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Spielzeit Marlene Dietrich: Das Leben einer Ikone
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11:03 25.04.2019
Fasziniert von Marlene Dietrich: Schauspielerin Claudia Michelsen (u. a. Tatort) Quelle: Stephan Klüter

Wieder beschäftigt sich Claudia Michelsen mit dem Leben und Wirken beeindruckender Frauen. Nach Autorin Dorothy Parker lässt die die Film- und Theaterschauspielerin mit Schriftstücken von und über Marlene Dietrich nun das Leben einer Ikone Revue passieren. „Sag mir, wo die Blumen sind …“ heißt das Programm ihrer Lesung, mit dem sie im Schauspielhaus zu Gast ist.
Nicht zuletzt dieser Titel ist ein Zeichen dafür, dass Marlene Dietrich deutlich Stellung zu den Geschehnissen des Zweiten Weltkriegs bezog. 1962 sang sie diesen amerikanischen Antikriegssong von 1955 erstmals in deutscher Übersetzung – er wurde ein internationaler Hit.
Zunächst begann Marlene Dietrich ihre Karriere als Schauspielerin am Theater und in Stummfilmen der Goldenen Zwanziger in Berlin. Der Aufstieg zur internationalen Künstlerin gelang ihr 1930 mit der Hauptrolle in dem Film „Der blaue Engel“ von Regisseur Josef von Sternberg. Mit ihm ging sie, nicht zuletzt wegen konsequenter Ablehnung der NS-Propaganda, Anfang der 1930er-Jahre nach Hollywood, 1939 nahm sie die amerikanische Staatsbürgerschaft an und etablierte sich als erster deutscher Filmstar in Hollywood.
Auch Claudia Michelsen entdeckte die Ikone zunächst über den Film: „Meine ersten Berührungspunkte waren ’Der blaue Engel’ mit Regisseur Sternberg, später dann gab es die Arbeit mit einem Kameramann, der mit ihr tatsächlich ihren letzten Film gedreht hatte, was für mich als junge Frau natürlich sehr faszinierend war“, erinnert sich die Schauspielerin. „Bis heute aber begegne ich dieser Stilikone immer wieder, dieser Frau mit ihrer Disziplin, ihren Liebschaften und unzähligen Begegnungen oder – nennen wir es Lieben – und ihrem Leben, das so häufig von anderen gespiegelt wird. In ihren Briefwechseln dann traf ich irgendwann und auch immer wieder auf Marlene Dietrich und die Musik. Die Tragik des Älterwerdens in Paris ist ein Thema und natürlich nicht zu vergessen der letzte Dokumentarfilm von Maximilian Schell aus dem Jahr 1984. Ich habe dann 2017 zusammen mit Ulrich Matthes im Kino Arsenal Auszüge ihres Briefwechsels mit Maximilian Schell gelesen. Auch das war natürlich eine Begegnung mit Marlene Dietrich!“
Seit den 1950er-Jahren stand die Dietrich überwiegend als Sängerin auf der Bühne. Zu ihren berühmtesten und international erfolgreichen Liedern zählen neben „Sag mir, wo die Blumen sind“ auch „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ und „Lili Marleen“.
Dietrichs Biografie ist so üppig und vielfältig wie ihre Persönlichkeit, Claudia Michelsen konzipiert für ihre Lesung eine Annäherung: „Ich begebe mich gerade auf eine Reise mit ihr und entdecke kontinuierlich. Im Moment fasziniert mich die Kraft dieser Frau, ihre unerschrockene Haltung und das mit allen Konsequenzen, die es ja oft für sie hatte.“ Das Konzept der Lesung konzentriert sich auf die bis heute währende Faszination an der Ikone Dietrich: „Eine Frau, die Hosen anzog, als es verpönt war, die moderner war und konsequent in allem, was sie tat, eine Frau, die aber auch einen hohen Preis dafür zahlen musste oder sogar wollte, da selbst das noch streng in ihrer Hand, ihrer Entscheidungsgewalt blieb. Bis zum einsamen Ende.“ Tanja Schulz

Am 11. Mai um 19.30 Uhr im Schauspielhaus.

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