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Kulminierende Klangmassen

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10:32 31.01.2020
Dirigiert zwei Kultstücke im Opernhaus: die Dirigentin Xian Zhang. Quelle: B. Ealovega
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5. Sinfoniekonzert KULT

Sergei Rachmaninow (1873–1943):
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 d-Moll op. 30
Richard Strauss (1864–1949):
Also sprach Zarathustra
Tondichtung frei nach Nietzsche für großes Orchester op. 30

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
Solist: Lukáš Vondráček (Klavier) Dirigentin: Xian Zhang

Sonntag, 16. Februar, 17 Uhr
Montag, 17. Februar, 19.30 Uhr
Einführung jeweils 45 Minuten vor dem Konzert

Wie wird Musik zum Kult? Auf dem Programm des 5. Sinfoniekonzerts im Opernhaus stehen zwei Werke, die diese Frage beantworten können. Denn beide sind ohne Zweifel echte Kultstücke, zwei großformatige Renner der Konzertliteratur: das 3. Klavierkonzert von Sergei Rachmaninow und die Tondichtung „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss.

Der Kult um „Rach 3“, wie das Klavierkonzert im Pianistenjargon auch genannt wird, hat mit der Schwierigkeit des Soloparts zu tun. Es ist eines der berühmtesten und gefürchtetsten  Solokonzerte und hält den zweifelhaften Rekord, das Klavierkonzert mit den meisten Noten pro Sekunde in der Klavierstimme zu sein. Schon seine Entstehung als Auftrag für ein Konzert in der New Yorker Carnegie Hall 1909 ist legendenumrankt. Rachmaninow komponierte es in Russland („Ich schufte wie ein Zwangsarbeiter“) und übte den Solopart auf seiner Schiffspassage nach New York auf einer stummen Klaviatur. „Konzert für Elefanten“ soll der Komponist selbst das Konzert genannt haben. Und doch verbirgt sich hinter diesen Anekdoten eine komplexe Partitur mit Tiefgang. Sie verbindet schwindelerregende Artistik und schwermütigen Ausdruck, perlende Leichtigkeit und kulminierende Klangmassen.

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Als Solist gastiert der tschechische Pianist Lukáš Vondráček im Opernhaus, unangefochtener Gewinner des Brüsseler Königin-Elisabeth-Wettbewerbs 2016. Das Wettbewerbsfinale bestritt er mit „Rach 3“, begeisterte Jury und Publikum mit absoluter technischer Beherrschung und frappierender Durchsichtigkeit. Nach dem Auftritt in der „Talente“-Reihe im Kleinen Sendesaal des NDR im November 2017 ist er nun erstmals mit Orchester in der Klavierstadt Hannover zu erleben.

Bei Richard Strauss’ „Also sprach Zarathustra“ liegt die Geburtsstunde des Kults auf der Hand: Achtzig Jahre nach der Uraufführung erklang der mythische Anfang als Filmmusik von Stanley Kubricks Film „2001: Odyssee im Weltraum“ und avancierte damit zum Hit der Popkultur. Die ersten Takte sind heute in Planetarien und Fußballstadien zu hören, untermalen Werbespots für Bier und anderes. Doch schon bei der Uraufführung erregte die Tondichtung Aufsehen, bezieht sie sich doch auf Friedrich Nietzsches umstrittenen Helden Zarathustra, gerade mal zehn Jahre nach dessen Veröffentlichung. „Ich hatte den Titel Ihrer symphonischen Dichtung für einen Zeitungsscherz gehalten“, schrieb Cosima Wagner an Strauss. „Aber ich kenne Nietzsches Buch nicht und nehme an, dass in seinem Inhalt etwas sein muss, was Sie musikalisch anregte.“

Strauss interessierten weniger die brisanten weltanschaulichen Themen des Buchs – vom Tod Gottes bis zum Willen zur Macht des Übermenschen – als grundlegende Gegensätze: Mensch und Natur, Diesseits und Jenseits, Religion, Wissenschaft und Sinnlichkeit. Diese fasst er in verschiedenen Stationen mit opulenter Besetzung und schillerndem Farbenreichtum in Töne: ein Fest für jedes große Orchester.

Die große Strauss-Tradition des Niedersächsischen Staatsorchesters wird von einer international gefeierten Dirigentin fortgeschrieben: Xian Zhang, in China geboren und ausgebildet, wanderte mit 25 Jahren in die USA aus, wo sie beim New York Philharmonic Orchestra debütierte. Inzwischen ist sie Chefdirigentin des New Jersey Symphony Orchestra und steht am Pult großer Orchester und Opernhäuser weltweit.

Swantje Köhnecke

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