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11:07 20.12.2019
Tobias Feldmann
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4. SINFONIEKONZERT

Verwandlungen

Henri Dutilleux (1919–2013) Métaboles
Béla Bartók (1881–1945)
Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 Sz 112
Robert Schumann (1810–1856)
Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 61

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
Solist: Tobias Feldmann (Violine)
Dirigent: Stephan Zilias

Sonntag, 26. Januar 17 Uhr
Montag, 27. Januar 19.30 Uhr,
Einführung jeweils 45 Minuten vor dem Konzert

Tobias Feldmann, Sie sind in Hannover gut bekannt, von ihrer hoch gelobten Teilnahme beim Violinwettbewerb 2012 und als Konzertsolist unter anderem mit der NDR Radiophilharmonie Anfang dieses Jahres. Mit welchen Gefühlen kommen Sie nach Hannover zurück?
Es ist immer schön, nach Hannover zu kommen und dort zu spielen. Die Stadt ist mir sehr verbunden: Zum einen natürlich wegen des Joachim-Wettbewerbs, der mit vielen schönen persönlichen Erinnerungen verknüpft ist, und zum anderen auch, weil ich in der Stadt viele Freunde habe. Das Publikum habe ich stets als wahnsinnig unterstützend und begeisterungsfähig empfunden, daher freue ich mich besonders auf diese Zusammenarbeit.

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Im Opernhaus spielen Sie Bartóks 2. Violinkonzert. Was verbinden Sie mit dem Werk?
Bartóks Klangsprache hat mich schon immer fasziniert! Ich habe unter anderem seine Solosonate aufgenommen, und sein Klavierquintett gehört zu meinen Lieblingswerken in der Kammermusik. Mit dem 2. Violinkonzert kam ich vor fünf Jahren erstmals in Kontakt, als ich vom Bundesjugendorchester eingeladen wurde, als
Solist für Christian Tetzlaff für Konzerte in Lettland und Litauen einzuspringen. Insbesondere die unglaubliche Intensität und der Facettenreichtum in Kombination mit folkloristischen ungarischen Elementen macht die Musik für mich unwiderstehlich und einzigartig.

Sie haben das Konzert auch 2015 im Finale des Königin Elisabeth Wettbewerbs gespielt, wo Ihnen am Ende der Kadenz im ersten Satz eine Saite riss …
Das war ein besonderer Moment. So ein Saitenriss ist in der angespannten Situation eines Wettbewerbsfinales erst mal ein großer Schock, glücklicherweise konnte ich jedoch auf der Violine des Konzertmeisters den Satz beenden. Ich hoffe sehr, dass das in Hannover nicht passiert!

Was sind im Normalfall die besonderen Herausforderungen für die Solisten und das Orchester?
Das Werk ist unheimlich komplex und eine sehr große Herausforderung für alle Beteiligten: Es gibt wahnsinnig viele Tempowechsel, dem Orchester und dem Solisten wird technisch, musikalisch und hinsichtlich der Konzentration alles abverlangt.

Haben Sie ein Vorbild bei der Interpretation dieses Konzerts, eine Aufnahme, die Ihnen am Herzen liegt?
Die Aufnahme von Isabelle Faust kann ich sehr empfehlen, und ich höre sie auch selbst sehr gerne. Sie hat mich sehr inspiriert! Ich teile dabei ihren Ansatz, das Konzert nicht als spätromantisch, sondern vor allem dramatisch expressionistisch aufzufassen.

Der Künstler

Seit Tobias Feldmann 2012 beim Internationalen Violinwettbewerb in Hannover mit dem dritten Preis, dazu noch dem Kritiker- und Publikumspreis ausgezeichnet wurde, hat die Karriere des jungen deutschen Geigers spürbar an Fahrt aufgenommen. 2015 wurde er Preisträger des Königin Elisabeth Wettbewerbs, als Konzertsolist war er zu Gast bei Klangkörpern wie dem Beethoven Orchester Bonn, dem Museumsorchester Frankfurt, dem Münchener Kammerorchester und spielte auf Konzertpodien weltweit.
CD-Veröffentlichungen, unter anderem mit den Violinkonzerten von Sibelius und Rautavaara beim renommierten Label Alpha Classics, fanden großes Lob bei der internationalen Kritik. 2018 wurde er mit nur 26 Jahren auf eine Professur an die Hochschule für Musik Würzburg berufen.

Wie würden Sie jemandem das Konzert beschreiben, der es noch nie gehört hat?
Sicherlich ist die Klangwelt Bartóks für viele Zuhörerinnen und Zuhörer im ersten Moment nicht so leicht zugänglich wie ein Brahms oder Tschaikowsky. Andererseits ist das Maß an Ausdrucksvielfalt und unvorhersehbaren, spannenden musikalischen Entwicklungen um einiges höher. Ich kenne kein anderes Violinkonzert, das so viele verschiedenen Spieltechniken, Klangfarben und allgemein kompositorisch vielseitige Ideen so intelligent umsetzt. Extreme Ausdrucksstärke, Variationsreichtum und eine unglaublich große Farbpalette zeichnen das Werk aus – und es ist keine „Wellness-Musik“!

Wie geht es Ihnen zum Jahreswechsel 2019/20? Sie konzertieren international als Solist und Kammermusiker, Sie spielen Aufnahmen ein, Sie sind Professor in Würzburg. In welchem Verhältnis stehen die verschiedenen Bereiche Ihres Musikerlebens?
Ich liebe die berufliche Vielfalt durch die Kombination aus solistischen Konzerten, Kammermusik und dem Unterrichten an der Würzburger Musikhochschule. Die Professur habe ich bewusst für die kommenden Jahre auf 50 Prozent reduziert, um mich einerseits solistisch nicht so stark einschränken zu müssen, und zum anderen auch in dem Bewusstsein, dass das Unterrichten mit einer großen Verantwortung den Studierenden gegenüber verbunden ist und natürlich auch ein hohes Maß an Zeit und intensiver persönlicher Betreuung erfordert. Gleichzeitig ist dies aber auch eine unglaubliche Inspirationsquelle. Ich erarbeite mit den Studierenden gemeinsam auch Werke, die mir unbekannt sind, und bekomme durch andere musikalische Ansätze gleichzeitig neue Ideen und kann Altbekanntes dadurch hinterfragen und teilweise neu entdecken.

Was wünschen Sie sich für Ihre künstlerische Zukunft?
Ich wünsche mir für die Zukunft weiterhin so spannende musikalische Begegnungen wie in den letzten Jahren und vor allem die Möglichkeit, so viele Menschen mit klassischer Musik begeistern und emotional berühren zu können.

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