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Überall und nirgendwo?

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15:13 02.06.2020
Mit den Choreografien, die die Jugendlichen zu Hause aufnehmen, entsteht eine virtuelle Tanzcollage. Quelle: iStockphoto.com/ OvsiankaStudio/ Philipp Contag-Lada
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Auch hier sorgte das Covid-19-Virus für ein abruptes Ende der Proben. Momentan erkunden die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit Xchange neue kreative Pfade, um die Clubergebnisse am Ende der Saison trotzdem präsentieren zu können. 

3-2-1 … Der Startpunkt zu Beginn dieser Saison im vergangenen September: vier bunte Gruppen aus theater-, musik- und tanzbegeisterten Kindern und Jugendlichen, die bereitstanden, während der kommenden Monate gemeinsam mit der Vermittlungsabteilung der Staatsoper ein Musiktheater- oder Tanzstück zu entwickeln. Der ersehnte Zielpunkt, dem entgegengefiebert wurde: die Darbietung des Stückes vor Publikum – live.

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Start und Ziel sind verbunden durch einen Weg, der beschrieben ist von geteilten Ideen, Widersprüchen, Freundschaften, Albernheiten, aber vor allem von Kreativität, die aus dem Moment mit der Gruppe entsteht. Stehen die Teams dieses Jahr vor neuen Pfaden? Ja und nein. Nein, weil die Arbeit in den Clubs immer geprägt davon ist, auf Aktualitäten zu reagieren, die die Gruppen antreiben. Die Wege sind somit jedes Jahr aufs Neue unberührt. 

Und ja: Die Gruppen befinden sich auf der Suche nach Räumen, in denen die Grundlage des Arbeitens weiterhin möglich ist. Räume, in denen Kreativität und Austausch die Basis sind – ohne körperlichen Kontakt oder gemeinsames Schwitzen. Alle Teams stehen auf Start, nervös und gespannt zugleich. Im Folgenden eine Standortermittlung, die weiße Flecken aufdeckt und mit Farben füllt: 

Club XS – vom Musiktheaterstück zum Hörspiel

Dazugehören, Teil des Ganzen sein und mit den jeweiligen Eigenheiten akzeptiert werden, das sind die Wünsche der Neuankömmlinge zu Beginn der Geschichte. Doch der erhoffte Empfang bleibt aus. Stattdessen sollen sie sich in einer Mutprobe beweisen, ihren Platz in der Gruppe verdienen. Schauplatz dieser Mutprobe ist der alte, verlassene Spieleladen am Rande der Stadt. Man erzählt sich unheimliche Dinge über diesen heruntergekommenen Ort, sogar, dass nachts finstere Schatten dort ihr Unwesen treiben. Doch genau dort müssen die Kinder eine Nacht verbringen …

Die 21 acht- bis elfjährigen Kinder des Club XS wandeln das ursprünglich für die Bühne entworfene Musiktheaterstück nun in ein Hörspiel um und lassen durch Sprache, Gesang und Musik die Geschichte in den Köpfen ihres Publikums entstehen. Ohren auf!

Club XM – virtual reality

Durch selbst generiertes Video- und Audiomaterial lassen die Teilnehmenden im Alter von zwölf bis 15 Jahren in einer musiktheatralen Videoproduktion eigene virtuelle Welten entstehen. Das erfordert viel Eigenverantwortlichkeit, bietet aber gleichzeitig die Möglichkeit herauszufinden: Wie kann digitales Musiktheater funktionieren?

Das Stück handelt von vier Freundinnen, die im Videochat gemeinsam Zeit verbringen wollen, als plötzlich die Verbindung abbricht. Jede findet sich in einer unbekannten Realität wieder. Dort erkennen die Mädchen nach und nach, dass sie hier mit ihren inneren Unsicherheiten konfrontiert sind. Schaffen sie es, sich den Herausforderungen zu stellen? Und schlussendlich sich selbst?

Club TANZ – Überall und nirgendwo

„Was, wenn wir nicht alleine sind? 

Unsere Welt nicht die einzige ist
in der Zeit verrinnt?

Unendlich klein blicken
wir ins Firmament,

da ist noch Platz für etwas, was sich heimlich von uns trennt.“ 

(Louise Dunger für den Club TANZ)

Parallele Universen erforschen, sein eigenes Ich in einer anderen Version treffen, seinen eigenen Mikrokosmos und Lebensraum mit dem der anderen verschmelzen lassen. Das ist die Reise, die 13 Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren mit dem diesjährigen Club TANZ antreten. Jede und jeder allein, aber doch digital gemeinsam, als Mensch und in anderen Formen und mit Rückblicken in eine andere Zeit der Zusammenarbeit. „Überall und nirgendwo“, eine virtuelle Tanzcollage, entsteht in einem kreativen Umgang mit verschiedenen Videotechniken, mit Unterstützung des Stuttgarter Videokünstlers Philipp Contag-Lada. 

Club XL – eine audiovisuelle Collage rund um einen Todesfall

Eine Stadt, viele Charaktere und ein Unglück – Cora ist tot. Alle begegnen sich auf der Beerdigung und die hoch motivierte Detektivin Rose wittert ihren heiß ersehnten Fall. Francesco, in kriminelle Machenschaften verwickelt, ist anwesend? Freundinnen von Cora reagieren abweisend auf Roses Fragen. Getrieben von dem unbedingten Willen nach Aufklärung, begeben sich das Publikum und die Jugendlichen auf die Suche nach Tatverdächtigen! Aber geht es eigentlich noch um das Opfer Cora oder verfolgt nicht jede Person ein eigenes Ziel mit der Aufklärung des Falles? Jugendliche im Alter von 16 bis 21 Jahren gestalten eine audiovisuelle Collage aus selbst gezeichneten Comics, Fotos und Videoclips rund um den Fall: „Verstrickt“.

Abschlusspräsentationen

Die Vielfalt der Ergebnisse wird Anfang Juli auf der Website der Staatsoper online gestellt und lädt das Publikum zu einer Reise durch digitale, musiktheatrale Welten ein. Informationen zu den Clubangeboten ab September unter xchange@staatstheater-hannover.de und auf der Website der Staatsoper.

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