Arnold Marinissen
Veranstaltung von musik für heute e. V. im Rahmen von Musik 21 Niedersachsen

Sonntag, 5. Mai, 12 Uhr, Tonstudio Tessmar
Nordstadt-Konzert
Steve Reich: Duet (1993), Double Sextett (2007)
und Werke von Heinrich Ignaz Franz Biber,
Johann Sebastian Bach und Terry Riley
Kammerorchester Hannover – Solisten
Leitung: Hans-Christian Euler
Veranstaltung des Nordstadt-Konzerte e.V. in Kooperation mit der Lutherschule Hannover

Sonntag, 5. Mai, 17 Uhr und Montag, 6. Mai 2019, 19.30 Uhr, Staatsoper Hannover
6. Sinfoniekonzert
Steve Reich: Desert Music (1984), Three Movements (1986)
John Adams: Common Tones in Simple Time (1980/86)
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
ChorWerk Ruhr (Einstudierung: Béni Csillag)
Dirigent: Jonathan Stockhammer
Veranstaltung der Staatsoper Hannover

Sonntag, 5. Mai, 20 Uhr, Sprengel Museum Hannover
In C – Zwischen den Zeiten
Werke von Terry Riley und Morton Feldman sowie Renaissancemusik für Chor und eigene Werke
Ensemble Megaphon und Gastkünstler*innen
Collegium vocale Hannover (Ltg. Florian
Lohmann)
Gohar Ensemble
Leitung: Lenka Zupkova
Veranstaltung von Blickpunkte e. V.

Dienstag, 7. Mai, 20 Uhr,  Sprengel Museum Hannover
Minimal Art
Steve Reich: Clapping Music (1972), Different Trains (1988), Cello Counterpoint (2003)
und Werke von John Cage, Morton Feldman und Darius Milhaud
Ensemble Oktoplus (Mitglieder der NDR
Radiophilharmonie), Manuel Gehrke (Video)
Veranstaltung der NDR Radiophilharmonie

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