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„Lebe! Lebe!“

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Dialog der Generationen: „Mit den Augen eines zwölfjährigen Mädchens“. Quelle: Julius Matuschik
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Als Zwölfjährige schrieb sie über das unfassbare Grauen im Lemberger Getto. Aus der Kinderperspektive berichtete sie vom Morden und Wüten der Deutschen während der Nazi-Herrschaft gegen die Juden. Auch deshalb wird Janina Hescheles die „polnische Anne Frank“ genannt. Sie verlor ihre Familie im Holocaust und überlebte selbst nur knapp, weil polnische Widerständler 1943 ihre Flucht aus dem Zwangsarbeiterlager Lemberg-Janowska organisierten. Janina Altman, geborene Hescheles, ist inzwischen 89 Jahre alt, sie lebt in Israel. Dort hat sie Chemie studiert und als Wissenschaftlerin gearbeitet, seit Jahren engagiert sie sich in der pazifistischen Gruppe Women in Black. In gekürzter Form wurde ihr Tagebuch schon Ende der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre in beiden Teilen des damals geteilten Deutschlands veröffentlicht. Vor einem Jahr nun erschien die vollständige Übersetzung, herausgegeben von Markus Roth: „Mit den Augen eines zwölfjährigen Mädchens“.

Darin schildert sie detailliert, wie die jüdische Bevölkerung beraubt, entwürdigt, misshandelt und getötet wurde. Als sich im Lager vor ihren Augen ein Lagerinsasse selbst die Schlinge um den Hals legen musste, notierte sie: „Ich wollte unbedingt leben und fühlte, wie etwas in mir rief: Lebe! Lebe!“. Der Tod, schrieb sie, mache ihr keine Angst mehr, aber sie könne sich nicht mit ihm abfinden. Mit Szenen aus diesem erschütternden Tagebuch erarbeitet die Theaterwerkstatt Hannover eine Bühnenfassung, die auch die Perspektive der Jugendlichen von heute einbezieht. Gemeinsam mit sechs hannoverschen Schülerinnen zwischen elf und 15 Jahren entwickeln Regisseurin Leila Semaan und Sabine Trötschel eine szenische Collage aus Tagebuchauszügen, eigenen Texten und Videosequenzen aus einem Interview, das Leila Semaan im vergangenen Jahr mit Janina Altman in Israel geführt hat. „Die Gespräche haben mich sehr berührt. Ich kenne Janina seit vielen Jahren, sie ist mit meiner Familie befreundet.“

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Im Dialog mit den Schülerinnen sollen sich neue Fragen und Aspekte entwickeln, die jungen Darstellerinnen stehen auch mit Janina Altman in Kontakt, schicken E-Mails und Videobotschaften. „Dieser Austausch zwischen den Generationen ist sehr wichtig. Auch Janina in Israel genießt diese Kontakte sehr. Als Beitrag zum Frieden und zur
Versöhnung.“

Dz

Weitere Informationen

Für Jugendliche ab zwölf Jahren. Premiere am 25. Oktober, 17 Uhr, in der Theaterwerkstatt. Karten unter www.pavillon-hannover.de

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