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Unterwegs mit „Wanderers Nachtlied“

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15:09 02.06.2020
Darwin Prakash Quelle: privat
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In Indien ist Pandit Chatur Lal bis heute ein gefeierter Musiker. Der berühmte Tabla-Spieler, der die beiden Kesseltrommeln des nordindischen Schlaginstruments meisterhaft zum Leben erweckte, wäre im Mai 95 Jahre alt geworden. Seine Enkeltochter, Shruti Chatur Lal, hat ihm zu Ehren gemeinsam mit der Zeitung „The Indian Express“ ein Festival ins Leben gerufen, das Ende Mai online stattfand. 35 Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt haben während des siebentägigen Festivals live auf Instagram ihr Publikum begeistert.

Die indische klassische Musik ist so vielfältig und abwechslungsreich wie das Land selbst. Dazwischen einer, der heraussticht: der Opernsänger Darwin Prakash, der seit Sommer 2019 Mitglied des jungen Ensembles an der Staatsoper Hannover ist.

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„Ich habe einen Anruf vom Indian Express bekommen und wurde gefragt, ob ich Lust hätte, bei dem Festival mitzumachen. Dass Shruti Chatur Lal überhaupt auf mich gekommen ist, ist eine Verkettung vieler Zufälle.“ Darwin Prakash stammt aus einer südindischen Familie und studierte in Delhi Geologie. „Mein Vater liebt klassische indische Musik und ich selbst habe immer gesungen – in Kirchenchören und in
A-cappella-Gruppen. In Delhi wurde ich dann Mitglied der ,Neemrana Music Foundation‘, die Aufführungen produziert, für deren Chöre Laiensängerinnen und -sänger engagiert werden. Eines Tages brachte ich eine Freundin zu einem Meisterkurs – und bin dann einfach auch dort geblieben.“ Die Meisterklasse wurde von Robert Alderson unterichtet, Dozent für Gesang am Konservatorium in Dublin. Er war von der Stimme des jungen Inders so begeistert, dass er ihm half, über Stipendien nach England zu kommen, und ihn dort auf das Vorsingen an den großen Schulen vorbereitete. Das hat sich gelohnt: Der Bariton graduierte von der Royal Academy of Music in London und ist nun in seinem ersten festen Engagement in Hannover. „Die Vorbereitung begann bereits in Indien. Robert Alderson brachte mich mit Situ Singh Buehler zusammen, Indiens berühmtester Sopranistin, die auch lange in Deutschland tätig war, bevor sie nach Indien zurückkehrte. Situ ist wiederum eine Freundin von Shruti Chatur Lal – und so bin ich beim Festival zu Ehren von Pandit gelandet“, freut sich Darwin Prakash.

Gemeinsam mit Pianist Francesco Greco erklang auf Instagram live unter anderem Schuberts „Wanderers Nachtlied“. „Dem indischen Publikum ist die klassische westliche Musik nicht sehr vertraut. Darum habe ich nach Werken gesucht, die einen einfachen Zugang ermöglichen und die Menschen direkt ansprechen. Und da die Zeiten an sich schon sehr hektisch und unübersichtlich sind, sollte die Musik auch etwas Beruhigendes haben.“

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