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Von Bewegungen überrascht

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17:48 28.08.2019
Ballettensemble der Staatsoper Hannover.

BEGINNING

Ballettabend von Andonis Foniadakis, Medhi Walerski und Marco Goecke

Kosmos
Choreografie: Andonis Foniadakis
Musik, Video: Julien Tarride
Bühne: Andonis Foniadakis
Kostüme: Anastasios Sofroniou
Licht: Elena Siberski

Prélude
Choreografie: Medhi Walerski
Musik: Lera Auerbach
Bühne: Medhi Walerski
Kostüme: Kate Burrows, Medhi Walerski
Licht: James Proudfoot
Dramaturgie: Pierre Pontvianne

Thin Skin
Choreografie: Marco Goecke
Musik: Patti Smith, Keith Jarrett
Bühne, Kostüme: Marco Goecke
Licht: Udo Haberland
Dramaturgie: Nadja Kadel
Premiere: 21. September, 19.30 Uhr, im Opernhaus

Man ist kein Anfänger, wenn man mit etwas beginnt. Marco Goecke war nie einer. Seine unverwechselbare Tanzsprache, die flatternden Hände, das Spiel der Rückenmuskeln, der Tanz mit dem Kopf – waren schon immer da. Aber er versetzt den Zuschauer in die Position eines „Anfängers“ – eines Menschen, der völlig überrascht wird von ein paar Schritten, von einer ungewöhnlichen Position im Raum, von einem unvermittelten Sprung, von einem plötzlichen Geräusch aus dem Mund eines Tänzers. Es ist nicht leicht, Choreografen zu finden, die aus dem Material, das man doch zu kennen meint – dem menschlichen Körper, den klassischen Ballettfiguren und einer schwarzen Bühne – komplett überrascht und tief berührt wird.
Welche Stücke zeigen? Wie den ersten Abend nennen? Anfänge werden oft überschätzt. Ein Anfang ist eine Ursache, entscheidend ist seine Wirkung. Marco Goeckes Inspirationsquellen sind oft ganz trivial. Er schaut fern, unterhält sich mit Leuten oder schaut Gustaf, seinem Hund, zu. Ich war zuletzt auf einer Probe, bei der er einer Tänzerin erklärt hat, wie sie den Oberkörper nach vorne fallen lassen soll. „Wie Mama, als sie in die Kühltruhe gefallen ist.“ Entstanden ist aus diesem Impuls eine irrwitzige Bewegung, die nur noch durch ihren Humor an den Ursprung erinnert. Marco Goecke ist ein Meister der Transformation. Das Gewöhnliche, Alltägliche, verwandelt sich. Ein Samenkorn wächst, ein Anfang geht weiter und wird zu einer Sequenz.
Nun gibt Marco Goecke die Bühne für den Tanz mit dem Ballettabend „Beginning“ frei. Für diesen ersten Abend hat er zwei hochkarätige Choreografen an die Niedersächsische Staatsoper geladen. In „Kosmos“ spiegelt der griechische Choreograf Andonis Foniadakis unser temporeiches, heutiges Leben in einer pulsierenden Choreografie wider. Ganz gegensätzlich dazu bietet das Ballett „Prélude“ von dem französischen Choreografen Medhi Walerski, der seit vielen Jahren beim Nederlands Dans Theater verwurzelt ist, in gemäldehaften Bildern Raum für Sensibilität und das Nachdenken über Zeit. Marco Goeckes Stück „Thin Skin“ ist ein Ballett über dünnhäutige, empfindsame Menschen zur Musik der Pop-Ikone Patti Smith.
Goecke ist ein Meister der Assoziation. Seine Gesten sind nie eindeutig, sie eröffnen Räume. Aber sie stehen auch für sich. „Beginning“ kann man genau so anschauen. Als drei in sich geschlossene Arbeiten, die für sich stehen, aber auch als Trias, deren Teile aufeinander verweisen. Das Ballettensemble freut sich auf den Anfang mit Ihnen – als Impuls für eine aufregende Zeit in Hannover!

Esther Dreesen-Schaback

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