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Spielzeit „Ohne uns wird’s still!“
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„Ohne uns wird’s still!“

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16:33 03.12.2020
Quelle: Clemens Heidrich

Theater lebt von der Unmittelbarkeit der Begegnung – und die vermissen wir derzeit ganz schmerzlich. Ich hoffe sehr, dass die Politik den Wert der Kultur und ihrer Rolle im gesellschaftlichen Miteinander nicht vergisst.
Sonja Anders, Intendantin Schauspiel Hannover

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Persönlich ist es für mich eine harte Zeit, ich habe meine Familie in Indien seit fast zwei Jahren nicht gesehen. Die Probenarbeit und die Musik helfen mir trotz allem, fokussiert und positiv zu bleiben.
Darwin Prakash, Bariton Junge Oper

Meine Hoffnung ist, dass wir uns durch die momentane Situation wieder mehr als Gemeinschaft verstehen und uns den gesellschaftlichen Problemen, die jetzt deutlich hervortreten, annehmen.
Madeleine Hasselmann, Grafikerin und Gleichstellungsbeauftragte Staatstheater Hannover

Ich arbeite als Inspizientin und leite das Ballhof Café, sowie einen der vielen Jugendclubs. Als Inspizientin fehlen mir meine Vorstellungen. Für meine Arbeit mit den Jugendlichen heißt es nun: neue Ideen finden. Die Jugendlichen sind froh, dass es überhaupt weitergeht, aber ich spüre bei allen die Sehnsucht nach echten Treffen, nach dem Kontakt und dem Miteinander.
Silke Janssen, Inspizientin & Ballhof Café

Im Zuschauerraum gemeinsam mit anderen (wenn auch sehr wenigen) ein Schauspiel oder Konzert zu erleben wird für viele Menschen nicht nur als Bereicherung empfunden, sondern als wichtiger Teil ihres Lebens.
Inga Achenbach, aus dem Vertrieb der Staatstheater

Proben, planen, üben, streamen. Wir nutzen alle Möglichkeiten. Aber nichts geht über den Augenblick, das Erlebnis von Angesicht zu Angesicht.
Carsten Hentrich, Theater fensterzurstadt

Meine Hoffnung ist es, dass es bald wieder bergauf geht und wir unsere neu gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen gemeinsam bearbeiten können.
Nicolas Matthews, Ensemble Schauspiel Hannover

Musik ist Balsam für die Seele, die Oper ist der Soundtrack unseres Lebens und macht uns zu empathischeren Menschen, ich glaube, das ist gerade heute wichtiger denn je.
Martin Kreilkamp, Bass Chor Staatsoper Hannover

Ich bin erschüttert darüber, wie leicht es den Entscheidungsträgern zum wiederholten Male gefallen ist, alle Kulturbetriebe von heute auf morgen zu schließen. Bei aller Notwendigkeit der Maßnahmen zum Infektionsschutz hätte ein Hinterfragen dieser leichtfertigen Schließungen die grundsätzliche Bedeutung von Kunst und Kultur für unsere Gesellschaft zumindest wertschätzend anerkannt.
Corinna Leonbacher, Cellistin Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Dieser Schichtdienst zwischen wechselnden Normalitäten ist ganz schön kräftezehrend. Und trotzdem: Irgendwas mag ich an diesem gemeinsamen, nicht normalen Durcheinander. Das kann auch Neues wecken, nicht nur in der Kunst. Wie es halt ist, wenn man einen Stock zwischen die Beine bekommt: Man kann hart auf die Fresse fliegen, verdattert stehen bleiben (den Mundschutz richten und weitergehen) – oder sogar unerwartete Sprünge machen ...
Jonas Vietzke, Theater an der Glocksee

Kunst lebt von dem direkten Kontakt. Die Menschen sollten selber entscheiden dürfen, ob sie ins Kino, Museum, Theater oder Ähnliches gehen. Sichere Hygienekonzepte sind doch vorhanden!
Wolf Bock, Leiter der Veranstaltungstechnik Cumberland

Die Zeit ist für die Kulturbranche, besonders für die freien Künstlerinnen und Künstler, sehr schwer und anstrengend, nötig sind eine langfristige Planungsmöglichkeit und effektive Hilfen. Wir versuchen weiterhin den Blick nach vorne zu richten und den Lockdown zur Entwicklung neuer Formate zu nutzen. Wir möchten Möglichkeiten entdecken und positive Anstöße geben.
Laura Berman, Intendantin Staatsoper Hannover

Corona macht was mit uns. Lasst uns achtsam sein.
Hanno Hüppe, Technischer Direktor Staatstheater Hannover

Mehr denn je heißt es: Jeder Tag zählt, nutze ihn so gut es geht und mache das Beste daraus.
Mercedes Arcuri, Sopran Staatsoper Hannover

Natürlich vermisse ich die Bühne! Aber ich bin sehr dankbar, dass wir weiter trainieren und proben können und uns somit gut auf die Zeit vorbereiten können, wenn die Opernhäuser wieder öffnen.
Laura Nicole Vigano, Tänzerin Staatsballett Hannover

Ich bin hier, um zu tanzen. Dafür lebe ich. Nach einer Aufführung erhielt ich einmal eine Nachricht von jemandem aus dem Publikum, der schrieb: Sie haben mir das Leben gerettet.Wir geben den Menschen Emotionen. Das ist so wichtig. Wir sind überlebenswichtig.
Rosario Guerra, Tänzer Staatsballett Hannover

Ich bin West-Berliner und habe mit der Wiedervereinigung schon eine Krise im Kulturbetrieb miterlebt: Aus wirtschaftlichen Gründen wurden viele Institutionen meiner Heimatstadt damals „weggespart“. Meine Befürchtung ist, dass sich das wiederholen wird. Ich hoffe sehr, dass allen Menschen – Mitwirkenden und Besuchern – durch die jetzige Krise wieder bewusster wird, welch unschätzbarer Reichtum die Kultur für unsere Gesellschaft ist.
Ingo Jander, Orchesterdirektor Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Persönlich wächst die Angst vor dem finanziellen Ruin. Ich habe die Sorge, dass wir die Theater noch unvorstellbar lange schließen müssen, und meine Hoffnung arbeitet täglich gegen diese Sorge an. 
Elke Cybulski, theaterwerkstatt Hannover

Hätte ich drei Wünsche frei, wünschte ich mir, dass erstens das Virus mithilfe aller besiegt würde, zweitens, dass die Menschen nach der Pandemie nicht so weitermachten wie bisher, sondern jetzt anfingen mit einer radikalen Veränderung, und drittens – das ist ein kleiner Absicherungswunsch –, dass Wunsch eins und zwei sich erfüllten, bevor es zu spät ist.
Ulrike Willberg, Agentur für Weltverbesserungspläne

Es ist bedrückend, nicht vor Publikum spielen zu können. Je länger diese Situation anhält, desto sorgenvoller denke ich an die Zukunft
unseres kulturellen Lebens, Theater, Konzerte, Museen, einfach alles. Vielleicht wird der neue Impfstoff die Wende bringen.
Thomas Huppertz, Violinist Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Musik improvisieren, mit Klängen experimentieren, in ein musikalisches Gespräch kommen – das fehlt mir als musikalische Leitung einer unserer Musik- und Tanztheaterclubs. Die Mehrdimensionalität von Klang und Musik ist mit allen Hygienevorkehrungen zu erleben und zu gestalten – wir sind da kreativ, aber es ist eben nicht möglich, wenn uns das Musizieren vor und mit Menschen nicht erlaubt ist.
Marleen Kiesel, Xchange Staatsoper Hannover

Proben und Streamen sind für mich kein annähernder Ersatz für das Musizieren für ein anwesendes Publikum. Das Publikum schien mir bei
den letzten Vorstellungen vor dem Lockdown genau das durch sehr dankbaren Applaus zum Ausdruck gebracht zu haben.
Anke-Christiane Beyer, Oboistin im Nieders. Staatsorchester

Meine Sorge ist, dass sich die Relevanz der Kultur in der Gesellschaft gerade negativ verändert.
Guido Burghardt, Chefmaskenbildner Schauspiel

Ich freue mich auf die Begegnung mit den Zuschauern, die Energie und die Erfahrung von Gemeinschaft, die uns das Theater hoffentlich bald wieder ermöglichen wird!
Kaspar Locher, Ensemble Schauspiel Hannover

Ich hoffe sehr, dass wir bald wieder spielen dürfen. Kunst heilt nicht nur die Sängerinnen und Sänger, sondern auch das Publikum.
Ruzana Grigorian, Mezzosopran Staatsoper Hannover

Musik ist für die emotionale und mentale Gesundheit eines Menschen sehr wichtig. Ich glaube daran, dass die Kraft des gemeinsamen Erlebens, des gemeinsamen Geschichtenerzählens stärker ist als das Virus.
Nina van Essen, Mezzosopran Staatsoper Hannover

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