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Sprechende Trommeln

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17:24 29.08.2019
„Sänger am Schlagzeug“: Simone Rubino. Quelle: Marco Borggreve

1. Sinfoniekonzert SPEAKING DRUMS

Frank Zappa: Drei Orchesterwerke
„Dog Breath Variations/Uncle Meat“, „Outrage at Valdez“, „G-Spot
Tornado“

Peter Eötvös: „Speaking Drums“
Vier Gedichte für Solo-Schlagzeug und Orchester
Dmitri Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 47

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
Solist: Simone Rubino (Schlagzeug)
Dirigent: Kevin John Edusei
Sonntag, 22. September, 17 Uhr
Montag, 23. September, 19.30 Uhr
Einführungen mit Kevin John Edusei 45 Minuten vor jedem Konzert

Spektakulär perkussiv beginnt die neue Konzertsaison: Das Niedersächsische Staatsorchester spielt eines der aufregendsten Schlagzeugkonzerte der letzten Jahre: „Speaking Drums“ des ungarischen Komponisten Peter Eötvös, 2013 von Martin Grubinger uraufgeführt. Doch nicht der omnipräsente Grubinger, sondern ein herausragender Percussionist der nächsten Generation wird beim 1. Sinfoniekonzert im Opernhaus zu Gast sein. Erstmals tritt der junge italienische Schlagzeuger Simone Rubino in Hannover auf, der 2014 mit 21 Jahren umjubelt den ARD-Musikwettbewerb gewonnen hat und seitdem die Konzertpodien Europas erobert.
Neben einem gefeierten Konzert in der Elbphilharmonie war seine Residenz beim BR Münchner Rundfunkorchester einer der Höhepunkte der vergangenen Saison. In München präsentierte er sich mit drei unterschiedlichen Programmen – und äußerst kreativ und witzig bei einem Fotoshooting für das Magazin der „Süddeutschen Zeitung“, mit einer großen Auswahl von Küchenzubehör, umfunktioniert zum Schlagwerk.
Doch auch an klassischen Schlaginstrumenten wie Marimba, Xylofon und Vibrafon überzeugt Rubino die Kritiker, die seine Empfindsamkeit und seinen Nuancenreichtum rühmen. Im Interview mit der SZ gab er zu Protokoll, er verstehe sich weniger als Athlet denn als „Sänger am Schlagzeug“. In seiner Heimatstadt Turin sang er neben dem Schlagzeugstudium fünf Jahre lang im Kinderchor des Opernhauses. Und auch beim Üben singt er eine Phrase zuerst, bevor er sie am Schlagzeug spielt. „Vor allem langsame und ruhigere Teile spielt man anders, vielleicht gefühlvoller, wenn man weiß, wie man sie singen würde.“
Der Umgang mit der Stimme kommt Simone Rubino bei Eötvös’ Schlagzeugkonzert auf jeden Fall zugute. Denn „Speaking Drums“ ist nicht nur für einen beeindruckenden Aufbau von 14 Schlaginstrumenten komponiert, sondern auch für die Stimme des Solisten. Mit vier Nonsense-Gedichten lehrt er seine Ins-
trumente spielerisch das „Sprechen“ und tritt in virtuos-schlagfertigen Dialog mit dem Orchester.
Der Komponist Peter Eötvös ist bekennender Fan von Rocklegende Frank Zappa. Zappa, dieser genialische Grenzüberschreiter, brachte ungekannte kompositorische Komplexität in die Rockmusik ein und trug ebenso lustvoll deren Wucht in seine Arbeit mit klassischen Ensembles. So auch bei dem legendären Album „Yellow Shark“ mit dem Frankfurter Ensemble Modern, das im Mai dieses Jahres bei den „Kunstfestspielen“ in der Eilenriedehalle zu erleben war. Das Niedersächsische Staatsorchester spielt zur Eröffnung des Konzerts drei Orchesterwerke von eben dieser Aufnahme und bringt damit Zappa ins Sinfoniekonzert – zum ersten Mal in der Geschichte des Opernhauses.
Unter gänzlich anderen Vorzeichen als Zappa lebte der russische Komponist Dmitri Schostakowitsch. Sein Überschreiten ästhetischer Grenzen war in der Sowjetdiktatur regelmäßig existenzbedrohend. Nach der Konzertpause erklingt die 5. Sinfonie dieses bedeutendsten Sinfonikers des 20. Jahrhunderts, ein Werk mit unmittelbar packendem Zugriff auf die große Form.
Zappa, Eötvös und Schostakowitsch – diese drei Komponisten bringt Kevin John Edusei, Chefdirigent der Münchner Symphoniker und des Konzert Theater Bern, am Pult des Staatsorchesters zusammen. Edusei tritt engagiert für neue programmatische Zugänge zur Musik ein und gastiert bei so renommierten Klangkörpern wie dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, den Bamberger Symphonikern, der Staatskapelle Dresden, dem Tonkünstler-Orchester Wien und dem Ensemble Modern. Im Oktober wird er auch die Premiere der Neuinszenierung von „Tosca“ dirigieren (mehr dazu in der nächsten „Spielzeit“) – beim 1. Sinfoniekonzert gibt er den Auftakt für die Konzertsaison im Opernhaus.

Swantje Köhnecke

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